Ich habe meinen privaten Blog schon vor geraumer Zeit auf Medium.com ausgelagert. Allerdings gibt es dort Probleme mit der Indexierung, obwohl eine Custom Domain angelegt ist und die Beiträge entsprechend schon länger online sind. An der Qualität mangelt es nicht. Es scheint vielmehr am Algorithmus von Medium zu liegen, dass die Beiträge oft mit „noindex“ für die Bots von Google, Bing und Co. ausgeliefert werden.
Das hat mich schon frustriert, zumal die einzige Lösung, die in den FAQ und vom Support vorgeschlagen wird, darin besteht, einfach weiter zu posten. Irgendetwas läuft da schief und mein Gefühl trügt mich bei solchen Dingen eigentlich nie. Mittlerweile gehe ich sogar von einem Problem beim Domain-Matching der Custom Domain über Cloudflare als Dienstleister für Medium aus. Jedenfalls hatte mich das schon die ganze Zeit getriggert.
Und eigentlich wollte ich ohnehin schon immer etwas anderes. Irgendwie hatte ich aber nie die Zeit und die Ressourcen dafür. Die Idee für ein grundlegendes Layout und auch einer maßgeschneiderten Lösung lag immer auf der Hand.
Die erste Idee
Ein Freund von mir hatte letztens mit seinem neuesten Vibe-Coding-Projekt angegeben. Es ist zum einen eine gute Website geworden, zum anderen hat er ein Monitoring-Tool erschaffen, das seinesgleichen im Internet sucht. Natürlich kennt er sich mit der Materie aus und weiß auch, wie man mit den Möglichkeiten im KI-Zeitalter umgehen kann. Gleichzeitig schimpfte er mit mir und fragte, warum ich eigentlich nicht längst selbst mal ein Projekt umsetze.
Als ich also so vor mich hindöste, hatte ich plötzlich eine Idee. Ich hatte mir vor geraumer Zeit das Layout für eine Website erstellt – clean und ziemlich einfach gehalten –, aber nie umgesetzt. Irgendwann später sagte ich mir immer wieder, dass ich das eigentlich noch angehen müsste.
Mitte dieser Woche habe ich einfach das Bild des Layouts bei ChatGPT hochgeladen – wohlgemerkt in der Free-Version – und mir den Quellcode in HTML und CSS ausgeben lassen. Ein paar kleinere Änderungen später war meine Startseite innerhalb von fünf Minuten fertig.
Die Visitenkarte meiner Träume
Da wir in Deutschland leben, habe ich mir auch noch ein Template basierend auf dem Design erstellen lassen, das für das Impressum herhalten sollte. Danach ließ ich das Ganze erst einmal ruhen. Ich war fertig und das Ergebnis konnte man auf www.akifsahin.de betrachten.
Es ist eine responsive Seite mit Links zu meinen Social-Media-Accounts, einem Hinweis auf meine Verfügbarkeit für Projekte geworden – auch wenn daraus wahrscheinlich ohnehin nichts wird, aber es macht sich gut fürs Image – und einem kleinen Lebenslauf. Unten befinden sich noch meine Handy-Nummer und meine E-Mail-Adresse für die Erreichbarkeit. Natürlich dürfen ein Footer und ein Link zum Impressum nicht fehlen.
Und fertig war die Visitenkarte meiner Träume.
An dieser Stelle war die Geschichte eigentlich zu Ende erzählt. Ich hatte, was ich wollte: eine einfache Visitenkarte. Ich habe die Custom Domain von Medium entfernt und wieder meinen einfachen User-Namen genutzt.
Und voilà: Google und Co. fingen plötzlich an, meine Beiträge wieder zu indexieren und auszuliefern. Die Sichtbarkeit stieg – nicht erst nach Wochen, sondern sofort. Natürlich habe ich zusätzlich noch ein paar Umleitungen per 301-Redirect eingebaut. Ich weiß ja, was zu gutem Technical SEO dazugehört.
Headless CMS oder WordPress?
Und dann begann es in meinem Kopf zu rattern. Ich hatte das Design, die CSS-Dateien und die HTML-Vorlage. Warum also das Ganze nicht zu einem Headless CMS erweitern?
Tatsächlich habe ich damit begonnen und mir wurde schnell klar, warum das keine gute Idee ist. Eigentlich benötige ich gar kein Headless CMS. Ich benötige ein klares Layout, saubere Strukturen und WordPress.
Die Idee wurde verworfen, obwohl sie bereits ziemlich ausgereift war und erste Programmierungen vorgenommen wurden. Stattdessen habe ich eine 1:1-Kopie der Website-Vorlage aus HTML und CSS in WordPress übernommen.
Zwischen Layout und Feinschliff
Aktuell sitze ich noch an den Feinheiten. Denn solch eine Übersichtsseite für Blogbeiträge und auch die Single-Page eines Blogs haben ihre Tücken. Das Layout geht bereits in die richtige Richtung und das grobe Design für meine Ansprüche steht. Fertig ist es aber noch nicht endgültig.
Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass man in der Webgestaltung immer zuerst das Grobe erledigt und sich danach um die Details kümmert. Und genau an diesen kleinen Details sitze ich gerade.
Mein Code wird dabei länger und länger und auch die Dateigrößen nehmen immer weiter zu. Trotzdem bleibt es ein kompaktes Template, das ich gerade für mich selbst gestalte. Jede Zeile Code wird von mir noch einmal überprüft.
In ein paar Stunden werde ich mein Template vermutlich endgültig fertiggestellt haben. Trotzdem soll es in Zukunft anpassbar bleiben. Ich versuche, alles so einfach und modular wie möglich aufzubauen und mache dabei enorme Fortschritte.
KI als echter Entwicklungs-Buddy
Es ist mir mittlerweile möglich, ein Design per KI und Prompts zu erstellen, dieses Design ohne Verluste in HTML und CSS zu übertragen und aus diesen Vorlagen wiederum Templates für WordPress zu entwickeln.
Was früher mindestens eine Woche gedauert hat, nimmt heute nur noch wenige Stunden in Anspruch. Natürlich muss der Code am Ende trotzdem noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden, aber selbst dabei kann die richtige KI helfen.
Ich bin für dieses Projekt inzwischen privat auf eine PRO-Lizenz umgestiegen. Es ist lange her, dass ich so viel Spaß am Programmieren hatte.
Und was soll ich sagen: Ich habe endlich den Buddy gefunden, mit dem ich meine Ideen realisieren kann, ohne mich tage- oder wochenlang ausschließlich auf die Umsetzung konzentrieren zu müssen.
Wichtiger geworden sind Planung, Projektmanagement und Visionen – und natürlich der richtige Umgang mit KI und Code.
Der produktive Einsatz
Übrigens: Wenn dieser Beitrag online geht, steht mein WordPress-Template bereits und ist produktiv im Einsatz und die Seite ist wieder online, mit allen Funktionen. Der Umzug aller Beiträge von Medium wird natürlich etwas dauern, aber schaut doch einfach mal rein. Ich freue mich.