Islam

DITIB: Besorgnis erregende Entwicklungen bei Politisch Motivierter Kriminalität

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) fühlt sich durch die aktuellen Zahlen und Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und der Fallzahlen für Politisch Motivierte Kriminalität (PMK) in ihren Sorgen bestätigt. So habe man mehrfach die nun offen zutage getretenen Entwicklungen angemahnt, hieß es am Dienstag (25.04.2017) aus der Kölner Zentrale in Ehrenfeld durch den DITIB-Vorstand.

Die DITIB sieht nach eigenen Angaben das gesellschaftliche Klima durch Wahlkämpfe und mediale Berichterstattung aufgeladen. Deshalb komme es zu Übergriffen auf Muslime, ihre Moscheen oder Einrichtungen türkeistämmiger Bürgerinnen und Bürger. „Schreckensmeldungen über Ausgrenzungen, Diskriminierungen, Gewalttaten und Vandalismus gegen muslimische oder „migrantische“ Menschen und ihre Einrichtungen mehren sich sprunghaft“, sagt die DITIB. Dies sei beängstigend.

DITIB spricht von Scheindebatte um Integration

Wie auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärt habe, stelle man eine zunehmende Verrohung fest, der alle Teile der Gesellschaft entschieden entgegentreten müssten. „Auch wir rufen dazu auf, Respekt, Maß und Gewaltlosigkeit in unserer Sprache und in unserem Handeln wieder mehr zur Geltung zu bringen und das Problem nicht nur allein den Sicherheitsbehörden zu überlassen, sondern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen“, sagt die DITIB.

Das aktuelle türkenfeindliche Klima belaste die Menschen ungemein. Auch das Aufflammen der sogenannten „Integrationsdebatte“ auf dem Rücken der türkeistämmigen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sei eine reine Scheindebatte, die „Vorbehalte, Vorurteile und Feindschaften schürt und dabei ausgrenzend und herabsetzend ist.“ Dies führe auch zu verbalen, gewalttätigen und kriminellen Übergriffen.

DITIB: Unsere Einrichtungen sind Ziel von Übergriffen

In den letzten Wochen sei eine DITIB-Moschee mit einem Hakenkreuz und dem Schriftzug „You all will die!“ (Ihr werdet alle sterben!) und andere Einrichtungen mit diffamierenden Schriftzügen beschmiert oder anderweitig attackiert worden. „Medien und Politik reagieren kaum oder höchstens lokal darauf“, kritisiert die DITIB und zeigt sich verärgert über eine fehlende Anteilnahme aus der Gesellschaft.

Man weise mit Nachdruck darauf hin, dass islamfeindliche Taten noch immer nicht in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und in den Fallzahlen für die Politisch Motivierte Kriminalität (PMK) erfasst würden. Eine verlässliche Statistik sei damit nicht gegeben und man könne die Übergriffe nicht beziffern. Die Haltung „Was nicht statistisch erfasst wird, ist nicht existent und folglich kein Problem“ sei laut DITIB falsch.

DITIB: Rassismus und Islamfeindlichkeit sind traurige Realität

„Islamfeindliche oder rassistische Übergriffe gegen Muslime und ihre Organisationen sind längst traurige Realität in Deutschland und müssen als solche statistisch erfasst und gesellschaftspolitisch thematisiert werden“, sagt der Moscheeverband. Weiterhin Besorgnis erregend sei zugleich die Erklärung von Bundesinnenminister de Maizière (CDU), wonach „die Anzahl politisch motivierter Straftaten 2016 erneut zum vierten Mal in Folge einen Höchststand erreicht hat. Das ist inakzeptabel. […] Rund 45 Prozent der für den Bereich der politisch motivierten Ausländerkriminalität festgestellten Delikte (1.518) stehen im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen der Türkei und der PKK.“

Dies werde durch unaufgeklärte, beziehungsweise für die Täter folgenlosen Übergriffe aus den politisch motivierten Straftaten gegen Moscheen oder türkeistämmige Organisationen bestätigt. !Solidaritätsbekundungen für die Opfer und Distanzierungen von diesen terroristischen Umtrieben sind kaum zu vernehmen. Auch diesbezüglich rufen wir dazu auf, Respekt, Maß und Gewaltlosigkeit in unserer Sprache und in unserem Handeln wieder mehr zur Geltung zu bringen und das Problem nicht nur allein den Sicherheitsbehörden zu überlassen“, sagt die DITIB. Alle Akteure seien nun in der Verantwortung, jeder Form von Hass und Gewalt, auf den Straßen und im Internet, entschieden entgegen zu treten.

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