Zwei Tage – zwei Welten

Am Dienstag (27.09.2017) fand in Bonn eine Fachkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) statt. Die Konferenz mit dem Titel „Zivilgesellschaftliches Engagement im digitalen Zeitalter. Trends, Chancen und Herausforderungen“ richtete sich an Personen aus dem Non-Profit Bereich. Ausrichter war die Akademie „Management und Politik“ der FES. Ich nahm, gerade mit Blick auf Entwicklungen und Trends im Bereich des Online-Volunteering, sehr gerne an der Konferenz teil. Als Marketing- und PR-Manager interessiert es mich natürlich sehr, wie man junge Menschen im Netz für gemeinnützige Ideen und Projekte gewinnen kann oder gemeinsam digitale Innovationen für das Gemeinwohl entwickelt.

Auf der Fachkonferenz gab es sehr gute Inputs, gerade was meinen Themenbereich betraf. Ich habe viele tolle Menschen aus unterschiedlichsten NPOs kennengelernt und mir auch mehrere Best-Practice-Beispiele vor Ort angesehen. Der Austausch mit Personen, die sich für digitales Engagement starkmachen, war sehr anregend und ich habe viel für meine eigene Arbeit in Hamburg mitnehmen können. Dafür sei an dieser Stelle auch dem hervorragenden Team der Akademie „Management und Politik“ ein großes Lob ausgesprochen. Die Fachkonferenz wurde zwar am gleichen Tag über einen Live-Stream übertragen – falls man jedoch keine Gelegenheit hatte zuzuschauen, so kann man eine Zusammenfassung der Veranstaltung im Archiv des Live-Blogs nachlesen.

Schöne Begegnungen in Köln mit tollen Menschen.

Im Anschluss an die Tagung wurde ich von einem guten alten Freund mit dem Auto abgeholt und wir sind gemeinsam nach Köln gefahren, wo wir den Abend bei einer Schischa, Gesprächen über die Zukunft und einem netten Abendessen ausklingen ließen. Zugleich habe ich auch etwas über das Ästhetik-Verständnis eines Mannes aus Mersin gelernt, was mich dann doch etwas sprachlos zurückließ. Es war aber vermutlich dem Umstand gewidmet, dass die Tantuni in seinem kleinen Imbiss doch ganz gut geschmeckt haben.

Am nächsten Tag habe ich dann den bekannten Autor und Publizisten Eren Güvercin – nach einer spontanen Verabredung auf Twitter – zum Frühstück getroffen. Mit meinen immer noch nicht ganz eingerosteten wenigen Italienisch-Kenntnissen habe ich Herrn Güvercin immerhin mal überraschen können. Wir haben uns bei dieser Begegnung – die letzte lag eine ganze Weile zurück – über diverse Themen ausgetauscht und unterhalten. Ich möchte ihm für seinen Gedankenaustausch, seine Kritik und seine Haltung sehr danken. Dieses Frühstück war nicht selbstverständlich. Man schätzt den Wert solcher Gespräche umso mehr, wenn man weiß, wie sich andere dem Gespräch und Austausch nach Kritik und Disput verweigern können.

Interessante Projekte für muslimische Jugendliche unterwegs.

Im Anschluss an diese Begegnung habe ich dann weitere Freunde und ehemalige Weggefährten über den Tag verteilt in Köln getroffen. Wir haben uns über die verschiedensten Themen, teilweise über private Dinge, über alte Zeiten aber vor allem über aktuelle Probleme der muslimischen Gemeinschaft, unterhalten. Natürlich sind viele Ideen und Strategien für eine bessere Partizipation von Muslimen vorhanden. Aber nur wenige Projekte setzen sich mit der Thematik so auseinander, dass es im Kern wirklich um die muslimischen Jugendlichen selbst geht. Ich bin daher gespannt, was von diesen Geschwistern in der nächsten Zukunft alles auf den Weg gebracht wird und wie es von der Community aufgenommen wird.

Mein persönlicher Eindruck ist, es entstehen gerade sehr schöne und viele Projekte, die eine Alternative zu eingerosteten und kaputtgefahrenen Projekt-Ansätzen darstellen. Es ist zwar ein Neuanfang, aber mit viel Potenzial und Möglichkeiten verbunden. Ich habe unbedingt darauf hingewiesen, dass man auch Fehler machen müsse. Das hat man uns seinerzeit nämlich beigebracht. Ein geschätzter Bruder sagte: „Man, ich verstehe die Jugend nicht. Ich will nicht, dass sie ständig etwas perfekt machen. Ich will das sie Fehler machen und daraus etwas lernen.“ Möge Allah (swt) diese Ideen und Projekte deshalb erfolgreich sein lassen und sie zu Leuchttürmen und Vorbildern für muslimische Jugendliche werden lassen. Ich bin jedenfalls von den Ideen begeistert und blicke gespannt auf den Start in der Zukunft.

Rückreise und Alltag.

Kurz nach 19 Uhr bin ich dann meinen Heimweg nach Hamburg angetreten. In der Bahn konnte ich leider nicht sehen, wie der FC Bayern gegen PSG verloren hat und untergegangen ist. Stattdessen habe ich mir noch ein paar Folgen von diversen Serien auf Netflix angeschaut. Ich kam gegen 0.30 Uhr Zuhause an und musste sogleich am nächsten morgen wieder zur Arbeit. Der Alltag hat mich aktuell auch schon wieder eingeholt. Ich bin auch deshalb sehr dankbar für diese zwei Tage und für die tollen Begegnungen, Menschen und meinen Arbeitgeber. Ohne sie alle, wäre das nicht möglich gewesen. Deshalb nochmal: Dankeschön!

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