Wenn ein Beitrag auf Social Media geteilt wird, entscheiden nur wenige Sekunden, ob jemand klickt oder weiterscrollt. Ein Vorschaubild erhöht in den meisten Fällen die Wahrscheinlichkeit für eine Interaktion. Als Schnittstelle zwischen Content und dem Zielpublikum ist ein Vorschaubild daher oft mehr als Dekoration: Ein gutes Bild signalisiert Qualität, stärkt die Markenwahrnehmung (Brand) und beeinflusst sowohl die Klickrate (CTR) als auch die Reichweite (Impressions).
Gerade routinierte Marketing-Leute kennen das Problem: Ändert man aus Qualitätsgründen das Bild auf der Website und postet den Link erneut, zeigen Facebook und Co. trotzdem das alte Motiv. Häufig stehen viele dann vor einer Blackbox, weil sie nicht verstehen, was los ist. Und man fragt, wie es so in Unternehmen ist, auch herum, ob jemand weiß, was man da tun kann. Manchmal landet man dann auch mit solchen Anliegen bei mir. (Ich bin SEO-Manager, aber auch Marketing-Generalist.)
Metadaten, auch Bilder, werden zwischengespeichert
Die Ursache für solche Probleme liegt fast immer in zwischengespeicherten Metadaten. Plattformen wie Facebook, LinkedIn, X (früher Twitter) oder auch Dienste wie Microsoft Teams oder Slack greifen für Vorschaubilder in sog. Preview-Links auf Open-Graph-Tags zu. Mit diesen Tags werden Titel, Beschreibung und Bild aus einem Link ausgelesen. Gerade in der Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig, diese Open-Graph-Tags auch zu füllen, damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt und Standards eingehalten werden.
Diese og:image-, og:title– und og:description-Tags werden von den Crawlern der Plattformen beim allerersten Teilen einer URL gespeichert (gecacht). Diese Speicherung ist häufig für ziemlich lange Zeit bestimmt. In manchen Fällen sogar mehrere Jahre. Eine spätere Änderung auf einer Website wird daher häufig auch nicht erkannt, weil der ursprüngliche Eintrag im Cache verblieben ist – auf der Plattform, auf Servern oder im Browser.
Wie vorgehen, um Vorschaubilder zu aktualisieren?
Um die richtige Vorschau anzuzeigen, lohnt es sich, einen klaren Prozess zu haben. Dabei können bereits SEO-Tools im genutzten CMS unterstützen (indem sie zeigen, wie ein Post auf den gängigen Plattformen ausgespielt würde). Auch der Rückgriff auf Tools wie Meta Tags.io oder der direkte Blick in den (gerenderten) Seitenquelltext können helfen, den Status quo zu überblicken.
Jetzt muss das neue Vorschaubild sauber eingebunden werden. Wichtig sind natürlich der korrekte Pfad und die passenden Dimensionen (Größen). Für jede Plattform gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Einen Überblick über passende Formate für jede Plattform gibt es beispielsweise auf pixx.io.
Nachdem das Bild ersetzt wurde, sollten alle relevanten Caches geleert werden – das umfasst auch den Browsercache, das eventuell vorhandene CDN und ggf. auch serverseitige Caches. Erst danach sollten die Plattformen dazu angestoßen werden, den Link erneut zu crawlen.
Kein einheitliches Tool – jede Plattform mit eigenen Lösungen
Jede größere Plattform stellt für solche Fälle ein Tool bereit. Einiges ist jedoch tricky und nicht immer sofort ersichtlich. Fangen wir mit den einfachen Dingen an.
- Der Facebook Sharing Debugger zeigt, welche Metadaten Facebook zu einem Link gespeichert hat, und ermöglicht, die URL bei Bedarf erneut zu scrapen. Außerdem werden alle Open-Graph-Tags, die erkannt wurden, aufgelistet.
- Der LinkedIn Post Inspector funktioniert ähnlich und aktualisiert die dort verwendeten OG-Daten.
- Auch der X (Twitter) Card Validator liest die Metadaten neu ein und hilft, fehlerhafte Cards zu identifizieren. Allerdings ist es häufig nicht möglich, OG-Daten zu aktualisieren. Hier gibt es einen einfachen Workaround. Man kann einen eigenen Link z. B. über bit.ly verkürzen und dann neu einlesen lassen. Das hilft häufig, die OG-Daten auch auf X zu aktualisieren.
Microsoft Teams und Slack sind Sonderfälle
Auch in Chats von Microsoft Teams werden Open-Graph-Metadaten bei der Vorschau für Links genutzt. Doch Teams cached Vorschaubilder besonders hartnäckig. Wenn ein Link einmal geteilt wurde, bleibt das ursprüngliche Bild häufig bestehen – selbst wenn die Website inzwischen aktualisiert wurde.
Pro-Tipp, der häufiger funktioniert, als man denkt: Es gibt keine offizielle Möglichkeit, diesen Cache zu leeren oder eine Vorschau neu manuell anzufordern. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass nach dem Kauf von LinkedIn durch Microsoft es auch möglich ist, über den Post-Inspector die Vorschaubilder in Teams zu aktualisieren. Man muss nur, nachdem man mit dem Post-Inspector die Seite überprüft hat, etwas länger (5 Minuten) warten.
Die häufig sonst eingesetzte praktikable Lösung besteht darin, den Link in einem neuen Chat oder in einem anderen Kanal-Thread erneut zu posten und zu hoffen, dass er dieses Mal richtig angezeigt wird. In den meisten Fällen dürfte Teams dann eine frische Vorschau – basierend auf den aktuellen Metadaten der Seite. In einem bestehenden Chat oder Thread bleibt das alte Vorschaubild häufig jedoch dauerhaft bestehen.
Ähnlich funktioniert das Ganze auch für Slack. Allerdings kann man hier mehr steuern. Beispielsweise kann man an eine URL mit einem älteren Vorschaubild auch einen Parameter wie ?refresh=1 am Ende des Links hinzufügen, bevor man diesen erneut teilt. Außerdem bietet Slack Möglichkeiten an, solche Vorschauen in den persönlichen Einstellungen zu ändern. Insgesamt ist es immer einen Versuch wert, einen Link aus einem Chat und die Vorschau zu entfernen und wieder den Link zu posten.
Fazit: Vorschaubilder immer aktuell halten
Vorschaubilder sind kein kosmetisches Detail, sie können über Erfolg und Misserfolg auf Social Media bestimmen. Wer gerade mit der Pflege von Websites beschäftigt ist, kümmert sich gerade wegen der technischen Pflege der Markenbekanntheit im digitalen Raum auch um solche Themen. Gleichzeitig tragen Vorschaubilder dazu bei, dass Inhalte, Links und die Marke auch konsistent präsentiert und visuell ansprechend ausgeliefert werden.
Wer die Mechanik hinter den Open-Graph-Tags und Caches besser versteht, spart sich außerdem peinliche Fehldarstellungen und wirkt nach außen professioneller – auf Social Media ebenso wie in Tools, die längst fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags sind.