Bootfähige USB (bootable USBDisk) unter MacOS erstellen

In dieser Anleitung erkläre ich kurz, wie man eine bootfähige USB-Disk unter MacOS (getestet auf Systemen mit Maverick bis Sierra) erstellen kann. Die Anleitung ist so gestaltet, dass sie sich an Anfänger richtet. Dennoch sollte man die Anleitung mit Vorsicht genießen, weil Fehler katastrophale Folgen, bis hin zur Zerstörung des USB-Laufwerks, der Festplatte oder eigener wichtiger Daten zur Folge haben können. (Die Ausführung erfolgt auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Fehler!)

Für diese Anleitung habe ich ein Fallbeispiel erstellt, dass sich an realen Umständen orientiert. Unsere Aufgabe: Wir wollen mit einer Windows 7 ISO-Datei eine bootfähige USB-Disk erstellen, um auf unserem alten Laptop, bei dem das DVD-Laufwerk streikt, eine frische Installation vorzunehmen.

Windows 7 oder andere ISO-Datei herunterladen

Natürlich müssen wir dafür zuerst eine Windows 7 ISO-Datei herunterladen. Microsoft bietet seinen Kunden hierfür eine Anlaufstelle unter https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows7 an. Dort kann man nach Eingabe der Windows 7 Product Key den Download einer ISO-Datei starten. Die Adresse funktioniert allerdings nicht bei OEM-Versionen. Hierfür wendet man sich am besten an den eigenen Hersteller. Es gibt aber auch Anbieter, wie beispielsweise CHIP.de, wo Windows 7 Versionen samt Service Pack 1 kostenlos zum Download bereit gestellt werden. Hat man sich die ISO-Datei besorgt sollte man diese am Besten in einen Pfad legen, wo man Zugriff drauf hat. In unserem Fall ist es der Desktop. Wenn man unserer Anleitung 1 zu 1 folgen will, dann sollte man die ISO-Datei in dieses Verzeichnis verschieben.

USB-Laufwerk, das als bootable USB-Disk dienen soll

Als zweites brauchen wir einen USB-Stick. Wichtig ist, dass der Stick ausreichend Speicherplatz bieten sollte. Windows 7 braucht beispielsweise etwa 2,5 – 3 GB Speicherplatz auf einer USB-Disk. Wir haben in unserem Fallbeispiel einen USB-Datenträger von Sandisk mit einer Gesamtspeicherkapazität von 8 GB genutzt. Natürlich sollte man alle Daten auf dem USB-Datenträger vorab sichern. Bei dem folgenden Prozess wird nämlich alles, was auf der USB-Disk ist, überschrieben und gelöscht. Steckt bitte den USB-Datenträger an und wechselt dann in die Konsole (Terminal).

Konsole (Terminal) wird benötigt

Diese Anleitung funktioniert ausschließlich mit der Konsole (Terminal). Sie befindet sich unter Programme -> Dienstprogramme -> Terminal. Es ist eine einfache Geschichte diese zu öffnen und zu nutzen. Im folgenden ein Bild, dass den gesamten Prozess aufzeigt, den wir jetzt tätigen werden. Wir werden jeden einzelnen Schritt erklären.

Terminal Gesamter Prozess

Umwandlung der ISO Datei in eine IMG Datei in der Shell

Nach dem Start des Terminals wechseln wir in das Verzeichnis „Desktop“

cd desktop

und listen alle Dateien auf, die in dem Pfad vorhanden sind.

ls

Danach geben wir folgenden Befehl ein

hdiutil convert -format UDRW -o windoof.img windoof.iso

Dieser Befehl konvertiert die ISO Datei in unser benötigtes IMG Format. Die entstandene Datei wird mit windoof.img benannt. Es wird allerdings die Endung .dmg hinzugefügt. Diese muss man vor dem weiteren Prozess jedoch manuell noch entfernen! In unserem Fall wurde aus „windoof.img.dmg“ windoof.img gemacht. Einfach im Kontextmenü Umbenennen ist die schnellste Lösung.

Der eigentliche Brennprozess

Nun wollen wir die IMG-Datei auf unsere USB-Disk „brennen“. Dafür geben wir folgende Befehle ein:

diskutil list

Dieser Befehl listet alle vorhandenen Laufwerke auf. Wichtig ist, dass man die Bezeichnung des USB-Laufwerks genau notiert. Sollte das USB-Laufwerk nicht aufgeführt sein, dann habt ihr das Laufwerk entweder schon rausgeschmissen oder es ist nicht richtig angeschlossen. Bitte prüft dann nochmal alles vorab. Hier darf man keinen Fehler machen, weil sonst ein Datenverlust drohen kann. In unserem Fall ist das USB-Laufwerk /dev/disk2. In eurem Fall kann und wird es eine andere Bezeichnung haben. Bitte vergewissert euch, bevor ihr den nächsten Schritt macht, ob ihr das richtige Laufwerk erwischt habt. Ihr müsst für euren Fall die Ziffer 2 durch eure eigene Ziffer für euer Laufwerk ersetzen!

diskutil unmountDisk /dev/disk2

Dieser Befehl schaltet das Laufwerk quasi aus. Es ist aber weiterhin vorhanden und kann beschrieben werden. Der Schritt ist wichtig, damit das Brennen unserer Daten auf der USB-Disk reibungslos funktioniert und keine anderen Schreibprozesse dazwischen greifen.

sudo dd if=windoof.img of=/dev/rdisk2 bs=1m

Mit diesem Befehl beginnen wir den Schreibprozess. Dieser muss mit dem Sonderbefehl sudo eingeleitet werden, weil ein solcher Prozess Admin-Rechte benötigt. Man wird aus Sicherheitsgründen entsprechend nach dem Passwort gefragt. Dieses bitte eingeben. Der Prozess wird entweder mit einer Fehlermeldung quittiert (ihr habt was falsch gemacht) oder aber mit nichts. Im Hintergrund hat in diesem Fall der Schreibprozess begonnen. Es kann jetzt bis zu mehrere Minuten dauern, bis der Prozess beendet ist. Ihr werdet erst nach Abschluss über den Erfolg informiert. Jetzt müsst ihr den USB-Datenträger nur noch richtig auswerfen lassen. Benutzt dafür den folgenden Befehl

hdiutil eject /dev/disk2

Zum Abschluss geben wir noch ein

exit

Der gesamte Prozess und auch die Antworten des Systems werden, wie gesagt, im obersten Bild alle angezeigt. Nach dem letzten Schritt könnt ihr das USB-Laufwerk einfach entfernen. Der Prozess ist insgesamt abgeschlossen. In unserem Fallbeispiel konnte dann mit dem USB-Laufwerk tatsächlich Windows 7 auf einem älteren Laptop installiert werden. Wir mussten nur noch im Bios des Rechners vorab die Booteinstellungen anpassen, damit Booten von USB unterstützt wurde.

Wichtig: Für künftige Prozesse dieser Art kann das Terminal erneut genutzt werden. Es werden in den Standardeinstellungen die zuletzt getätigten Eingaben gespeichert. Man braucht nur mit den Cursor Tasten nach oben oder unten zu drücken um auf die getätigten Befehle zuzugreifen. Das erleichtert den Vorgang später ungemein.

Ich hoffe die Anleitung hat euch geholfen. Über Feedback oder Rückfragen freue ich mich.

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