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Aqida at-Tahawiyya verstehen (2) – Nichts ist Allah gleich

Lektion 2 - Aqida at-Tahawiyya: "Nichts gleicht Allah, nichts entzieht sich Seiner Macht und niemand außer Ihm besitzt Göttlichkeit."

Der erste Glaubenssatz der Aqida at-Tahawiyya beginnt mit dem Bekenntnis, dass Allah (swt) Einer ist und keinen Teilhaber besitzt.

Imam Abu Dschaʿfar at-Tahawi belässt es jedoch nicht bei dieser allgemeinen Aussage. Er führt den Gedanken unmittelbar weiter und erklärt mit drei kurzen Sätzen, was die Einzigkeit Allahs konkret bedeutet:

Nichts ist Ihm gleich. Nichts vermag Ihn unfähig zu machen. Und es gibt keinen Gott außer Ihm.

Diese Aussagen wirken zunächst ebenso selbstverständlich wie der erste Satz. Doch auch hier zeigt sich, weshalb es sinnvoll ist, einen kurzen theologischen Text nicht einfach nur zu überfliegen. Jeder dieser Sätze zieht eine klare Grenze zwischen Allah (swt) und der gesamten Schöpfung.

Der zweite Glaubenssatz

Arabischer Text

وَلَا شَيْءَ مِثْلُهُ، وَلَا شَيْءَ يُعْجِزُهُ، وَلَا إِلٰهَ غَيْرُهُ

Umschrift

Wa-lā šayʾa miṯluh, wa-lā šayʾa yuʿǧizuh, wa-lā ilāha ġayruh.

Nahe Übersetzung

Und nichts ist Ihm gleich, und nichts macht Ihn unfähig, und es gibt keinen Gott außer Ihm.

Lesbare Übersetzung

Nichts gleicht Allah, nichts entzieht sich Seiner Macht und niemand außer Ihm besitzt Göttlichkeit.

Die drei Aussagen gehören im überlieferten Grundtext noch zum einleitenden Bekenntnis über den Tauhid. Sie erklären, weshalb Allah (swt) nicht nur Einer im zahlenmäßigen Sinn ist, sondern in jeder Hinsicht einzigartig, unvergleichbar und vollkommen.

„Nichts ist Ihm gleich“

At-Tahawi verwendet eine sehr umfassende Formulierung:

„Nichts ist Ihm gleich.“

Das arabische Wort schayʾ bezeichnet ein Ding oder ganz allgemein etwas, das existiert. Mithl bedeutet gleich, ähnlich oder vergleichbar.

Die Aussage lässt deshalb keinen Raum für eine Ausnahme. Es gibt nichts, das Allah (swt) in Seinem Wesen, Seinen Eigenschaften oder Seiner Göttlichkeit vergleichbar wäre.

Der Koran sagt:

„Nichts ist Ihm gleich. Und Er ist der Allhörende, der Allsehende.“

Sure asch-Schura, 42:11

Dieser Vers enthält in wenigen Worten einen Grundsatz, der für das gesamte islamische Gottesverständnis entscheidend ist.

Allah (swt) gleicht keinem Geschöpf. Dennoch besitzt Er wirkliche Eigenschaften. Er hört und sieht, doch Sein Hören und Sehen gleichen nicht dem Hören und Sehen der Menschen.

Der Vers verbindet damit zwei Dinge, die in theologischen Diskussionen häufig gegeneinander ausgespielt wurden:

Allahs Eigenschaften dürfen nicht geleugnet werden. Sie dürfen aber auch nicht so verstanden werden, als wären sie geschaffene Eigenschaften in einer lediglich größeren oder vollkommeneren Form.

Allah ist nicht das mächtigste Wesen innerhalb der Welt

Vielleicht liegt ein häufiges Missverständnis darin, dass Allah (swt) gedanklich als das größte und mächtigste Wesen innerhalb des Universums vorgestellt wird.

Doch Allah ist nicht ein besonders großes Wesen innerhalb einer gemeinsamen Ordnung mit der Schöpfung.

Er ist der Schöpfer dieser Ordnung.

Raum, Zeit, Richtung, Bewegung, körperliche Form und Veränderung gehören zur erschaffenen Welt. Allah (swt) ist nicht von diesen Dingen abhängig und wird nicht von ihnen umfasst.

Er ist nicht Teil des Universums. Er ist nicht ein Objekt neben anderen Objekten. Er gehört keiner Gattung an und ist kein Exemplar einer übergeordneten Art.

Allah (swt) ist deshalb nicht die höchste Stufe innerhalb der Schöpfung.

Er ist ihr ungeschaffener Schöpfer.

Diese Unterscheidung klingt zunächst abstrakt. Sie schützt aber vor einem Gottesbild, in dem Allah wie ein besonders mächtiger Mensch gedacht wird: größer, stärker und wissender als wir, aber letztlich doch auf dieselbe Weise existierend.

Genau das schließt at-Tahawi aus.

Gleiche Begriffe bedeuten keine gleiche Wirklichkeit

Der Mensch besitzt Wissen. Allah (swt) wird ebenfalls als wissend beschrieben.

Der Mensch sieht und hört. Allah (swt) wird als der Allsehende und Allhörende bezeichnet.

Daraus folgt jedoch nicht, dass menschliches und göttliches Wissen derselben Art wären.

Der Mensch lernt. Er vergisst. Er irrt sich. Sein Wissen ist begrenzt und wächst mit der Zeit. Ein Mensch weiß heute etwas, das er gestern noch nicht wusste.

Allahs Wissen verändert sich nicht. Er erwirbt kein neues Wissen und nichts war Ihm jemals verborgen.

Auch das menschliche Hören ist abhängig:

  • von einem Körper,
  • von einem funktionierenden Organ,
  • von Entfernung,
  • von der Lautstärke,
  • und von der Fähigkeit, einen Ton überhaupt wahrzunehmen.

Allahs Hören ist nicht körperlich und nicht von einem Organ abhängig. Nähe und Entfernung begrenzen Ihn nicht.

Wenn wir dieselben Wörter verwenden, bedeutet das also keine Gleichheit der Wirklichkeit.

Wir verstehen, was Wissen, Hören oder Sehen grundsätzlich bedeuten. Wir übertragen aber die Begrenztheit unserer geschaffenen Fähigkeiten nicht auf Allah (swt).

Die hanafitisch-maturidische Perspektive

In der maturiditischen Theologie spielt der Begriff Tanzih eine zentrale Rolle.

Gemeint ist die Freisprechung Allahs von jeder Unvollkommenheit und von jeder Ähnlichkeit mit der Schöpfung.

Dazu gehört die Überzeugung:

  • Allah ist kein Körper.
  • Er besteht nicht aus Teilen.
  • Er ist nicht von Raum abhängig.
  • Zeit umfasst Ihn nicht.
  • Er verändert sich nicht.
  • Seine Eigenschaften sind nicht erschaffen.
  • Seine Eigenschaften gleichen nicht den Eigenschaften der Geschöpfe.

Diese Aussagen sollen Allah (swt) nicht auf eine abstrakte Idee reduzieren. Sie sollen vielmehr verhindern, dass Er mit etwas Geschaffenem verwechselt wird.

Alles, was aus Teilen besteht, ist von diesen Teilen abhängig. Alles, was sich an einem Ort befindet, steht in einer räumlichen Beziehung zu anderem. Alles, was sich verändert, geht von einem Zustand in einen anderen über.

Allah (swt) ist jedoch der absolut Unabhängige.

Wenn Er von Raum, Zeit oder körperlicher Zusammensetzung abhängig wäre, wäre Er selbst bedürftig. Das widerspräche Seiner Göttlichkeit.

Die klassische Formulierung bringt diesen Gedanken sehr treffend auf den Punkt:

Was auch immer der Mensch sich vorstellt, Allah ist anders als diese Vorstellung.

Unsere Vorstellungskraft arbeitet mit Bildern und Erfahrungen aus der geschaffenen Welt. Wir können uns nur Formen, Farben, Größen, Orte oder Bewegungen vorstellen, die wir direkt oder indirekt kennen.

Allah (swt) ist aber kein Gegenstand unserer bildlichen Vorstellungskraft.

Können wir Allah dann überhaupt erkennen?

Dass wir Allahs Wesen nicht bildlich erfassen können, bedeutet nicht, dass wir nichts über Ihn wissen könnten.

Wir können erkennen:

  • dass Allah existiert,
  • dass Er Einer ist,
  • dass Er vollkommen ist,
  • dass Er Wissen, Macht und Willen besitzt,
  • dass Er nichts und niemandem gleicht.

Was wir nicht können, ist Sein Wesen vollständig zu umfassen.

Zwischen Erkenntnis und vollständigem Erfassen besteht ein Unterschied.

Ich kann wissen, dass Allah (swt) existiert und welche Eigenschaften Er im Koran offenbart hat. Ich kann jedoch nicht begreifen, wie Sein Wesen beschaffen ist.

Der Glaube verlangt nicht, Allah bildlich zu erfassen. Eine solche bildliche Vorstellung wäre vielmehr bereits eine Begrenzung.

Unterschiedliche sunnitische Herangehensweisen

Maturiditen, Aschʿariten und Athariten stimmen grundsätzlich darin überein, dass Allah (swt) keinem Geschöpf gleicht.

Kein sunnitischer Gelehrter darf Allah eine menschliche oder körperliche Form zuschreiben. Ebenso besteht Einigkeit darin, dass Seine Eigenschaften vollkommen sind und nicht geleugnet werden dürfen.

Unterschiede entstehen bei der Frage, wie einzelne Offenbarungstexte erklärt werden, deren Formulierungen bei einer rein wörtlich-körperlichen Lesart missverstanden werden könnten.

In der maturidischen und aschʿaritischen Tradition begegnen dabei vor allem zwei Wege.

Der erste besteht im Tafwid. Der Wortlaut wird angenommen, während die genaue Wirklichkeit und das „Wie“ Allah überlassen werden. Eine körperliche Bedeutung wird ausgeschlossen.

Der zweite Weg ist der Taʾwil. Ein Ausdruck wird, wenn es notwendig erscheint, in einem sprachlich möglichen und Allah angemessenen Sinn erklärt.

Atharitische Gelehrte betonen meist stärker, dass die überlieferten Formulierungen bestätigt werden sollen, ohne nach dem Wie zu fragen, ohne sie mit der Schöpfung zu vergleichen und ohne sie körperlich auszumalen.

Für unsere Lektüre der Aqida at-Tahawiyya bleibt zunächst der Grundsatz entscheidend, den at-Tahawi selbst an den Anfang stellt:

Nichts ist Ihm gleich.

Jede weitere Aussage über Allah muss sich an diesem Grundsatz messen lassen.

„Nichts vermag Ihn unfähig zu machen“

At-Tahawi fährt fort:

„Nichts macht Ihn unfähig.“

Das arabische Verb aʿdschaza bedeutet, jemanden unfähig zu machen, ihn zu überwältigen oder sich seiner Macht zu entziehen.

Gemeint ist also nicht nur, dass Allah (swt) sehr mächtig ist.

Gemeint ist, dass niemand und nichts Seinen Willen vereiteln, Ihn überwältigen oder an der Verwirklichung dessen hindern kann, was Er will.

Menschliche Macht ist immer begrenzt.

Ein Mensch kann etwas wollen und trotzdem daran scheitern:

  • weil ihm Wissen fehlt,
  • weil seine Kraft nicht ausreicht,
  • weil ein anderer ihn daran hindert,
  • weil sich die Umstände verändern,
  • weil er krank wird,
  • oder weil seine Lebenszeit endet.

Bei Allah (swt) gibt es keine dieser Begrenzungen.

Er wird nicht überrascht. Er wird nicht erschöpft. Kein Widerstand zwingt Ihn zu einer Änderung Seines Plans.

Der Koran sagt:

„Wenn Er etwas will, ist Sein Befehl nur, dass Er zu ihm sagt: Sei! – und es ist.“

Sure Ya-Sin, 36:82

Der Vers beschreibt keine zeitliche Anstrengung oder einen Arbeitsprozess. Er bringt zum Ausdruck, dass Allahs Wille ohne Hindernis verwirklicht wird.

Betrifft Allahs Macht auch das logisch Unmögliche?

An dieser Stelle entsteht häufig eine Frage, die zunächst komplizierter klingt, als sie tatsächlich ist.

Kann Allah etwa einen viereckigen Kreis erschaffen?

Die klassischen Theologen antworten, dass Allah Macht über alles Mögliche besitzt. Ein in sich widersprüchlicher Ausdruck beschreibt jedoch kein mögliches Ding.

Ein Kreis ist gerade dadurch bestimmt, dass er nicht viereckig ist. Ein viereckiger Kreis ist deshalb kein besonders schwieriger Gegenstand, sondern überhaupt kein widerspruchsfrei denkbarer Gegenstand.

Dasselbe gilt für die Vorstellung eines Wesens, das zugleich erschaffen und unerschaffen wäre.

Eine solche Formulierung beschreibt nichts, was verwirklicht werden könnte.

Darin liegt keine Begrenzung der göttlichen Macht.

Auch die Aussage, Allah könne nicht unwissend, sterblich oder ungerecht werden, ist keine Schwäche. Unwissenheit, Sterblichkeit und Ungerechtigkeit sind Mängel.

Unvollkommenheit ist keine zusätzliche Fähigkeit.

Allah (swt) ist nicht deshalb allmächtig, weil Mangel für Ihn möglich wäre. Er ist allmächtig, weil nichts Seinen vollkommenen Willen begrenzen kann.

Ursachen sind keine unabhängigen Mächte

Die Aussage, dass nichts Allah unfähig machen kann, bedeutet nicht, dass Ursachen bedeutungslos wären.

Der Mensch handelt, plant und entscheidet. Medizin kann eine Krankheit behandeln. Arbeit ermöglicht ein Einkommen. Nahrung stillt den Hunger.

Die hanafitisch-maturidische Theologie leugnet diese Zusammenhänge nicht.

Sie ordnet sie ein.

Ursachen wirken nicht aus einer eigenen göttlichen Macht. Sie gehören selbst zur von Allah (swt) erschaffenen Ordnung.

Eine Medizin besitzt keine unabhängige Macht über Heilung. Der Arzt verfügt über Wissen, aber nicht über die Macht über das Ergebnis. Ein Mensch kann sich bemühen, ohne garantieren zu können, dass seine Bemühung zum gewünschten Erfolg führt.

Der Mensch besitzt einen Willen und trägt Verantwortung für seine Entscheidungen. Doch dieser Wille existiert nicht außerhalb des Wissens, der Macht und des Willens Allahs.

So wird weder ein vollständiger Zwang behauptet noch eine menschliche Unabhängigkeit von Allah.

„Es gibt keinen Gott außer Ihm“

Der letzte Teil der Passage lautet:

„Es gibt keinen Gott außer Ihm.“

Das arabische Wort Ilah bezeichnet denjenigen, dem Göttlichkeit und Anbetung zukommen.

Die Aussage bedeutet deshalb nicht lediglich, dass es kein anderes mächtiges oder übernatürliches Wesen gibt.

Sie bedeutet:

Niemand außer Allah besitzt wirkliche Göttlichkeit und niemand außer Ihm verdient Anbetung.

Das ist der Inhalt des islamischen Glaubensbekenntnisses:

La ilaha illa Allah.

Es gibt keine anbetungswürdige Gottheit außer Allah.

Menschen können andere Wesen anbeten. Sie können einen Menschen, einen Gegenstand oder eine Naturkraft vergöttlichen. Diese Verehrung macht das Angebetete jedoch nicht zu einem wirklichen Gott.

Ein Götze kann angebetet werden, ohne Göttlichkeit zu besitzen. Ein Mensch kann vergöttlicht werden, ohne dadurch göttlich zu werden.

Der Koran sagt:

„Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil das, was sie außer Ihm anrufen, das Falsche ist.“

Sure al-Haddsch, 22:62

At-Tahawi schließt damit den Gedankengang konsequent ab:

Allah (swt) ist Einer. Nichts gleicht Ihm. Nichts kann Ihn überwältigen. Deshalb besitzt niemand außer Ihm Göttlichkeit.

Allah schläft nicht und wird nicht müde

In einem Hadith in Sahih Muslim heißt es, dass Allah (swt) nicht schläft und es Ihm nicht zukommt, zu schlafen.

Schlaf ist für den Menschen notwendig. Er verliert Kraft, wird müde und muss sich erholen. Seine Aufmerksamkeit ist begrenzt. Während er schläft, kann er viele Dinge nicht wahrnehmen und kontrollieren.

Allah (swt) wird nicht müde. Seine Herrschaft und Erhaltung der Schöpfung werden niemals unterbrochen.

Der Koran sagt im bekannten Thronvers:

„Allah – es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen. Weder Schlummer noch Schlaf ergreifen Ihn.“

Sure al-Baqara, 2:255

Auch dieser Vers verbindet die heutigen drei Aussagen:

Allah allein besitzt Göttlichkeit. Seine Existenz ist vollkommen. Keine Schwäche und keine Erschöpfung kommen Ihm zu.

Die praktische Bedeutung

Die Frage bleibt, was diese theologischen Aussagen mit dem eigenen Leben zu tun haben.

Zunächst bewahren sie vor einem falschen Gottesbild.

Allah (swt) ist kein besonders mächtiger Mensch im Himmel. Er ist kein körperliches Wesen, das an die gleichen Bedingungen gebunden wäre wie seine Schöpfung.

Doch auch die Aussage, dass nichts Seiner Macht entgeht, verändert den Blick auf das eigene Leben.

Menschen können uns verletzen. Institutionen können Macht ausüben. Krankheiten können das Leben grundlegend verändern. Geld kann Sicherheit schaffen oder fehlen. Beziehungen können Halt geben oder zerbrechen.

All das besitzt reale Bedeutung.

Aber nichts davon ist absolut.

Kein Mensch, keine Institution und keine Lebenslage steht außerhalb der Herrschaft Allahs.

Das bedeutet nicht, dass ein Muslim Gefahren leugnet oder aufhört, Verantwortung zu übernehmen. Er nutzt Ursachen, trifft Entscheidungen und schützt sich vor Schaden.

Er vergöttlicht die Ursachen jedoch nicht.

Die Ursache ist ein Mittel. Allah ist der Herr des Ergebnisses.

Vielleicht ist das eine der schwierigsten Formen des Tauhid im Alltag.

Wir sagen, dass nur Allah (swt) Macht besitzt. Gleichzeitig verhalten wir uns innerlich manchmal so, als hätte ein Mensch, eine Arbeitsstelle, ein Kontostand oder eine Beziehung das endgültige Urteil über unser Leben.

Wir wissen, dass Allah allein über die Versorgung bestimmt. Trotzdem kann die Angst vor einem wirtschaftlichen Verlust das Herz vollständig beherrschen. (Existenzangst)

Wir wissen, dass nur Allah dauerhafte Sicherheit gibt. Trotzdem erwarten wir von Menschen manchmal eine Geborgenheit, die kein Mensch dauerhaft gewährleisten kann.

„Es gibt keinen Gott außer Ihm“ ist deshalb nicht nur eine Aussage gegen sichtbare Götzen.

Es ist auch eine Aufforderung, immer wieder zu prüfen, was im eigenen Herzen einen Platz eingenommen hat, der ihm nicht zusteht.

Keine Ähnlichkeit, keine Ohnmacht, keine andere Göttlichkeit

At-Tahawis zweite Passage besteht nur aus wenigen Worten.

Doch sie zieht drei klare Grenzen:

Allah (swt) gleicht nichts Geschaffenem.

Nichts kann Seinen Willen verhindern oder Ihn überwältigen.

Und niemand außer Ihm besitzt Göttlichkeit und verdient Anbetung.

Diese Aussagen gehören zusammen.

Weil Allah keinem Geschöpf gleicht, ist Seine Macht nicht wie geschaffene Macht. Weil Seine Macht vollkommen ist, ist Er von niemandem abhängig. Und weil nur Er vollkommen unabhängig ist, gebührt allein Ihm die Anbetung.

Der Satz ist kurz. Seine Bedeutung reicht jedoch weit über eine theoretische Definition hinaus.

Er verändert, wie ich über Allah, die Welt und die Macht geschaffener Dinge nachdenke.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Koran: Sure al-Baqara, 2:255
  • Koran: Sure asch-Schura, 42:11
  • Koran: Sure al-Haddsch, 22:62
  • Koran: Sure Ya-Sin, 36:82
  • Koran: Sure al-Ichlas, 112:4
  • Sahih Muslim: Hadith über Allahs Erhabenheit über Schlaf und Ermüdung
  • Abu Hanifa: al-Fiqh al-Akbar
  • Abu Mansur al-Maturidi: Kitab at-Tauhid
  • Abu l-Muʿin an-Nasafi: Tabsirat al-adilla
  • Ali al-Qari: Scharh al-Fiqh al-Akbar
  • Ali al-Qari: Kommentar zur Aqida at-Tahawiyya
  • Saʿd ad-Din at-Taftazani: Scharh al-Aqaid an-Nasafiyya
Geschrieben von

Akif Şahin

SEO-Manager

Akif Şahin aus Hamburg ist auf SEO (Suchmaschinenoptimierung) und digitale Strategien spezialisiert. Vorher war er als Content-Manager, Journalist und Marketing-Manager an der Realisierung von großartigen Projekten beteiligt.