Islam

Saudi-Arabien mit neuem Medienangebot zur Hadsch

Saudi-Arabien richtet zwei neue Medienplattformen zur Begleitung der Hadsch ein. Hintergrund ist die Deutungshoheit über den Hadsch auch in der Medienberichterstattung zu wahren.

Das Königreich Saudi-Arabien will sein Image weiter aufpolieren und hat dafür zwei neue Medienportale vorgestellt, die sowohl Einblicke in den diesjährigen Hadsch als auch in das Königreich selbst geben sollen. Das Königshaus will damit auch die Deutungshoheit in der internationalen Berichterstattung wahren.

Das saudi-arabische Ministerium für Kultur und Information (MOCI) hat in Vorbereitung auf den Hadsch zwei Digitalplattformen bereitgestellt. Auf diesen Plattformen können sich Pilgerreisende nach Mekka, sowie interessiertes Publikum aus aller Welt und internationale Medien über den Hadsch informieren und Einblicke in den diesjährigen Hadsch gewinnen.

Medienportale „Saudi Welcomes the World“ und „Hajj2017“

Auf der Website SaudiWelcomesTheWorld.org wird Content von der Crowd bereitgestellt. Hier werden Bilder, Videos und Berichte über die verschiedenen Millionen von Pilgern mit der Öffentlichkeit geteilt. Das Königreich wirbt damit, dass mit der Plattform auch Grenzen von ethnischer Herkunft, Rasse, Hautfarbe, Kultur und Sprache gesprengt werden. „Die Plattform verschafft einen offenen Einblick in diese Wege (Anm. d. Redaktion: Pilgerfahrt) und lädt die Welt ein, die wahren Werte des Islam zu erfahren und diese mitzutragen“, heißt es von Seiten des MOCI.

Die Website soll in diese Funktion das Medienportal Hajj2017, das Informationen, Aktuelles und Neuigkeiten über den Hadsch 2017 enthält, unterstützen. Hier haben Journalisten Zugang zu Medienmaterial und können dieses herunterladen, wie z. B. Bilder, Infografiken und Pressemitteilungen. Benutzer des Portals können auch Live-Streams aus allen offiziellen Kanälen anzeigen.

Versuch der Einflussnahme auf internationale Berichterstattung durch das Königshaus

Saudi-Arabien versucht mit seiner offenen Art auf den Portalen auch die Berichterstattung zur Hadsch etwas selbst zu steuern. Bisher konnte sich das Land immer darauf verlassen, dass im Sinne des Königshauses berichtet wurde. Allerdings zwingen die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere durch den Streit mit Qatar, das Königreich zu Maßnahmen, um die Deutungshoheit über den Hadsch, und damit auch die Existenzgrundlage des Landes, zu sichern.

Die Medienoffensive muss daher gerade von Journalisten auch kritisch betrachtet werden. Eine einfache Übernahme von Darstellungen auf den Plattformen sollte es auf keinen Fall geben. Insbesondere dann nicht, wenn Menschenrechte und Krisen vom Königshaus ausgeblendet werden sollen. Gerade die Krisen mit dem Iran und Qatar zeigen, dass das Königshaus nicht gewillt ist, einen friedlichen Umgang mit seinen Nachbarn in Nah-Ost zu pflegen. Im Gegenteil: Es wird auch mit deutschen Panzern aufgerüstet.

Hintergrund zur diesjährigen Hadsch

Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam und besteht aus der Pilgerfahrt nach Mekka, wo religiöse Riten, wie sie im Koran beschrieben sind, befolgt werden. Jeder erwachsene Muslim ist verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern, vorausgesetzt er oder sie ist körperlich und finanziell dazu in der Lage.

Mehr als 1,5 Millionen Pilger sind bereits in Saudi-Arabien eingetroffen, und es werden weitere 500.000 Pilger zu der Hadsch erwartet. Die rituellen Handlungen beginnen bereits am 30. August und sollen bis zum 4. September andauern.

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Source
MOCI
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