Buchbesprechungen

Ich schreibe immer wieder kleinere Buchbesprechungen zu Büchern, die ich gelesen habe und die ich in irgendeiner Form bewerten bzw. rezensieren wollte. Alle Buchbesprechungen, die ich vorgenommen habe, findet man hier.

Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt – Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt

In seinem kleinen, im Reclam-Verlag erschienenen, Büchlein „Die Vereindeutigung der Welt – Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt“ knüpft der bekannte Islamwissenschaftler Thomas Bauer thematisch an sein Buch „Kultur der Ambiguität“ an.

Iran verstehen – Geschichte, Gesellschaft, Religion

Gerade mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen und Ausschreitungen im Iran sind Bücher mit einem tiefer gehenden Verständnis für die Geschichte, Gesellschaft und Religion im Iran weiterhin Mangelware. Gerhard Schweizer hat sich dem Thema angenommen und entstanden ist ein Werk, das einen tiefen Einblick in die Probleme des iranischen Staats- und Gesellschaftssystems gewährt. Aktuell und wichtig für unser Verständnis.

Buchkritik: Muslim sein in Deutschland von Mouhanad Khorchide

Der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) und Münsteraner Professor für Islamische Religionspädagogik, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, hat ein neues Buch veröffentlicht. Es heißt „Muslim sein in Deutschland“, besteht aus 172 Seiten und wurde von Ali Hamdan in ein einfaches Arabisch übersetzt. Damit ist allerdings alles Positive zum Buch auch schon gesagt. Tatsächlich fragte sich der Autor dieser Zeilen, wieso er überhaupt das Geld für das neueste Werk ausgegeben hat. Es gab weder etwas Interessantes zu lesen, noch den Hauch einer echten „Theologie der Barmherzigkeit“, wie man sie aus der dreier-Publikation von Khorchide zum Thema noch kannte.

Buchkritik: Auf den Spuren verlorener Weisheit

Wie kann man interessierten Menschen Wissen über den Islam und wichtige muslimische Denker gut rüberbringen? Es gibt viele Antworten auf diese Frage, aber auch die Antwort: „Mit einem Märchen!“ Normalerweise sind Märchen immer mit einer gewissen negativen Assoziation verbunden. Ein Märchen – modern, für (junge) Erwachsene – ist meistens eben nicht abendfüllend und vor allem erfüllend. Autorin Elsbeth Heinzelmann schafft es hingegen ihre Leser zu faszinieren und führt sie in ihrem neuen Buch „Auf den Spuren verlorener Weisheit“ zu den wichtigsten Denkern und Wissenschaftlern des Islam.

Lust & Gunst: Sex und Erotik bei den muslimischen Gelehrten

„Warum hat er sich gerade dieses Thema ausgesucht?“, fragte mich unlängst ein Freund über WhatsApp. Er hatte sich gerade über den Titel des Buches von Ali Ghandour empört. Nicht, dass man als muslimischer Theologe nicht über Sex und Erotik schreiben dürfe – nur er hätte etwas Wissenschaftlicheres erwartet und kein „billiges Thema“ um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ich musste schmunzeln und klärte ihn auf: „Ghandour schreibt nicht über Sex und Erotik sondern zeigt anhand dieses Themas die Tabuisierung von Themen und den Wegfall der Meinungsvielfalt in der muslimischen Geschichte.“

Der Islam als Diskursfeld von Dirk Halm

Gestern wieder in der Hand gehabt und quasi im Handumdrehen verschlungen. Dirk Halm hat mit der zweiten Auflage seines Buches „Der Islam als Diskursfeld: Bilder des Islams in Deutschland“ (2008) die mögliche Entwicklung des Islams und der Muslime in Deutschland treffend analysiert. Obwohl die Interviews mit den Experten, auf denen die Thesen im Buch basieren, mindestens 8 Jahre zurückliegen, hat sich an der Situation von Islam, Muslimen und muslimischer Verbände in Deutschland nicht viel geändert.

Sufismus – Eine Einführung in die islamische Mystik

Immer wieder trifft man auf kontroverse Fragen zum Thema Sufismus. Vor allem muslimische Jugendliche, die nicht genau verstanden haben was Sufismus eigentlich bedeutet und welche Strömungen es gibt, wenden sich fragend an ihre Bezugspersonen. Auch, weil offene Anfeindungen gegenüber Sufis heute weitaus stärker in der deutschsprachigen Öffentlichkeit anzutreffen sind als früher. Entsprechend lautet eine oft wiederkehrende Frage: „Sind Sufis eigentlich Muslime?“ Dabei ist die Frage nicht einmal böse gemeint. Die falschen Vorstellungen und vermeintlich „islamischen“ Meinungen zu Sufis sind dank Laienpredigern sehr prominent geworden. Dabei basieren die meisten Vorurteile gegenüber Sufis auf Hörensagen oder sind – noch schlimmer – politisch motiviert. Es fehlt eine Differenzierung – und vor allem an Hintergrundwissen.