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Aqida at-Tahawiyya verstehen (3): Allah ist ohne Anfang und ohne Ende

Lektion 3 - Aqida at-Tahawiyya: "Allah ist nicht entstanden. Seine Existenz hat keinen Anfang und wird niemals enden."

Alles, was ich auf dieser Welt kenne, hat einen Anfang. Menschen werden geboren, Gedanken entstehen, Sterne bilden sich und selbst ganze Ordnungen, die für uns unveränderlich wirken, sind irgendwann entstanden.

Imam Abu Dschaʿfar at-Tahawi zieht an dieser Stelle eine klare Grenze zwischen Allah (swt) und allem Geschaffenen: Allah ist nicht entstanden. Seine Existenz hat keinen Anfang und wird niemals enden.

Dieser Gedanke wirkt zunächst leicht verständlich. Doch sobald ich versuche, ihn wirklich zu erfassen, stoße ich an die Grenzen meiner eigenen Vorstellungskraft. Ich denke zwangsläufig in Zeiträumen, Anfängen und Abläufen. Genau diese Kategorien treffen auf Allah (swt) jedoch nicht zu.

Der dritte Glaubenssatz

Arabischer Text

قَدِيمٌ بِلَا ابْتِدَاءٍ، دَائِمٌ بِلَا انْتِهَاءٍ، لَا يَفْنَى وَلَا يَبِيدُ

Umschrift

Qadīmun bi-lā ibtidāʾ, dāʾimun bi-lā intihāʾ, lā yafnā wa-lā yabīd.

Nahe Übersetzung

Anfangslos ohne Beginn, fortdauernd ohne Ende; Er vergeht nicht und hört nicht auf zu bestehen.

Lesbare Übersetzung

Allah existiert ohne Anfang und bleibt ohne Ende. Er vergeht nicht und hört niemals auf zu bestehen.

Diese Worte folgen im arabischen Grundtext der Aqida at-Tahawiyya unmittelbar auf die Aussagen über Allahs Einheit, Unvergleichbarkeit und vollkommene Macht.

„Anfangslos ohne Beginn“

At-Tahawi verwendet zunächst das Wort qadīm.

Im gewöhnlichen arabischen Sprachgebrauch kann es „alt“ oder „seit langer Zeit bestehend“ bedeuten. Eine solche Übersetzung würde an dieser Stelle jedoch zu kurz greifen. Allah (swt) ist nicht einfach sehr alt. Er existiert nicht seit einer unvorstellbar langen Zeitspanne, die irgendwann begonnen hat.

Deshalb ergänzt at-Tahawi ausdrücklich:

bi-lā ibtidāʾ – ohne Beginn.

Allahs Existenz reicht nicht nur besonders weit in die Vergangenheit zurück. Sie hat überhaupt keinen Anfang.

Alles Geschaffene ist irgendwann vom Nichtsein ins Sein gelangt. Ein Mensch wird geboren. Ein Gegenstand wird hergestellt. Ein Gedanke entsteht. Ein Zustand tritt ein. Auch die Welt selbst existiert nicht aus eigener Notwendigkeit.

Von Allah (swt) kann dagegen nicht gesagt werden, dass Er irgendwann geworden sei.

Er wurde nicht hervorgebracht. Er ist nicht aus etwas anderem entstanden. Er besitzt weder einen Erzeuger noch einen Schöpfer. Seine Existenz wurde Ihm nicht von einem anderen verliehen.

Allah (swt) ist nicht verursacht. Er ist derjenige, von dem alles andere letztlich abhängt.

Allah ist der Erste

Der Qurʾān beschreibt Allah (swt) als al-Awwal, den Ersten:

„Er ist der Erste und der Letzte, der Offenbare und der Verborgene. Und Er weiß über alles Bescheid.“

Sure al-Hadid, 57:3

Wenn Allah (swt) „der Erste“ genannt wird, bedeutet das nicht, dass Er das erste Glied innerhalb einer langen zeitlichen Reihe wäre.

Er ist nicht irgendwann als Erster erschienen, bevor anschließend die übrige Schöpfung entstand. Vielmehr existiert Er, ohne dass Seiner Existenz ein Anfang vorausging.

Der Prophet Muhammad (saw) erklärte diese Bedeutung in einem Bittgebet:

„Du bist der Erste, und nichts war vor Dir. Du bist der Letzte, und nichts ist nach Dir.“

Die vollständige Überlieferung findet sich in Sahih Muslim, Hadith 2713a.

Damit wird die Aussage at-Tahawis sehr präzise zusammengefasst:

Allah ist der Erste, ohne einen Beginn zu haben.

Was war vor Allah?

Die Frage wird häufig gestellt, beruht aber auf einer falschen Voraussetzung.

Wer fragt, was vor Allah gewesen sei, behandelt Allah gedanklich wie ein entstandenes Wesen innerhalb der Zeit. Für alles Geschaffene ist die Frage nach einem Davor sinnvoll. Bei Allah (swt) trifft diese Kategorie nicht zu.

Ein Hadith in Sahih al-Buchari berichtet, dass Allah existierte, als außer Ihm noch nichts vorhanden war. Erst danach erschuf Er die geschaffene Ordnung. Die Überlieferung ist unter Sahih al-Buchari 3191 nachzulesen.

Allah (swt) ist also nicht aus einer früheren Wirklichkeit hervorgegangen. Es existiert kein Wesen und kein Prinzip hinter Ihm, durch das Seine Existenz erklärt werden müsste.

Die Frage nach der Ursache endet bei Allah nicht willkürlich. Sie endet dort, weil Allah kein abhängiges und entstandenes Wesen ist.

Weshalb eine endlose Reihe von Ursachen nichts erklärt

Alles, was entsteht, benötigt einen Grund dafür, weshalb es existiert und weshalb es gerade so existiert, wie es existiert.

Angenommen, jedes Ding wäre ausschließlich durch ein früheres Ding verursacht worden. Dieses frühere Ding wäre wiederum von einem noch früheren abhängig und so weiter.

Dann wäre die eigentliche Frage nicht beantwortet, sondern nur immer weiter verschoben:

Warum existiert überhaupt etwas?

Eine ausschließlich aus abhängigen Gliedern bestehende Reihe erklärt nicht ihre eigene Existenz.

Man kann sich eine Kette vorstellen, bei der jedes Glied an einem anderen hängt. Wenn aber kein Glied selbst befestigt ist, hängt am Ende die gesamte Kette an nichts.

Die geschaffene Wirklichkeit verweist deshalb auf einen letzten Grund, dessen Existenz nicht wiederum von etwas anderem abhängt.

Die Theologie spricht in diesem Zusammenhang von der notwendigen Existenz Allahs. Auf Arabisch kann dies als wudschūb al-wudschūd bezeichnet werden: die Notwendigkeit der Existenz.

Wird Allah selbst als der notwendig Existierende bezeichnet, lautet der Ausdruck wādschib al-wudschūd.

„Notwendig“ bedeutet hier nicht, dass eine äußere Macht Allah zum Existieren zwingt. Gemeint ist das genaue Gegenteil: Seine Existenz stammt nicht von einem anderen. Nichtsein, Entstehung und Abhängigkeit sind für Ihn ausgeschlossen.

War Allah vor der Zeit?

Auch diese Frage lässt sich nur mit einer sprachlichen Einschränkung beantworten.

Das Wort „vor“ bezeichnet normalerweise bereits ein zeitliches Verhältnis. Wir sprechen von einem Ereignis vor einem anderen Ereignis, von gestern vor heute oder von einer Zeit vor unserer Geburt.

Allah (swt) ist jedoch auch der Schöpfer der zeitlichen Ordnung.

Wenn ich sage, Allah habe „vor der Schöpfung“ existiert, meine ich deshalb nicht, dass Er während einer unendlich langen Zeitspanne auf die Erschaffung der Welt gewartet habe.

Ein solches Bild würde voraussetzen, dass die Zeit bereits unabhängig von der Welt existiert und Allah gewissermaßen innerhalb dieser Zeit lebt.

Treffender ist:

Allahs Existenz ist nicht von der Welt abhängig. Die Welt dagegen ist vollständig von Ihm abhängig.

Es gab keinen Zeitpunkt, an dem Allah nicht existierte und anschließend zu existieren begann. Zeit ist keine übergeordnete Macht, die Allah umschließt. Sie gehört zur geschaffenen Wirklichkeit.

Die hanafitisch-maturidische Perspektive

Aus hanafitisch-maturidischer Sicht gehört die Anfangslosigkeit Allahs notwendig zu Seiner Göttlichkeit.

Wäre Allah (swt) irgendwann entstanden, müsste auch bei Ihm gefragt werden:

Wer brachte Ihn hervor? Weshalb entstand Er gerade zu diesem Zeitpunkt? Wer bestimmte Seine Eigenschaften? Was entschied darüber, dass Er so und nicht anders existierte?

Ein entstandenes Wesen wäre abhängig. Es könnte deshalb nicht der letzte Grund für die Existenz aller anderen Dinge sein.

Die maturidische Theologie unterscheidet daher grundsätzlich zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung.

Allahs Existenz ist:

  • unerschaffen,
  • unabhängig,
  • anfangslos,
  • nicht verursacht.

Die Existenz der Schöpfung ist dagegen:

  • erschaffen,
  • abhängig,
  • begonnen,
  • durch Allah ermöglicht.

Diese Grenze kann nicht durch ein besonders hohes Alter überwunden werden. Auch etwas, das seit Milliarden von Jahren existiert, bleibt geschaffen. Eine unvorstellbar lange Dauer macht ein Wesen nicht anfangslos.

Allah (swt) ist also nicht deshalb der Schöpfer, weil Er früher als alles andere entstanden wäre.

Er ist der Schöpfer, weil Er überhaupt nicht entstanden ist.

Ist al-Qadim ein Name Allahs?

At-Tahawi verwendet qadīm als theologische Beschreibung für Allahs Anfangslosigkeit.

Der Qurʾān nennt Allah (swt) ausdrücklich al-Awwal, den Ersten. Deshalb waren einige Gelehrte zurückhaltend damit, al-Qadīm als eigenständigen offenbarten Namen Allahs zu behandeln.

Sie lehnten die Bedeutung nicht ab. Sie bevorzugten lediglich den eindeutig im Qurʾān und in der Sunnah belegten Namen al-Awwal.

Andere Theologen verwendeten al-Qadīm als etablierten Fachbegriff. Gemeint war dabei niemals, Allah sei im gewöhnlichen Sinn besonders alt. Der Begriff bezeichnete ausschließlich Seine Anfangslosigkeit.

Der Unterschied betrifft daher vor allem die Art der Benennung:

Die Aussage, dass Allah keinen Anfang besitzt, gehört zur gemeinsamen sunnitischen Glaubenslehre. Diskutiert wird lediglich, ob al-Qadīm als eigenständiger Gottesname oder besser als erklärende theologische Beschreibung verwendet werden sollte.

Für das Verständnis des Textes genügt zunächst:

At-Tahawi beschreibt Allah nicht als sehr alt, sondern als vollkommen anfangslos.

„Fortdauernd ohne Ende“

Anschließend bezeichnet at-Tahawi Allah (swt) als dāʾim: fortdauernd, beständig und bleibend.

Wieder ergänzt er eine eindeutige Erläuterung:

bi-lā intihāʾ – ohne Ende.

Allahs Existenz wird niemals aufhören.

Er kann nicht sterben, vergehen, vernichtet werden oder Seine Existenz verlieren. Es gibt keine Macht, die Ihn beseitigen könnte, und keinen inneren Mangel, durch den Sein Sein irgendwann enden würde.

Der Qurʾān nennt Allah deshalb nicht nur den Ersten, sondern auch al-Achir, den Letzten:

„Er ist der Erste und der Letzte.“

Sure al-Hadid, 57:3

Auch hier ist nicht gemeint, dass Allah (swt) am Ende der Zeitlinie als letztes noch vorhandenes Wesen übrig bleibt.

Der Name al-Achir bedeutet, dass Seine Existenz niemals endet und alles, was fortbesteht, nur durch Ihn fortbestehen kann.

Anfangslosigkeit und endlose Fortdauer sind nicht dasselbe

Es ist wichtig, beide Aussagen voneinander zu unterscheiden.

Etwas kann einen Anfang besitzen und anschließend für immer fortbestehen.

Das Paradies und die Hölle sind nach sunnitischer Glaubenslehre geschaffen. Sie besitzen einen Anfang. Ihr Fortbestehen ist jedoch dauerhaft, weil Allah (swt) es will und erhält.

Auch die Menschen im Jenseits bestehen fort. Doch ihre Existenz bleibt erschaffen und abhängig. Sie besitzen die Ewigkeit nicht aus sich selbst.

Allah (swt) allein ist sowohl ohne Anfang als auch ohne Ende.

Seine fortdauernde Existenz wurde Ihm nicht verliehen. Sie muss nicht von einer höheren Macht erhalten werden. Er ist nicht auf Bedingungen angewiesen, die Sein Weiterbestehen sichern.

Die Schöpfung kann durch Allah dauerhaft erhalten werden.

Allah selbst benötigt keinen Erhalter.

„Er vergeht nicht und hört nicht auf zu bestehen“

At-Tahawi verstärkt seine Aussage durch zwei weitere Formulierungen:

lā yafnā – Er vergeht nicht.
wa-lā yabīd – und Er geht nicht unter.

Beide Aussagen sind in ihrer Bedeutung eng miteinander verbunden. Ihre Wiederholung unterstreicht, dass Allahs Existenz weder durch einen natürlichen Prozess noch durch eine äußere Macht enden kann.

Vergehen gehört zur Schöpfung.

Körper zerfallen. Lebenszeiten enden. Generationen verschwinden. Reiche steigen auf und gehen unter. Selbst die sichtbare Ordnung dieser Welt wird nicht dauerhaft bestehen.

Der Qurʾān sagt:

„Alles, was auf ihr ist, wird vergehen. Bleiben wird das Angesicht deines Herrn, voll Erhabenheit und Ehre.“

Sure ar-Rahman, 55:26-27

Dieser Gegensatz durchzieht das gesamte menschliche Leben:

Alles, woran ich mich in der Welt festhalte, ist vergänglich. Allah (swt) allein vergeht nicht.

Der Lebendige, der nicht stirbt

Der Qurʾān verbindet die bleibende Existenz Allahs unmittelbar mit dem Vertrauen des Menschen:

„Und vertraue auf den Lebendigen, der nicht stirbt.“

Sure al-Furqan, 25:58

Das ist mehr als eine theologische Information.

Der Vers sagt nicht nur, dass Allah (swt) niemals stirbt. Er zieht daraus eine praktische Konsequenz: Vertraue auf Ihn.

Menschen können uns begleiten, unterstützen und lieben. Doch jeder Mensch ist vergänglich. Selbst der verlässlichste Mensch kann krank werden, sich verändern oder sterben.

Allah (swt) bleibt.

Auch der Thronvers beschreibt Ihn als den Lebendigen und Beständigen:

„Allah – es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen. Weder Schlummer noch Schlaf ergreifen Ihn.“

Sure al-Baqara, 2:255

Allahs Leben wird nicht von Müdigkeit, Schlaf, Schwäche oder Tod unterbrochen. Seine Erhaltung der Schöpfung setzt niemals aus.

Ein Bittgebet zwischen Ewigkeit und Alltag

Besonders bemerkenswert finde ich das bereits erwähnte Bittgebet des Propheten (saw).

Er beschreibt Allah (swt) darin als den Ersten, vor dem nichts war, und als den Letzten, nach dem nichts ist. Unmittelbar danach bittet er Allah darum, Schulden zu begleichen und vor Armut zu bewahren.

Die höchsten Aussagen über Allahs Anfangs- und Endlosigkeit werden also nicht von den konkreten Sorgen des Menschen getrennt.

Der Prophet (saw) spricht über Allah als den Ersten und Letzten – und bittet im selben Atemzug um Hilfe bei einer finanziellen Belastung. Der vollständige Wortlaut findet sich in Sahih Muslim 2713a.

Darin liegt eine wichtige Lehre:

Islamische Theologie ist keine gedankliche Übung, die mit dem tatsächlichen Leben nichts zu tun hat. Je klarer ich erkenne, wer Allah ist, desto bewusster kann ich mich mit meinen begrenzten Sorgen an Ihn wenden.

Gerade weil Allah ohne Anfang und ohne Ende ist, kann ich Ihm auch das anvertrauen, was in meinem Leben heute übermächtig erscheint.

Alles in meinem Leben ist vorübergehend

Die Vergänglichkeit der Welt betrifft nicht nur die schönen Dinge, die ich behalten möchte.

Sie betrifft auch das Schwere.

Eine Krise ist nicht ewig. Eine Angst ist nicht ewig. Eine Krankheit ist nicht ewig. Eine Phase der Einsamkeit ist nicht ewig. Auch ein Zustand, der sich heute wie die gesamte Wirklichkeit anfühlt, wird nicht unverändert bestehen bleiben.

Nur Allah (swt) besitzt dauerhafte Existenz aus sich selbst.

Das relativiert den Schmerz nicht. Der Glaube verlangt nicht, Verluste kleinzureden oder schwierige Lebensphasen so zu behandeln, als wären sie bedeutungslos.

Aber er erinnert mich daran, dass kein geschaffener Zustand das letzte Wort besitzt.

Alles Geschaffene verändert sich oder endet.

Allah bleibt.

Nichts Geschaffenes kann absolute Sicherheit geben

Der Mensch sucht Sicherheit häufig in Dingen, die selbst unsicher sind.

Wir verlassen uns auf Gesundheit, obwohl der Körper verletzlich ist. Wir suchen Halt in Menschen, obwohl Menschen sich verändern. Wir vertrauen auf Besitz, obwohl Besitz verloren gehen kann. Wir bauen unsere Identität auf beruflichem Status auf, obwohl auch dieser enden kann.

All diese Dinge dürfen einen Wert besitzen.

Der Tauhid verlangt nicht, dass ich Menschen nicht liebe, meine Gesundheit nicht schütze oder keine finanzielle Sicherheit anstrebe. Er verlangt lediglich, dass ich nichts Vergängliches mit dem Unvergänglichen verwechsle.

Menschen können Halt geben. Sie sind aber nicht der letzte Halt.

Geld kann viele Probleme lösen. Es kann aber keine absolute Sicherheit schaffen.

Gesundheit ist ein großes Gut. Sie macht den Menschen jedoch nicht unsterblich.

Nur Allah (swt) vergeht nicht.

Ich bin nicht der Mittelpunkt der Wirklichkeit

Auch das eigene Leben erscheint aus der persönlichen Perspektive größer, als es tatsächlich ist.

Meine bewusste Welt beginnt mit meinen Erinnerungen. Alles, was vor meiner Geburt lag, kenne ich nur aus Erzählungen und Überlieferungen. Mein eigener Tod erscheint wie das Ende dessen, was ich erfahren kann.

Doch Allah (swt) war, bevor ich existierte.

Er bleibt, wenn meine irdische Geschichte abgeschlossen ist.

Das macht das eigene Leben nicht bedeutungslos. Aber es setzt das eigene Ego an seinen richtigen Platz.

Ich trete in eine Welt ein, die Allah geschaffen hat. Ich lebe für eine begrenzte Zeit in ihr und verlasse sie wieder.

Allah bleibt.

Der Erste und der Letzte

Der dritte Glaubenssatz der Aqida at-Tahawiyya besteht nur aus wenigen Worten:

Allah ist ohne Anfang. Er bleibt ohne Ende. Er vergeht nicht und hört niemals auf zu bestehen.

Doch diese Aussage verändert den Blick auf alles Geschaffene.

Allah (swt) ist nicht das älteste Wesen innerhalb der Welt. Er ist der ungeschaffene Schöpfer der Welt.

Er existiert nicht seit einer besonders langen Zeit. Seine Existenz begann überhaupt nicht.

Und Er wird nicht lediglich länger bestehen als alle anderen. Seine Existenz besitzt kein Ende und hängt von niemandem ab.

Alles andere ist geworden. Alles andere ist abhängig. Alles andere kann nur bestehen, weil Allah es erschafft und erhält.

Der entscheidende Gedanke dieser Passage lautet deshalb:

Alles in meinem Leben hat einen Anfang und ein Ende. Allah allein nicht.

Quellen und weiterführende Literatur

Geschrieben von

Akif Şahin

SEO-Manager

Akif Şahin aus Hamburg ist auf SEO (Suchmaschinenoptimierung) und digitale Strategien spezialisiert. Vorher war er als Content-Manager, Journalist und Marketing-Manager an der Realisierung von großartigen Projekten beteiligt.