Neue Führungsspitze beim Islamrat?

Hat es beim Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland einen Führungswechsel gegeben? Bisher nicht bestätigten Informationen zufolge fand am heutigen Samstag (25.04.2015) die Wahl für eine neue Vorstandsspitze statt. Nach Angaben eines Insiders, wurde dabei der bisherige Vorsitzende Ali Kızılkaya, der seit 2002 an der Spitze des Dachverbands war, abgelöst.

Zum neuen Vorsitzenden des Islamrats soll demnach der bisherige Generalsekretär Burhan Kesici aus Berlin gewählt worden sein. Kızılkaya soll von sich aus auf eine weitere Kandidatur für den Vorsitz beim Islamrat verzichtet haben. Auch in anderen Positionen beim Vorstand des Islamrates soll es zu wechseln gekommen sein.

Der Islamrat ist einer der vier größten muslimischen Dachverbände in Deutschland. Insgesamt gehören rund 37 Vereine dem Islamrat an. Variierenden Schätzungen zufolge vertritt der Islamrat zwischen 60.000 – 120.000 Muslime in Deutschland. Mitgliederstärkste Organisation im Islamrat ist die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG).

WordPress 4.2 erschienen

Die WordPress-Macher haben die Version 4.2 (Codename: „Powell“) des beliebten Blog-CMS WordPress an diesem Freitag (24.04.2015) freigegeben. In dem aktuellen Eintrag zum Release im WordPress-Blog heißt es, man wolle mit der aktuellen Version an den us-amerikanischen Jazz-Pianist Bud Powell erinnern. WordPress erinnert bei jedem größeren Versionssprung an einen verstorbenen Jazzmusiker.

Die neue Version hat verschiedene Verbesserungen erfahren und unter der Haube hat es auch einige Änderungen gegeben. So verfügt WordPress 4.2 über ein verbessertes und aktualisiertes „Press This“ Element. Dieses soll das Teilen von Web-Inhalten im eigenen Blog erleichtern und vereinfachen. Die Funktion „Press This“ war seit längerer Zeit nicht mehr überarbeitet worden – obwohl sie auch weiterhin für viele User als nützlich für das Bloggen galt.

Emoji sind jetzt auch in WordPress verfügbar

Ganz interessant dürfte die Unterstützung für sogenannte Emoji sein. WordPress unterstützt ab sofort die beliebten „Bildschriftzeichen“. Allerdings müssen sich Desktop Nutzer umständlich an die Eingabe von Emojis heranwagen. Details zu den Möglichkeiten – aber auch Hürden – gibt es im Codex unter: https://codex.wordpress.org/Emoji

Überarbeitet wurden zusätzlich die Zeichensätze und Unterstützungen in WordPress für Schriftzeichen in diversen Sprachen. So sollen Hieroglyphen und mathematische Zeichen ebenso in WordPress eingefügt werden können, wie auch die Schriftzeichen für Koreanisch, Chinesisch und Japanisch besser unterstützt werden sollen. Templates mit einer Unterstützung für sogenannte RTL-Sprachen gab es allerdings schon länger.

Verbesserungen in der Usability

Im Bereich der Nutzung von WordPress hat es vor allem Aktualisierungen für ein verbessertes Nutzergefühl gegeben. So ist unter anderem neu, dass man Themes jetzt auch im Bereich „Anpassen“ wechseln kann. Außerdem werden eine Vielzahl neuer „Embeds“ unterstützt und Plugin-Updates werden direkt von der Plugin-Seite aus vorgenommen, ohne das man zu einer anderen Seite wechseln müsste.

Daneben hat es vor allem in der Basis von WordPress, was die Codierung und Zeichensätze angeht, einige Änderungen gegeben. Wichtig zu erwähnen ist, dass jetzt WP_Query, WP_Comment_Query, und WP_User_Query auch neue und komplexere Ordnungsmethoden unterstützen.

Vorsicht bei Jetpack und WordPress 4.2

WordPress 4.2 kann über das WordPress-Dashboard aktualisiert werden oder aber über einen manuellen Upload der aktuellen Version auf WordPress.org. Wer auf eine automatische Aktualisierung umgestellt hat, dürfte kein Problem beim Upgrade haben.

Allerdings gibt es bereits erste Meldungen darüber, das die neue Version von Jetpack für selbstgehostete WordPress-Blogs mit der aktuellen Version 4.2 nicht bzw. nur eingeschränkt funktionieren soll. Es sei daher zur Obacht geraten. Ein Backup wird in jedem Fall empfohlen.

Muslimisches Forum Deutschland gegründet

Auf  Initiative der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wurde das „Muslimische Forum Deutschland“ gegründet. Dies gab die KAS am heutigen Mittwoch (22.04.2015) in Berlin bekannt. Zu den Erstunterzeichnern gehören bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die man zum größten Teil durchaus als „fundamentalistisch-liberal“ bezeichnen kann. Doch die Zusammensetzung des Forums wirft Fragen auf und die veröffentlichte Gründungserklärung enttäuscht mehr, als sie begeistert. Der Name für das Forum ist bereits sehr unglücklich gewählt.

Dies macht sich schon in der Zusammensetzung des Forums bemerkbar. Von einem „muslimischen“ Forum erwartet man, dass er aus Teilnehmern besteht, die sich selbst als Muslime sehen. So sind aber auch Yeziden und Christen in dem Forum vertreten, was gleich daran zweifeln lässt, ob hier wirklich muslimische Interessen vertreten werden sollen. Dazu kommt, dass einige der Erstunterzeichner durchaus in der Vergangenheit mit islamfeindlichen Ressentiments in Erscheinung getreten sind. Ein Gründungsfehler, der dieses Gremium bereits von Anfang an unattraktiv macht.

Islamfeinde mit an Bord

Es bleibt mir daher ein Rätsel warum sich gerade muslimische Professoren, wie Mouhanad Khorchide (Universität Münster) oder Erdal Toprakyaran (Universität Tübingen) mit diesen Leuten zusammentun. Diskurs und Gespräche hin oder her – die Herren Professoren sollten dort eine Grenze ziehen, wo sie mit Menschen zusammenarbeiten sollen die menschen- und muslimverachtende Positionen vertreten haben. Man wertet solche Persönlichkeiten zudem nur auf und macht sie gesellschaftsfähig, wenn man als „muslimische“ Professoren mit ihnen zusammenarbeitet.

Gleichzeitig sehe ich ein Problem mit der Ausübung der privaten Arbeit und der Wahrnehmung von Vertretungstätigkeiten in diesem Forum. So sehe ich es beispielsweise als problematisch an, wenn ein Journalist des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks (ZDF) einerseits die Rolle des Sprechers des Forums übernimmt, andererseits aber jede Woche unvoreingenommen und objektiv über das muslimische Gesellschaftsleben berichten soll. Abdul Ahmad Raschids Engagement für liberale Themen in allen Ehren. Dann sollte er aber die Arbeit beim Forum am Freitag ruhen lassen, solange er Sprecher ist. Ansonsten muss er sich womöglich den Vorwurf gefallen lassen, interessenorientiert in der Vergangenheit wie auch in der Zukunft, seine Arbeit verrichtet zu haben, um Teilnehmern des neuen Forums eine Bühne zu bieten.

Weitere Interessenkonflikte vorprogrammiert

Auch stelle ich mir die Frage, ob es nicht zu weiteren Interessenkonflikten kommen kann. Sicherlich sind die Personen im Forum allesamt „nur privat“ dort engagiert. Sie haben aber Arbeitgeber. Was ist wenn diese, wie beispielsweise das LKA im Fall von Marwan Abou Taam, Einfluss auf die Arbeit des Forums nehmen wollen? Ist es zudem überhaupt möglich Ansichten zu vertreten, die den Ansichten der Arbeitgeber widersprechen? Zum Beispiel in Fragen zu dem Thema Extremismus? Oder in theologischen Fragen?

So stellt sich auch im Fall von Khorchide und Toprakyaran die Frage, ob sie mit ihrem Engagement nicht eine neue existenzielle Frage für die weiterhin im Bau befindliche Islamische Theologie an den Universitäten aufwerfen. Geht das überhaupt Professor einer bekenntnisorientierten Fachrichtung zu sein und zugleich sich in einem Forum zu engagieren, dass dies in Frage stellt? Wirkt sich das beispielsweise auch auf den Streit zwischen Khorchide und KRM aus? Ist dieser überhaupt geklärt, oder wird man jetzt neue Streitpunkte haben? Hat man den Beirat in Münster einberufen? Wie stehen die Verbände zu einem Engagement in einem Gremium, dass eindeutig gegen sie ein neues Gewicht darstellen möchte? Dies alles sind Fragen, die offen stehen.

Mehr Rohrkrepierer als Sprachrohr

Und sie werden kaum abschließend bewertet werden können. Denn die Dinge werden meist in den Hinterzimmern geklärt . Auch beim „Muslimischen Forum Deutschland“. Wenn man den großen Verbänden eines vorwerfen kann, dann ist es ihre Intransparenz. Die Gründung des neuen Forums erfolgte aber auf die gleiche Art und Weise, die so oft kritisiert wird. Ich hätte mir gewünscht bei der Gründung dabei gewesen zu sein, und nicht erst über eine Pressemitteilung darüber zu erfahren. Dies zeigt die Ambitionen eines solchen Gremiums sehr gut.

Sie will Sprachrohr für die schweigende Mehrheit sein, bindet sie aber – wie die Verbände – auch nicht ein. Sie gründet sich einfach und behauptet das zu sein, was sie nicht ist. Die KAS hätte sich meines Erachtens die Mühe sparen können. Denn so wirkt das Ganze wie der verzweifelte Versuch mit aller Macht einen liberalen Verband in Deutschland gründen zu wollen. Teile der CDU und der CSU haben an diesem Projekt schon seit Jahren gearbeitet und vermutlich auch hier mit Denkanstöße für das KAS-Projekt geliefert. Doch genau deswegen wird das Projekt versagen, wie auch andere Projekte vorher. Ein staatlich oder politisch verordneter liberaler Islam kann nicht funktionieren – schon gar nicht in dieser Zusammensetzung.

Diskussionen über das Forum werden scheinheilig geführt

Insofern habe ich die Debatten zur Gründung mit Interesse verfolgt. Ich selbst konnte mich nicht beteiligen und habe auch nicht vor an diesen Debatten wirklich mitzuwirken. Ich bin der Meinung jeder und jede Organisation in diesem Land sollte gründen wonach ihm ist. Ich selbst werde bestimmt irgendwann den „Club der liberalen Anti-Christen“ gründen. Insofern sehe ich die Gründung heute unproblematisch.

Allerdings kann ich die wütenden und empörten Reaktionen am heutigen Tag auch nicht immer wirklich ernst nehmen. Einige scheinen nur eingeschnappt zu sein, weil sie nicht ein solches Gremium selbst gründen konnten. Und täuschen darf man sich über manche der Kritiker auch nicht. Viele, die heute wild die KAS kritisieren, waren selbst in der Vergangenheit Gäste der KAS. Sie haben ihre Bilder von Veranstaltungen auch gerne herumgereicht. Jetzt wurden sie wohl bei diesem Projekt nur übergangen.

Ich jedenfalls gebe dem neuen Forum für die Zukunft keine echte Chance. Es mag zwar viele namhafte Namen aufführen, aber es fehlt an einer echten Perspektive und an einer soliden Basis. Diese hätte man haben können. Dafür hätte man sich allerdings davon lösen müssen ein Wurmfortsatz nicht zu Ende gedachter Euro-Islam-Ideen aus den Reihen der CDU/CSU zu sein. So ist man nur ein Konstrukt von Interessen. Schade, das einige dafür ihren Namen und ihre Reputation hergeben.

Windows 10 Technical Preview Build 10052 freigegeben

Microsoft hat heute die Build 10052 von Windows 10 Technical Preview für Phones freigegeben. In der aktuellen Mitteilung im Windows Insider Blog zum Build 10052 zu Windows 10 heißt es, dass einige beanstandete Fehler (Bugs) behoben wurden.

Unter anderem können die User nun über das Schnellmenü den Flugmodus oder die mobile Datenverbindung aktivieren bzw. deaktivieren. Außerdem soll ein Fehler, der bei manchen Modellen wie dem Lumia 1020 die Kamera nicht ordnungsgemäß funktionieren ließ, behoben worden sein.

Gabe Aul von Microsoft listet zudem auf, dass MMS-Einstellungen nun künftig von einem Update vom Build 9941 auf 10052 nicht verloren gehen würden. Außerdem soll es jetzt auch möglich sein Tastaturen für fremde Sprachen herunterzuladen. Dies ging in der aktuellen Build nicht – obwohl die Tastaturen zum Download bereit standen und auch angezeigt wurden.

Nach der Installation: Windows 10 läuft

Das Update wird zu allererst an die Nutzer ausgeliefert, die sich ausdrücklich und auf eigenen Wunsch im Fast Ring befinden. Diese Nutzer können aber auch selbst nach dem Update suchen. Alle anderen Nutzer müssen länger warten, oder aber in den Einstellungen der Windows Insider App auf den Fast Ring wechseln.

Nach einem kurzen Download wird die Installation vorgenommen, die etwas länger dauern kann. Bei meinem Lumia 1020 waren es vom Download bis zum Abschluss der Installation etwa 40 Minuten. Beim Punkt „Installation wird vorbereitet“ hakte es bei 59% etwas länger. Auch die Installation selbst dauerte und schien am Anfang noch gar nicht richtig anzulaufen. Auch ganz schön lang kam mir die Migration der Daten vor.

Nach der Installation waren wie von Gabe Aul angekündigt die Fehler aus der Welt geschafft. Die türkische Tastatur ließ sich bei meinem eigenen Lumia 1020 ohne Probleme downloaden und installieren. Die hauseigene Kamera-App und die Kamera der Lumia 1020 funktionierten wieder einwandfrei.

Weiterhin keine Lösung für Akku-Problem

Microsoft hat sich jedoch auch heute noch nicht zum Thema „schnellere Entladung von Akkus unter Windows 10“ geäußert. Hier muss man weiterhin auf einen Workaround zurückgreifen und die mobile Datenverbindung dauerhaft deaktiviert lassen. Der höhere Akkuverbrauch lässt sich – nach mehreren Tagen im Test – definitiv auf die aktive mobile Datenverbindung zurückführen.

Twitter: Direktnachrichten von Jedermann erhalten

Im Micro-Blogging-Universum hat sich wieder etwas getan. Seit heute ist es bei Twitter möglich Direktnachrichten (Direct Messages) auch von Personen zu erhalten, denen man nicht folgt. Das ist manchmal sinnvoll, manchmal aber auch totaler Quatsch.

Deshalb überlässt es Twitter den Nutzern selbst, wie sie zu der Sache stehen und bietet ihnen unter Einstellungen – > Sicherheit und Datenschutz die Option zum auswählen an. Jetzt müssen alle, die Direktnachrichten von anderen Usern erhalten wollen, entsprechend ein Häkchen setzen.

Ich hab es übrigens gemacht. Es kommt immer wieder mal vor, dass man mich kontaktieren möchte, aber nicht dazu kommt… Auf Twitter mache ich es da Followern und anderen leicht… Außerdem macht es durchaus Sinn auch mal vertraulichere Gespräche über Twitter mit anderen Usern zu führen…

Direktnachrichten bei Twitter
Einstellung für Direktnachrichten bei Twitter

Neues Jahrbuch für Islamophobieforschung erschienen

Das neue Jahrbuch für Islamophobieforschung für 2015 ist im österreichischen New Academia Press Verlag erschienen.

Ein Abstract in deutscher und englischer Sprache gibt Auskunft über die inhaltlichen Schwerpunkte sowie die Autoren der diesjährigen Ausgabe. Unter anderem geht es im Jahrbuch für Islamophobieforschung diesmal um das neue Islamgesetz in Österreich, den deutsch-österreichischen Film „Die Freischwimmerin“, antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit.

Herausgegeben wird das Jahrbuch vom österreichischen Politikwissenschaftler Dr. Farid Hafez. Es richtet sich insbesondere an Forscher, Lehrende und Studenten sowie politisch interessierte Menschen. Das Jahrbuch kann über den New Academic Press Verlag oder über den Online-Händler Amazon für 19,90 € bestellt werden.

WordPress 4.1.2 erschienen – Security Release

Für selbst-gehostete WordPress Instanzen gibt es ein wichtiges Update. Die WordPress-Macher haben am Dienstag (21.04.2015) die Version 4.1.2 des beliebten Blog-CMS freigegeben. Die neue Version behebt vor allem mehrere Sicherheitslücken. Es wird daher dringend zu einer Aktualisierung geraten.

Laut offizieller Mitteilung handelt es sich bei 4.1.2 um ein Security-Release. Die aktuelle Version behebt vor allem eine sogenannte XSS-Lücke, durch die anonyme Benutzer eine WordPress-Seite schädigen konnten. Betroffen von dieser als kritisch eingestuften Lücke sind nach Angaben der WordPress-Macher alle früheren Versionen des Blog-CMS einschließlich 4.1.1.

Neben dieser Lücke wurden weitere Sicherheitslücken und Angriffsflächen (XSS, File-Upload und SQL-Injection) bei WordPress geschlossen. Das Security-Team macht aber zusätzlich darauf aufmerksam, dass verschiedene Plugins für WordPress in den vergangenen Tagen aktualisiert worden seien. Bei diesen Plugins seien vielfach ähnliche Lücken geschlossen worden. Man solle sich daher vergewissern auch die eigenen Plugins aktuell zu halten um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Die aktuelle Version von WordPress kann über das eigene Dashboard oder hier heruntergeladen werden: https://wordpress.org/download/ Bei meinen eigenen Instanzen funktionierte die automatische Aktualisierung reibungslos.

Der aktuelle Release kam jedoch außerplanmäßig zustande. Die Community erwartete eigentlich den endgültigen Release der Version 4.2 von WordPress. Diese liegt mit einem Release Candidate vor, in der die oben aufgeführten Sicherheitslücken bereits geschlossen worden sein sollen. Es wird erwartet, dass WordPress 4.2 bald erscheint.

Islam: Radschab, Schaʿbān und Ramadan – Drei gesegnete Monate?

Die islamischen Monate Radschab, Schaʿbān und Ramadan werden von vielen Muslimen als die drei gesegneten Monate bezeichnet. Gerade im türkisch-muslimischen Kulturkreis genießen diese drei Monate einen wichtigen Status. Dies geht zum einen zurück auf  Überlieferungen vom Propheten Muhammad (saw) und basiert zum anderen auf religiös-kulturellen Traditionen.

Oft als Beweis zitierte Überlieferungen wie „Oh Alllah, segne die Monate Radschab und Schaʿbān und führe uns in den Ramadan“ (Musnad, I, 259) oder „Der Radschab ist der Monat Allahs, der Schaʿbān ist mein Monat und der Ramadan der Monat meiner Ummah“ (Kaschf al-Hafâ, Band 1, S. 186, Hadith Nr. 554) sind bei Fachleuten jedoch umstritten. Erstere Überlieferung wird von der Mehrheit der Hadith-Experten und Gelehrten als schwach eingestuft, während für die zweite sogar von Autoritäten wie as-Suyūtī eine ursprüngliche Quelle angezweifelt wurde.

Das Konstrukt der drei Monate basiert daher eher auf einer Tradition, die sich in den vergangenen Jahrhunderten herausgebildet hat. Man sollte das Konstrukt aber nicht absichtlich missverstehen und von Grund auf ablehnen. Die Tradition selbst dient nicht dazu eine Neuerung in Glaubensfragen einzuführen (Bidʿa). Der Beginn der drei Monate ist heute vielmehr für die Masse von Gläubigen ein willkommener Anlass, um sich auf den bald bevorstehenden Monat Ramadan einzustimmen und vorzubereiten.

Gelehrte sehen bestimmte Dinge jedoch problematisch

Eine Vorbereitung im Sinne einer Verrichtung von freiwilligen und zusätzlichen religiösen Handlungen kann nicht per se als falsch betrachtet werden. Der Islam erlaubt grundsätzlich zusätzliche religiöse gottesdienstliche Handlungen wie Gebete oder Fasten. In den Quellen gibt es aus der Sicht der Mehrheit der Gelehrten jedoch keinen Hinweis darauf, dass ein Fasten im Monat Radschab segensreicher sein soll, als in anderen Monaten. Überlieferungen dieser Art wurden als schwach eingestuft und sind nach Meinung der Mehrheit nicht bindend für die Muslime.

Ein Fasten im Monat Schaʿbān findet sich hingegen in den Quellen und wird von der Mehrheit der Gelehrten auch als segensreich eingestuft. So gibt es einen Ausspruch des Propheten Muhammad (saw), das nach dem Fasten im Monat Ramadan ein Fasten im Monat Schaʿbān am segensreichsten sei (Tirmidhī, Zakāt, 28). Es bleibt allerdings weiterhin umstritten, ob es legitim ist den gesamten Monat Schaʿbān im Fasten zu verbringen.

Es gibt verschiedene Überlieferungen der Prophetentradition aus zuverlässigen Quellen (u.a. Muslim, Buchārī), die nahelegen, dass der Prophet Muhammad (saw) keinen ganzen Monat durchgefastet hat, außer im Ramadan. Einige Gelehrte äußerten deshalb Bedenken, ein solches (Durch-)Fasten im Monat Schaʿbān könnte das Fasten im Monat Ramadan entwerten. Es wurde daher empfohlen nur die erste Hälfte des Monats – wenn überhaupt – komplett im Fasten zu verbringen.

Besondere Nächte in den drei Monaten Radschab, Schaʿbān und Ramadan

In die drei Monate Radschab, Schaʿbān und Ramadan fallen verschiedene Nächte, die als segensreich gelten. Am ersten Freitag des Monats Radschab ist die Regaib-Nacht. In der 27. Nacht des Monats Radschab ist zudem die Miʿrādsch-Nacht. Die fünfzehnte Nacht des Monats Schaʿbān ist die Berat-Nacht und die 27. Nacht des Monats Ramadan wird – obwohl sie in den letzten Zehn Nächten vermutet wird – als Qadr-Nacht angesehen.

Die Regaib- und Berat-Nacht sind umstritten. Es gibt aus der Sicht der Mehrheit der Gelehrten keine Quellen, die zusätzliche Gebete rechtfertigen und eine Besonderheit dieser Nächte beweisen würden. Die Miʿrādsch-Nacht selbst wird als Andenken an die Himmelsreise (al-Miʿrādsch) und Nachtreise (al-Isrāʾ) des Propheten Muhammad (saw) teilweise anerkannt. Auch hier ist umstritten, ob zusätzliche Gebete erlaubt sind.

Die Qadr-Nacht wird hingegen im Koran in der Sura 97 Vers 1-3 erwähnt. Sie wird dort als besonders wichtige Nacht und als besonders segensreich beschrieben. Entsprechend wird auch empfohlen die Qadr-Nacht im Gebet und im Gedenken an Allah zu verbringen.