Islam

Der Ramadan endet – was bleibt ist Traurigkeit

Ein paar Gedanken zum Ende des Monats Ramadan im Jahr 2017.

Der Ramadan 2017 endet – Sein Anfang ist Barmherzigkeit, seine Mitte ist Vergebung und sein Ende ist die Rettung vor der ewigen Verdammnis. Der Ramadan endet heute (24.06.2017) mit dem letzten Fastentag. Bereits morgen früh wird kurz nach dem Morgengebet das Festgebet verrichtet werden und drei Tage lang werden Muslime in aller Welt über das Id al Fitr, das Ramadan-Fest, feiern.

Wir danken Allah (swt) das wir wieder dort sind, wo wir auch letztes Jahr ankommen durften. Am Ende eines Monats, in dem wir Verzicht ausgeübt haben, um das Wohlgefallen Allahs (swt) zu erlangen. Alhamdulillah. Doch zugleich haben sich im Ramadan unsere Sinne geschärft und wir haben begonnen unsere Spiritualität wieder zu entdecken. Wie gut hat uns die Abstinenz von vielen weltlichen Dingen getan? Wie gut hat es uns getan, den aktuellen politischen Entwicklungen auf der Welt mal nicht folgen zu können.

Ramadan: Schönheit der Religion – Schönheit der Schöpfung

Abstand nehmen, sich selbst bewusst werden, sich der Schönheit der Religion, der Schönheit der Schöpfung bewusst werden – auch dafür steht und stand der Ramadan. Wer in diesen Genuss gekommen ist – Friede sei mit Ihm! Wer es nicht geschafft hat – Allahs Barmherzigkeit sei mit Ihm! Wer sich erst gar nicht auf diesen Pfad begeben hat – Nimm dir jetzt vor, was du später vielleicht nicht mehr schaffen kannst. Ich spreche aus Erfahrung.

Angesichts der Lage in der sich viele Muslime in aller Welt befinden, angesichts der Folter und dem Krieg, dem Muslime ausgesetzt sind, feiert es sich natürlich nicht besonders. Natürlich sind unsere Gedanken und unsere Gebete auch mit unseren Geschwistern in aller Welt. Wir beten für ein Ende der Kriege, gleichzeitig nehmen wir uns vor, etwas – sei es auch nur eine Kleinigkeit – für den Frieden auf dieser Welt zu tun. Ein Muslim ist sozial. Das gilt auch für den Ramadan.

Denkt an die Flüchtlinge, an euer Umfeld und eure Familien

Viele nutzen die Zeit für ihre Zakat ul Fitr, sie stiften gute und wertvolle Dinge und spenden im Übermaß. Die Sadaqat ul Fitr, sie kommt den Bedürftigen zugute. Und schauen wir uns um: Gerade in Deutschland haben wir auch in den Flüchtlingen so viele Bedürftige, dass auch wir diese nicht vergessen dürfen. Sie sind eine Verantwortung – für die gesamte Gesellschaft, aber erst Recht für uns Muslime. Wer seine Geschwister in seinem Umfeld, wer seine Familie vernachlässigt, der kann kein guter Muslim sein. Deshalb ist die Zeit für Streit vorbei. Deshalb ist die Zeit für Klagen vorbei.

Es ist das Ende vom Ramadan. Die letzte Gelegenheit noch einmal sich selbst zurechtzurücken und letztlich zurückzuschauen, was man erreicht hat und was man erreichen wollte. Nutzen wir das Ende des Ramadans für eine eigene Abrechnung. Nutzen wir es für einen Gedanken über unser Leben und nutzen wir es für einen Vergleich: Was für Entscheidungen haben wir getroffen, die uns zu guten Muslimen und zu guten Menschen gemacht haben? Was für Entscheidungen haben wir getroffen, die uns von unseren Geschwistern und von unserer Religion entfernt haben?

Ramadan, das ist ein gesegneter Monat. Ramadan, das ist ein Erwachen. Ramadan, sein Ende ist Traurigkeit. Weil uns bewusst wird, wie viel wir tun könnten und doch im Alltag nicht schaffen. Es fehlt uns an Ehrgeiz. Es fehlt uns an einem Interesse für unsere Mitmenschen, für unsere Gesellschaft. Es wird endlich Zeit, dass wir dies ändern. Und wie könnte dies besser gelingen, wenn wir am Ende des Ramadan nicht endlich aufwachen und uns endlich Mühe geben, etwas ändern zu wollen.

Mit diesen Gedanken wünsche ich euch allen ein gesegnetes Fest und angenommene Werke, inschaallah. Möge Allah (swt) uns allen unsere Sünden vergeben und uns allen den Eintritt in sein Paradies gewähren.

Eid Mubarak! Happy Bayram! Bayram şerif mübarek olsun! Bayramınız mübarek olsun!

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