Türkischer Präsident Erdoğan in Bosnien und Herzegowina

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist gemeinsam mit mehreren Ministern zu einem Arbeitsbesuch nach Bosnien und Herzegowina gereist. Erdoğan nutzt den Besuch auch für einen Wahlkampfauftritt bei der Lobbyorganisation UETD.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist von Ankara aus um 11 Uhr Ortszeit nach Sarajevo in Bosnien und Herzegewonina ausgereist. Begleitet wird der türkische Präsident von seiner Frau Emine Erdoğan und verschiedenen Vertretern der türkischen Regierung. Unter anderem leisten der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, der stellvertretende Ministerpräsident Hakan Çavuşoğlu, der Finanzminister Nihat Zeybekci, der Jugend- und Sportminister Osman Aşkın Bak, der Kultur- und Tourismus-Minister Numan Kurtulmuş und der Verkehrs-, Marine- und Kommunikations-Minister Ahmet Arslan dem türkischen Präsidenten Gesellschaft.

Auch der Vorsitzende des Amtes für religiöse Angelegenheiten (DIYANET), Dr. Ali Erbaş, ist gemeinsam mit Erdoğan nach Bosnien gereist. Es wird erwartet, dass sich Erbaş mit dem bosnischen Großmufti Husein Kavazović zu einem Austausch trifft.

Im Vorfeld hatte es in der Türkei, mit Verweis auf ausländische Nachrichtendienste, Berichte über einen möglichen Anschlag auf das Leben von Erdoğan gegeben. Die Reise des türkischen Präsidenten ist offiziell als Arbeitsreise deklariert. Ein Treffen mit Bakir İzzetbegoviç, bosniakischer Vertreter im dreiköpfigen Staatspräsidium, und Regierungsmitgliedern von Bosnien und Herzegowina stehen als wichtige Punkte des Besuches an. Ein Austausch auf ministerieller Ebene soll ebenfalls erfolgen.

Erdoğan nimmt an UETD-Veranstaltung teil

Darüber hinaus wird der türkische Präsident auch zur 6. Vollversammlung der „Union Europäisch-Türkischer Demokraten“ (UETD) als Gastredner erwartet. Die UETD gilt als Lobbyorganisation des türkischen Präsidenten. Da es in Deutschland und anderen EU-Staaten zu Auftrittsverboten für türkische Regierungsmitglieder gekommen ist, hat die UETD kurzerhand ihre Vollversammlung nach Bosnien und Herzegowina verlegt. Die Veranstaltung wird laut Experten als Wahlkampfveranstaltung ausgerichtet, um für die Stimmen der Auslandstürken, bei der vorgezogenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni, zu werben.

Zur Veranstaltung erwartet die UETD nach eigenen Angaben etwa 11.000 Personen. Allerdings bleibt fraglich, ob diese Zahl tatsächlich erreicht wird. Gestern war ein Konvoi von etwa 16 Bussen (also knapp 1.000 Personen) an der Grenze zwischen Bosnien und Kroatien steckengeblieben. Es müssten aber 160 Busse sein, die aus ganz Europa anreisen. Es wird daher erwartet, dass vor allem Menschen aus der Türkei und Bosnien und Herzegowina den Saal füllen werden. Die Vollversammlung wird live im türkischen Fernsehen und im Internet übertragen. Der Beginn ist auf 13.30 Uhr vorgemerkt.

Zum Abschluss seiner Bosnien-Reise besucht der türkische Präsident die Internationale Universität von Sarajevo. Dem türkischen Präsidenten soll dort eine Ehrendoktorwürde für sein Engagement um die Universität und das Land Bosnien und Herzegowina verliehen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.