Ein produktives und schönes Wochenende in Erfurt

Über das Wochenende war ich in Erfurt (Thüringen, im Osten Deutschlands). Angesagt war ein Treffen mit engagierten Ehrenamtlichen aus der ganzen Republik und weiteren Kollegen aus dem Büro. Es ging um eine Art Projektwerkstatt, in der vor allem ein Gedankenaustausch stattfand und wir uns über neue Ideen, Strategien und Visionen für die Zukunft ausgetauscht haben.

Erfurt - Am Graben

Das Wochenende war tatsächlich sehr anstrengend aber auch ziemlich produktiv. Ich hab wieder mal viele besondere junge Menschen kennenlernen dürfen und wir hatten auch – neben der Arbeit – eine Menge Spaß. Interessant war auch mal wieder zu sehen, wie eine Organisation nach dem Button-Up-Prinzip über das Engagement von Ehrenamtlichen stark werden kann. Irgendwie macht mir meine Arbeit wohl auch deshalb so viel Spaß. Hier zählen Ideen mehr, als Führungsposition, Loyalität oder Abstammung. Und moderne Jugendarbeit wird bei uns gelebt.

Von Erfurt habe ich tatsächlich nicht viel mitbekommen. Wir waren in einer Jugendherberge in einem ziemlich Nobel wirkenden Viertel untergebracht. Am späten Samstagabend hab ich (quasi gezwungenermaßen) einen kurzen Spaziergang gemacht. Irgendwie war es im gesamten Viertel menschenleer und ziemlich still. Was mich aber auch fasziniert hat: Es gibt in Erfurt noch immer ziemlich natürlich wirkende Ecken, wo der Mensch die Natur nicht beschädigt oder verdrängt hat. Gerade am Flussgraben entlang kann man auch schön joggen.

Der Dom in Erfurt – ein baugeschichtliches Denkmal

Nach dem Ende und Ausklang der gesamten Veranstaltung habe ich mir noch die Zeit genommen, den bekannten Erfurter Dom, St. Marien, zu besichtigen. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie Kirchen mit katholischer Tradition – gerade an Sonntagen – mit Leben gefüllt werden können. Auf dem Domplatz hat die Caritas quasi ein Volksfest veranstaltet, während oben in und um die Kirche herum verschiedenste Angebote – beispielsweise von Ordensschwestern – die Menschen in Reihen anzogen. Der Dom war voll und das, obwohl keine Andacht stattfand. Manche (auch muslimische) Gemeinde könnte sich von solchen Konzepten einiges abschauen.

Erfurter Dom - St. Marien Vorplatz

Interessant am Erfurter Dom ist tatsächlich aber seine historische Geschichte, vor allem seine Architektur. Während meines Rundgangs bin ich auch einem Architektenpaar aus Zürich begegnet, das sich extra aufgemacht hatte, um den Dom zu besichtigen. Ich persönlich bin schon seit der gymnasialen Oberstufe von gotischen, romanischen und vorromanischen Bauten sehr begeistert. Ich verbinde mit einer solchen Architektur auch immer lyrische Dichtung. Wer in der Stadt ist, sollte sich einen Besuch erlauben. Mir hat vor Ort die Akustik im Hauptgebäude und Altarraum stark gefallen. Der Chor übt zudem regelmäßig und klingt sehr sehr schön.

Besucher sollten aber die Andachten und Gebete nicht stören. Entsprechend habe ich meinen Besuch kurz gehalten. Dabei hätte ich noch bleiben können. Ich begegnete quasi auf dem Rückweg zum Bahnhof einem alten Bekannten, einem Kardinal. Wir hielten das Gespräch leider sehr kurz, er war auch nur zufällig vor Ort. Ich musste leider zurück nach Hamburg. Vielleicht ergibt sich ja irgendwann in der Zukunft doch noch mal wieder die Gelegenheit zum interreligiösen Austausch. Jetzt weiß ich wenigstens, wo ich noch einen alten Bekannten bei Erfurt habe.

Weitere Bilder gibt es auf Instagram.

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