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Google Ads führt neues Verwarnungssystem ein

Werbeanzeigen sind das wichtigste Kerngeschäft von Google Ads. Doch immer wieder gibt es wegen der Anzeigen Ärger im Netzwerk. Nun hat Google Ads ein neues Verwarnungssystem angekündigt, dass ab September eingeführt werden soll. Das System soll schrittweise ausgebaut und auf verschiedene Bereiche erweitert werden. Google kommt damit Kritikern entgegen, die der Plattform einen zu laschen Umgang mit Richtlinienverstößen vorwerfen.

Google hat vor einigen Tagen seine Ads-Kunden per Mail angeschrieben und informiert über die Einführung eines neuen Verwarnungssystems ab dem 21. September 2021. Das System soll laut Mail in einer dreimonatigen Anlaufzeit für folgende Richtlinien eingeführt werden: „Unlauteres Verhalten ermöglichen“, „Nicht freigegebene Substanzen“, „Schusswaffen, Schusswaffenteile und ähnliche Produkte“, „Sprengkörper“, „Sonstige Waffen“ und „Tabak“.

Werbetreibende, die wiederholt gegen die Richtlinien von Google Ads verstoßen, müssen mit einem konsequenteren Vorgehen rechnen. Google wird nach eigenen Angaben gegen Richtlinienverstöße stärker vorgehen und diese auch ahnden. Mit der Einführung der Maßnahme wollen man dazu beitragen, dass die „sichere und positive Nutzererfahrung“ erhalten bleibe. Deshalb müssten Werbetreibende die Google Ads-Richtlinien einhalten.

Verwarnungen und Kontosperrungen

Wer sich nicht an die Richtlinien hält, wird künftig Verwarnungen durch Google erhalten. Werbetreibende werden dabei auch per E-Mail benachrichtigt. Laut Google führt der erste Richtlinienverstoß zu einer Warnung. Bei fortgesetzten Verstößen bekommen Werbetreibende dann die erste Verwarnung. Laut Google sind bis zu drei Verwarnungen (3 Strikes Regel) möglich. In der Konsequenz soll es vorübergehende Kontosperrungen geben. Nach der dritten Verwarnung ist eine dauerhafte Kontosperrung vorgesehen.

Google wird prüfen, ob nach temporären Sperren die beanstandeten Werbemaßnahmen korrigiert und die Verstöße behoben wurden. Für Werbetreibende bedeutet das neue Verfahren insgesamt mehr Aufwand. Wer wegen eines Richtlinienverstoßes verwarnt wird, muss die beanstandeten Fehler korrigieren und danach ein Bestätigungsformular ausfüllen, damit Anzeigen wieder geschaltet werden können. Wer nach einer Verwarnung nichts unternimmt, muss für mindestens 90 Tage mit der Sperre auskommen.

Google reagiert auf Kritik

Bei möglicherweise falschen Sperrungen und Verwarnungen sollen Einsprüche der Werbetreibenden möglich sein. Das neue Verwarnungssystem soll auf weitere Bereiche ausgedehnt und um Richtlinien ergänzt werden. Insgesamt reagiert Google mit dem neuen System auf scharfe Kritik am Anzeigengeschäft. Zwar hat Google im Anzeigengeschäft weiterhin deutliche Sprünge nach oben geliefert, allerdings ist die Branche immer stärker ins Visier öffentlicher Kritik geraten.

So werden über das Anzeigengeschäft auch immer häufiger Anzeigen geschaltet, die durchaus kontrovers und in manchen Ländern auch als illegal eingestuft werden können. Bisher gab es kaum Mechanismen – außer einer Sperre eines Accounts – dem habhaft zu werden. Das neue System schafft insofern einen neuen Prozess zum Umgang mit dem Thema. Doch löst es bei weitem nicht die eigentlichen Probleme. Problematische Werbung sollte eigentlich gar nicht erst ausgespielt werden.

Wird das Anzeigen-Problem bei Google dadurch gelöst?

Google verspricht sich durch das neue Verwarnungssystem eine Handhabe gegen unlautere und unerlaubte Werbung. Es bleibt abzuwarten, ob das neue System wirklich eine Verbesserung bringt. Für Werbetreibende mit fragwürdigen Geschäftspraktiken und Anzeigen dürfte es dennoch einen Mehraufwand bedeuten, bei Google weiterhin ungestört Anzeigen zu schalten.

Doch auch auf Publisher-Seite ist einiges im Argen. So haben viele seriöse Seiten auch immer wieder mit Werbeeinblendungen zu kämpfen, die von fragwürdigen Werbetreibenden ins Netz eingefügt werden. Eine händische Überprüfung wird umso schwieriger, je größer und frequentierter eine Website ist. Entsprechend schauen sich Publisher auch nach Alternativen um oder wechseln gar vom Anzeigengeschäft zum Affiliate- und Influencer-Marketing.

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AMP wird weniger wichtig für SEO

AMP (Accelerated Mobile Pages) genoss als HTML-Derivat viele Jahre lang eine gewisse Bevorzugung durch Google. Mit dem Page-Experience-Update nimmt Google AMP diese Vorteile wieder weg. AMP ist dadurch nicht tot. Für SEO wird AMP aber weniger wichtig.

Google hat AMP gepusht und bevorzugt

Ein Kunde aus dem Verlagswesen hat mich schon 2015 gefragt, was man machen könnte, um einen gewissen Vorteil gegenüber Mitbewerbern zu haben. Er hatte damals etwas von Facebook Instant Articles gehört. Ich riet ihm direkt davon ab, weil man damit die gesamte Kontrolle über seine Inhalte letztlich Facebook überlässt, es sich um ein geschlossenes System handelt und sich eine solche Entscheidung spätestens bei Problemen mit der Plattform wieder rächen könnte. Eine Alternative war damals bereits das von Google massiv unterstützte AMP-Project. Das würde auf jeden Fall wichtiger werden, habe ich vorausgesagt.

Im Laufe der Zeit hat Google die Accelerated Mobile Pages (AMP) attraktiver gemacht und gepusht. Wer früh auf den Trend gesetzt hat, hat sich immense Vorteile gegenüber der Konkurrenz verschaffen können. Wer den Trend verschlafen hat, musste Abstriche in der Sichtbarkeit hinnehmen. Beispielsweise ist es schon längere Zeit so, dass AMP-Seiten bei den Karussels in den Suchergebnisseiten bevorzugt angezeigt werden. Auch bei den mobilen Suchergebnissen können AMP-Seiten bevorzugt behandelt werden. Doch mit der Bevorzugung ist es sehr bald schon wieder vorbei.

AMP hat für einen Qualitätsverlust gesorgt

Google hat wie viele Kritiker erkannt, dass die Bevorzugung zwar zu einer Verbreitung der Technologie aber nicht zur Lösung des ursprünglich angedachten Zieles beigetragen hat. Neben der Geschwindigkeit hat vor allem die Qualität in den Suchergebnissen und auch bei den Google-News abgenommen. Stattdessen konnten von den Vorteilen profitieren, wer technisches Wissen und technischen Unterbau aufstellen konnte. Und für SEO bedeutete AMP einen gewissen sinnfreien Mehraufwand.

Anstelle von qualitativen Inhalten und Content-Marketing stand plötzlich die Technik im Fokus und versprach schnellen und dauerhaften Erfolg bei der Suchmaschinenoptimierung. Die Auswüchse bei AMP sind aber mittlerweile so schlimm, das sie häufig zu längeren Ladegeschwindigkeiten führen, als bei konventionellen Webseiten. AMP war am Anfang ziemlich simpel und begrenzt in seinen Möglichkeiten ausgestattet. Je weiter AMP ausgebaut wurde, desto stärker wurden Skripte, Tracking und Ads eingebaut. Irgendwie musste sich die Technik ja finanziell lohnen.

Google nimmt AMP die Vorteile

Ab Mitte Juni wird das bereits im November 2020 angekündigte Page-Experience-Update von Google langsam und schrittweise eingespielt. Eigentlich sollte das „Update zur Nutzerfreundlichkeit von Seiten“ bereits früher am Start sein, doch die Dinge haben sich verzögert. Die Roadmap ist hingegen klar. AMP wird weniger wichtig und gewisse Vorteile wird es in Zukunft nicht mehr geben. Google führt unter anderem folgende Veränderungen auf:

  • Im Schlagzeilenkarussell werden AMP-Seiten nicht mehr bevorzugt
  • In Google News werden AMP-Seiten nicht mehr so stark bevorzugt
  • AMP-Logo wird für Inhalte nicht mehr eingeblendet
  • In der mobilen Google Suche werden AMP-Seiten nicht mehr so stark bevorzugt

AMP muss sich jetzt mit allen Seiten messen

Die wichtigste Änderung ist aber die Tatsache, dass sich AMP-Seiten ebenfalls künftig an den Messgrößen der „Web Vitals“ bewerten lassen müssen. Dabei haben AMP-Seiten durchaus einen Vorteil gegenüber anderen. Wenn AMP ordentlich und konform implementiert wurde, ist es bereits fit für die Web Vitals. Dennoch gibt es eine ausführliche Seite zum Thema, auf der sich prüfen lässt, ob die eigenen Inhalte für Web Vitals optimiert sind. Dort wird auch erklärt, dass rund 60 % aller AMP-Seiten bereits fit für das Update zur Nutzerfreundlichkeit sein könnten.

Und das könnte der Suchmaschinenoptimierung endlich wieder etwas mehr Bedeutung bringen. Denn jetzt geht es nicht mehr nur einfach darum irgendwelche Werte zu erfüllen und Seiten technisch blitzschnell zu machen. Das HTML-Derivat AMP wird endlich so bewertet, wie alle anderen Seiten auch. Die Privilegien fallen und so könnte sich im Internet doch noch das durchsetzen, was eigentlich immer mehr in Vergessenheit gerät: schnelle Seiten mit gutem Content.

AMP wird weniger wichtig für SEO

Insofern verliert AMP zwar seine Privilegien, dadurch gewinnt aber das Web. Die Web Vitals als Bewertungsfaktor dürften zunächst nicht dazu führen, dass es eine neue Ungleichheit gibt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich SEO Gedanken machen müssen, ob es Vorteile bringt auf ein HTML-Derivat zu setzen oder doch lieber in guten Content investiert werden sollte.

Zumindest beim letzten Punkt dürften wir in Zukunft durch das Page-Experience-Update mehr Einsatz und einen Mentalitätswandel bei SEO beobachten. AMP ist nicht mehr einfach nur ein Standard, der in vielen Branchen eingesetzt werden muss, wenn man Sichtbarkeit schaffen möchte. Es wird also auch weniger wichtig für SEO, die sich nicht mehr um verschiedene Aufbereitungen und Formate kümmern müssen. Denn gute Ergebnisse hängen nicht mehr vom HTML-Derivat ab. Es geht wieder um guten Content.

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Auto Ads: Google Adsense einfach auf Websites einbauen

Google hat seine Adsense Auto Ads überarbeitet und nach eigenen Angaben deutlich verbessert. Die Integration und Einbindung auf Websites ist jetzt einfacher. Interessanter sind die neuen Anpassungs- und Test-Möglichkeiten. In diesem Beitrag zeigen wir außerdem wie man Auto Ads als „Anzeige“ oder „Werbung“ per CSS kennzeichnen kann.

Google Auto Ads – nach dem Update

Ich habe mir die neuen Funktionen von Google Auto Ads genauer angeschaut und ausführlich getestet. Automatische Anzeigen von Google waren auch auf diesem Blog und in diversen externen Projekten im Einsatz. Die Künstliche Intelligenz (KI) hinter der Schaltung von Anzeigen funktioniert weiterhin ziemlich gut. Darstellung und Einbindung der Werbung erfolgt an Stellen, wo diese auch sinnvoll sind. Die Anzeigen fügen sich nahtlos in das Design oder den Text ein.

Allerdings können die Positionen, in denen Werbung erscheint, durchaus aus ästhetischen Gründen störend sein. Anders als klassische Anzeigenblöcke oder Anzeigen-Formate lassen sich Auto Ads kaum beeinflussen. Das führt dazu, dass die Werbung zwar ausgespielt und eingebunden wird, aber man so gut wie gar keine Möglichkeit hat, diese überhaupt in irgendeiner Form zu beeinflussen. Mit den jüngsten Updates in Bezug auf Adsense Auto Ads gibt es für Werbetreibende jetzt aber mehr Möglichkeiten.

Einfacheres Setup, mehr Anpassungsmöglichkeiten, besseres Reporting und Experimente bei Adsense Auto Ads

Auto Ads funktionieren jetzt über alle eingebundenen Adsense Codes für Werbeanzeigen. Eine erneute Einbindung von Code ist nicht notwendig. Auf neuen Websites kann man den Code einfach hinzufügen und muss dann nur noch die Funktion für Auto Ads einschalten. Man kann über URLs eine Liste (Seitenausschlüsse) erstellen und damit bestimmen, wo keine automatischen Anzeigen geschaltet werden sollen. Dabei kann man einzelne Seiten oder ganze Seiten-Abschnitte ausschließen. Einstellungen können hier auch übersichtlich für jede Website eingesehen werden.

Google ermöglicht über eine Vorschau, wie Auto Ads auf der eigenen Website aussehen können. Anzeigenplatzierungen können in der Vorschau auch entfernt werden. Auto Ads generiert dann sofort eine neue Platzierung, die man überprüfen kann. Außerdem kann man festlegen, welche Anzeigenformate überhaupt auf der eigenen Website genutzt werden sollen, einschließlich passender Inhalte. Ebenso kann man über einen Schieberegler bestimmen, wie viele Auto Ads auf den Seiten angezeigt werden sollen.

Google verspricht mit den Updates auch ein verbessertes Reporting, dass die Leistung zwischen Auto Ads und eigenen Anzeigenblöcken nebeneinander darstellen soll. Darüber hinaus sollen auch eigene Experimente möglich sein, damit Nutzer, die Auto Ads auch verbessert und diverser testen können. Interessant ist dies vor allem für Power-Nutzer, die über A/B-Tests beste Platzierungen und Leistungen für Anzeigen austesten wollen.

Datenschutz und Kennzeichnung: Einsatz von Adsense kann abgemahnt werden

Schon vor Einführung der DSGVO hat es immer wieder Abmahnungen gegen Websitebetreiber gegeben, die Google Adsense im Einsatz hatten. Oft waren unzureichende Kennzeichnungen oder fehlende Angaben auf der Website ein Grund. Die folgende Auflistung stellt keine Rechtsberatung dar. Es ist eine Zusammenfassung verschiedener weitestgehend generell als rechtlich geklärt geltender Dinge:

  • Wer Adsense nutzt, gilt als Unternehmer!
  • In der Folge sind Impressum, Disclaimer und Datenschutzerklärung eine Pflicht.
  • Anzeigen müssen als solche mit dem Wort „Anzeige“ oder „Werbung“ gekennzeichnet werden.
  • Seit Einführung der DSGVO stellt Google selbst klare Bedingungen an den Einsatz
    • So muss eine Datenschutzerklärung auch Angaben zu Google Ads und zu den möglichen Datenverarbeitungen enthalten
    • Opt-In und Hinweise auf Cookies
    • Opt-Out muss ebenfalls möglich sein
  • Die DSGVO und auch die Regelungen zur e-privacy setzen voraus, dass bei Schaltung von Anzeigen Nutzer einer Website per Opt-In Cookies zulassen müssen. Hierzu gab es auch erst kürzlich einige Hinweise vom Europäischen Gerichtshof. Die Auswirkungen sind noch abzuwarten, da sie erst noch in nationales Recht gegossen werden müssen. Es gilt aber unter Experten als aktuell sicher, dass ein Opt-In eigentlich eine Pflicht darstellt.

Eine ausführliche Auflistung, wie man Adsense einigermaßen Datenschutzkonform auf der eigenen Website einbinden kann, findet sich beispielsweise im Beitrag von Sören Siebert auf der Website e-recht24 oder dem Beitrag von Thomas Schwenke auf der Kanzlei-Seite. Wer ganz sichergehen möchte, sollte sich rechtlichen Beistand holen. Auch das ewige Thema um Cookies und die neue Privacy-Verordnung wird eine wichtige Rolle spielen.

Auto Ads automatisch mit „Anzeige“ oder „Werbung“ kennzeichnen

Ein Makel an Auto Ads bleibt, dass die Kennzeichnung von Werbung weiterhin dem Webmaster überlassen bleibt. Im Kommentar unter diesem Beitrag hat Frank darauf aufmerksam gemacht, dass man jedoch einfach per CSS und „content“ Code vor oder nach der Anzeige vorschalten kann. Ich habe daraufhin einen einfachen Code geschrieben, der eventuell auch für andere nützlich sein könnte.

Damit lässt sich vor oder nach Anzeigen das Wort „Anzeige“ oder „Werbung“ einbinden. Damit werden Auto Ads zumindest entsprechend markiert. Denn auch hieran verzweifeln viele Webmaster, weshalb sie Auto Ads erst gar nicht einsetzen. Der Code dafür ist in meinem Github Repository angeführt. Wichtig: Die Klasse wird standardmäßig von Adsense überschrieben. Der Text kann entsprechend nur mittig platziert werden, es sei denn man setzt entsprechend einen CSS-Befehl per important ein.

/*
Google AutoAds sind problematisch, weil sie nicht das Wort "Anzeige" aufführen können.
Um diesen Schönheitsfehler auszubügeln kann man allerdings per CSS die Klasse ansprechen,
die bei jeder Ausgabe von Google AutoAds eingebunden wird.
und per Befehl "content" vor oder nach der Anzeige das Wort "Anzeige" einbinden. 
Die unteren CodeZeilen zeigen genau diesen Prozess.
*/

*/Erst die Klasse ansprechen:*/
.google-auto-placed {
	font-size: 12px;
	font-family: "Arial",sans-serif;
	font-style: italic;	
}

/*Dann den Text per Content nach der Anzeige einbinden*/
.google-auto-placed::after {
    content: "Anzeige";
}

/*Oder den Text per Content vor der Anzeige einbinden*/
.google-auto-placed::before {
    content: "Anzeige";
}

Ihr dürft das CSS gerne verwenden, anpassen und benutzen. Ich freue mich über Feedback und auch neue Möglichkeiten und Hinweise!

Dieser Beitrag ist eine überarbeitete und neue Fassung des ursprünglichen Artikels vom Februar 2018. Der Beitrag wurde um die jüngsten Updates und Neuerungen bei Google Auto Ads ergänzt und erweitert.