Sowohl das Magazin t3n als auch SEO-Südwest machen in jeweils eigenen Beiträgen auf die letzte englische Google SEO office-hours vom 12. November 2021 mit John Müller aufmerksam. Darin erklärt Müller, dass es durchaus sinnvoll sein kann, bestimmte Textabschnitte oder einzelne Wörter fett bzw. kursiv in einem HTML Dokument zu maskieren. Dabei ist es irrelevant, ob man dafür die HTML-Tags strong oder b (fett) verwendet bzw. i oder em (kursiv) nutzt.

Der Google-Crawler kann alle Formatierungen auslesen und der Algorithmus kann eine Maskierung unter bestimmten Umständen richtig zuordnen. Die von Müller angesprochene Technik wird seit Jahren zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) verwendet. In der Szene war man sich länger einig darüber, dass es einen Mehrwert bietet, bestimmte wichtige Keywords oder Textpassagen zu kennzeichnen. Auch aus Marketing-Sicht und aus Sicht der Lesbarkeit eines Textes sind solche Änderungen sinnvoll.

Bringt es der SEO etwas, Texte fett oder kursiv zu maskieren?

Doch die entscheidende Frage ist, ob es wirklich etwas bringt fett oder kursiv zu maskieren. Müller sich hat natürlich unverbindlich ausgedrückt und die Praxis sieht häufig anders aus und ist nicht so einfach gestrickt, wie man sich das gerne vorstellt. Wenn man jetzt anfängt wild umher in einem Text bestimmte Wörter fett oder kursiv zu setzen oder Textpassagen entsprechend zu maskieren, wird das vermutlich nicht von Erfolg gekrönt sein. Es könnte unter Umständen sogar schädlich für eine Seite sein. Die Technik muss zielgerichtet eingesetzt werden und im Fokus sollten die Leser*innen stehen.

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English Google office-hours (12.11.2021) – ab ca. Minute 40 geht John Müller auf das Thema fett und kursiv ein.

In den vergangenen Jahren hat es immer wieder Projekte gegeben, in denen ich die Technik verwendet habe und wo diese funktioniert hat und wo sie nicht funktioniert hat. Dabei konnte ich zumindest für mich ein paar Lektionen zum Thema erarbeiten:

  • Der Textabschnitt oder das Keyword sollten auch wirklich zum gesamten Content (Inhalt) gehören und nicht einfach willkürlich gesetzt worden sein.
  • Keywords oder Textpassagen, die ohne Bezug zum Inhalt fett oder kursiv maskiert werden, funktionieren nicht.
  • Mit dem maskieren als fett oder kursiv signalisiert man Leser*innen eine Intention auf ein wichtiges Wort oder wichtigen Textteil. Dieser muss auch entsprechend angenommen werden.
  • Eine ordentliche Textlänge, das Setzen von Zwischenüberschriften und eine gute Aufteilung und Sortierung des Textes sind Voraussetzungen, damit die Methode auch für eine zusätzliche Verbesserung sorgen kann.
  • Man sollte darauf achten, dass man in der Verwendung der Methode immer gleich handelt. Mal in einem Text was fett und in einem anderen Text etwas kursiv setzen führte bei mir bei zwei Projekten zu Problemen. Stetigkeit ist der Schlüssel.
  • Nichts muss, alles kann. Manchmal kann aber auch das Setzen eines unwichtigen Teils für Verwirrung sorgen. Daher lieber sparsam mit der Technik umgehen.
  • Immer daran denken: Man erstellt Content für die User*innen und nicht für die Suchmaschine.

Fazit zum Thema fett und kursiv bei Texten

Wo immer ich solche Setzungen mit den Maßgaben von oben vorgenommen habe, hat es auch häufig sehr gut funktioniert. Wichtig ist, dass diese Form der Optimierung nur einen zusätzlichen und kleinen Effekt bringen kann. Man wird nicht allein wegen einer solchen Änderung plötzlich ganz oben für ein bestimmtes Suchwort ranken. Dafür gibt es bessere und wichtigere Faktoren, die man nutzen sollte.

Aus meiner Sicht aber gar nicht zu unterschätzen und ganz wichtig: Der Schritt erhöht die Lesbarkeit eines Textes, wenn es ordentlich gemacht wird und schafft so einen Mehrwert. Wer jedoch viel zu viel von der Technik verwendet, darf sich nicht wundern, wenn man abgestraft wird (auch das ist mir passiert). Ich kann empfehlen in kleinen und gezielten Dosen auf diese Methode gerade bei wichtigen Inhalten zurückzugreifen – als eine Ergänzung zu wichtigen Maßnahmen.

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