Qurʾān-Tagebuch

Seit ich denken kann, lese ich den gnadenreichen Qurʾān al Karim. Und doch, diese Idee ist jetzt etwas neu. Bisher habe ich meine Lesungen nur wenig öffentlich gemacht, meine Gedanken oder Notizen zu den verschiedensten Āyāt (Verse, Zeichen) nur selten geteilt. In diesem Beitrag, der sporadisch, vielleicht auch aktuell gepflegt wird, will ich diesen Umstand ändern. Ich teile hier drin die Verse, die mich irgendwie besonders angesprochen haben, meine Gedanken und Notizen und manchmal auch tiefer gehende Hintergründe. Es soll mir eine Stütze sein, in meinem Bedürfnis nach spiritueller Ausgeglichenheit, nach Erkenntnissen aus dem Qurʾān und über den Qurʾān selbst. Vielleicht findet sich hier auch etwas für den geneigten Leser oder die geneigte Leserin.

#freedeniz

Gemeinsam mit rund 50 jungen Menschen war ich im vergangenen Jahr unterwegs zu einer Veranstaltung. Während der Busfahrt wurden, wie üblich, viele verschiedenen Themen angesprochen. Irgendwann kamen wir auf das Thema Deniz Yücel. Der ehemalige taz-Kolumnist und spätere WELT-Korrespondent saß zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Wochen im türkischen Knast. Eine Anklageschrift gab es nicht und es war nicht klar, was genau Yücel überhaupt vorgeworfen wurde. Wir diskutierten ziemlich kontrovers. Ich machte aus meiner Haltung keinen Hehl: Deniz Yücel saß für mich zu Unrecht im Gefängnis.

Zwei Seiten pro Tag…

Viele Menschen sprechen zu Jahresbeginn über ihre guten Vorsätze für das neue Jahr. Ich tue das auch und gerne. Vorsätze sind wichtig, damit man ein Ziel vor Augen hat. Man kann darauf zuarbeiten. Und man freut sich, wenn man dieses Ziel erreicht hat. Seit einigen Jahren gibt es für mich immer drei Vorsätze. Der erste ist es, den Qur’an al Karim vollständig auf Arabisch einmal gelesen zu haben. Der zweite ist es, die Übersetzung des Qur’an al Karim vollständig auf Deutsch oder Türkisch gelesen zu haben. Und der dritte Vorsatz ist es, den Qur’an al Karim während des gnadenreichen Monats Ramadan einmal vollständig auf Arabisch gelesen zu haben.

Koran erklärt im Deutschlandfunk: Beitrag fordert Intoleranz gegenüber Muslimen

Die Sendereihe „Koran erklärt“ im Deutschlandfunk gehört zu meinen liebsten Programmen im öffentlich-rechtlichen Hörfunk. Mit der Sendereihe haben die Macher durchaus einen Coup gelandet, weil sie kontroversen Erläuterungen und Diskussionen zu Koran-Versen und Suren einen Raum geben, den es so bisher in Deutschland nicht gab. Gleichzeitig profitieren die Hörerinnen und Hörer von Beiträgen, die fundiert Diskussionen und Interpretationen Raum geben. Ich höre die Reihe seit Beginn der Ausstrahlung und finde sie anregend. Man merkt sehr häufig, wie liebevoll gestaltet die Reihe eigentlich ist. Fern von den mit Vorurteilen behafteten Debatten in Deutschland bereichern uns die Beiträge um eine neue Perspektive und eine neue Herangehensweise im Lesen und Verstehen des Qur’an. Damit leistet die Reihe eigentlich einen Beitrag zum sog. Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Medien. Doch der heutige Beitrag (09.02.2018) von Prof. Dr. Otto Jastrow von der Universität Tallinn (Estland) gehört eindeutig nicht in diesen Kreis und schon gar nicht zu diesem hohen Anspruch.

#LiesEinBuch – Was liest du?

Ich liebe es mich in Bücher zu vertiefen und einfach mal etwas neues kennen zu lernen. Deshalb hab ich mal vor einiger Zeit den Hashtag #LiesEinBuch eingebracht. Es ist eine Aufforderung an alle Lesemuffel, sich mal wieder ein Buch zu schnappen und was neues kennen zu lernen. Dieser Beitrag soll den Gedanken weiterführen und meine eigene Liste aktuell zeigen.

Rückblick: NMA-Themenabend – Medizinethik im Islam

Am Freitag (02.02.2017) fand im Kuppelraum der Islamischen Gemeinde Hamburg – Centrum Moschee e.V. der Themenabend des Netzwerks Muslimischer Akademiker (NMA) mit einem Vortrag von Dr. Mahmud Martin Kellner zum Thema „Medizinethik im Islam – Organtransplantation, Sterbehilfe etc. zwischen Text und Kontext“ statt. Mehr als 50 Personen sind den Ausführungen von Dr. Mahmud Kellner, der als Vertretungsprofessor für Koranexegese am Institut für Islamische Theologie (IIT) an der Universität Osnabrück lehrt, gefolgt und haben im Anschluss Fragen gestellt.

SCHURA Hamburg, die IGMG und Mustafa Yoldaş: Rücktritt? Bitte die Anderen zuerst!

Ich mag Mustafa Yoldaş. Als Mensch ist er eigentlich richtig nett, als Funktionär eine Niete und als Schura-Vorsitzender schon länger untragbar. Und dennoch: Der Mann nötigt mir immer wieder Respekt ab, weil er überhaupt im Amt bleiben konnte. Am 28. Juni 2017 habe ich das letzte Mal Mustafa Yoldaş, der Führung der IGMG und des Islamrates, Vorstandsmitgliedern des Bündnisses der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland (BIG) und der SCHURA Hamburg einen brisanten Text per Mail zukommen lassen. Ich habe erwartet, dass es nach diesem Text Konsequenzen geben würde und die Ära Mustafa Yoldaş endlich sang und klanglos beendet wird. Das ist ausgeblieben.