All-Inkl: Serverupdate ersetzt MySQL durch MariaDB

All-Inkl: Serverupdate ersetzt MySQL durch MariaDB

Der bekannte WordPress-Experte und Entwickler, Perun, hatte bereits auf seinem Blog Anfang Mai darüber berichtet, dass ein Update auf PHP 8 die MySQL-Datenbank bei All-Inkl mit MariaDB ersetzt. Nun gibt es Hinweise darauf, dass das Unternehmen aus Friedersdorf grundsätzlich künftig kein MySQL mehr anbieten wird.

MariaDB statt MySQL künftig bei All-Inkl

In einer E-Mail kündigt All-Inkl ein Serverupdate an. In der Mail wird ausgeführt, dass man den Entwicklungen und modernen Standards beim Hosting gerecht werden und deshalb die Serverstandards erhöhen möchte. Entsprechend wird angekündigt, dass dabei die bestehende MySQL Version 5.7 durch MariaDB 10.5 ersetzt werde.

Das ist insofern unproblematisch, da MariaDB als „binärkompatibel“ und 1-zu-1-Ersatz für MySQL bis Version 8 gilt. Da MariaDB eine Weiterentwicklung von MySQL darstellt und beide Systeme ebenfalls auf der SQL-Sprache basieren sind für bestehende Installationen in aller Regel keine Probleme zu erwarten. Aus Sicherheitsgründen sollte dennoch ein Backup gemacht werden. All-Inkl rät dazu selbst an.

Änderungen bei PHP und Verschlüsselung für E-Mails

Die Ankündigung geht noch etwas weiter auf die Änderungen ein. So sollen alle bestehenden PHP-Versionen auf dem Shared-Host erhalten bleiben. In diesem Fall ist aber unklar ob PHP 8 nach dem Update tatsächlich verfügbar sein wird. Wichtig ist, dass PHP als Apache-Modul endgültig abgeschafft wird. Die Technik gilt als veraltet und unsicher.

Außerdem wird die Verschlüsselung für den Empfang und Versand von E-Mails weiter verbessert. So soll künftig nur noch TLS1.2 zur Verfügung stehen. Die früheren Versionen entfallen dann und Nutzer sollten prüfen, ob ihre eigenen Clients den Verschlüsselungsstandard unterstützen. Auch hier könnte ein eigenes Update bei den Clients notwendig sein.

Bessere Performance durch MariaDB?

MariaDB hat unter Laborbedingungen und Benchmarktests zwar immer wieder Hinweise auf eine bessere Performance gegeben, allerdings ist das immer nur relativ. Es hängt von vielen Faktoren ab, ob eine bestehende WordPress-Instanz nach dem Update schneller und performanter wird. Eine Garantie dafür gibt es nicht.

Zwar zeigt auch PHP 8 etwas bessere Performance-Daten, aber auch hier ist wichtig, ob das bestehende Webprojekt überhaupt insgesamt kompatibel ist. Es kann sein, dass Plugins und Themes noch nicht bereit sind für die neueste PHP-Version. In solchen Fällen ist es gut, dass man bei All-Inkl auswählen kann, welche PHP-Version man einsetzen möchte. Bloß auf viel zu alte Versionen sollte man allein schon aus Sicherheitsgründen verzichten.

Warum MariaDB?

Warum All-Inkl insgesamt auf MariaDB setzt, lässt sich nur erahnen. Vermutlich sind die Lizenzbedingungen und Möglichkeiten bei MySQL mittlerweile so eingeschränkt, dass man dann doch lieber auf MariaDB zugreift, dass vor allem für die Zukunft mit Weiterentwicklungen gut vorbereitet zu sein scheint.

MySQL gehört mittlerweile zu Oracle und die Community-Edition, die als Open Source weitergeführt wird, kommt schnell an die Grenzen. Entsprechend müssen Hoster und Shared-Space-Hoster größere Kosten stemmen, wenn sie alle Funktionen und Möglichkeiten der Datenbanksysteme nutzen wollen. Das kann ein wichtiger Grund für die aktuelle Änderung bei All-Inkl sein.

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