Millionen von Angaben in den Biografien bei Instagram sind gefüllt mit Links zu verschiedenen Anbietern, die es Instagram-Nutzern ermöglichen Links zu Inhalten aufzulisten. Ein Grund dafür war und ist bis heute, dass man Links in Instagram-Beiträgen nur eingeschränkt bis gar nicht setzen kann. Doch das Mutterunternehmen Meta denkt mittlerweile etwas um und scheint erkannt zu haben, dass diese Einschränkung der Link-Setzung völliger Nonsens ist.

Denn Instagram ist seit der ersten Stunde eine Vermarktungsplattform gewesen. Wenn hier dann nur, wie bisher üblich, größere Accounts z. B. Links in ihren Beiträgen und Insta-Stories setzen können, ist der Dienst für einfache Blogger und Fashion-Victims nicht so interessant. Das wurde schon seit Jahren immer wieder gegenüber Instagram argumentativ aufgeführt. Doch die Argumente für eine Veränderung wurden von Meta nicht aufgenommen.

Nun scheint es aber so, dass man auch im Hause Meta verstanden hat, dass die goldene Facebook- und Instagram-Zeit längst vorbei ist. Während man bei Meta an einem Metaverse arbeitet, ist man dazu übergegangen Instagram weiter auszubauen und von anderen Netzwerken selbstverständliche Dinge als neue Funktionen einzuführen. Dazu gehört auch der neue Link-Sticker. Damit können inzwischen alle Accounts (sofern sie nicht vorbelastet sind) in ihren Stories Links zu Webseiten hinterlegen.

Der Link-Sticker sieht nicht besonders aus, erfüllt aber seinen Zweck. Der Sticker muss von Nutzern jedoch explizit angeklickt werden. Im Anschluss muss der angezeigte Link noch einmal angeklickt werden, um die verlinkte Seite aufzurufen. Damit ist es zwar immer noch kompliziert einen Link über Stories aufzurufen, doch das neue Prinzip ersetzt das bisherige “Hochswipen” in Stories und ist für alle verfügbar, statt nur für Accounts mit einer größeren Followerschaft. Das ist so gesehen ein Fortschritt.

Meta kämpft mit Aktivitätsschwund und Abwanderung

Wem der Sticker nicht gefällt, der kann auch GIFs darüber postionieren und so den Sticker verstecken. Das Klicken funktioniert trotzdem. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen eine Call-to-Action zu hinterlegen, beispielsweise durch ein platziertes GIF mit „Klick hier“ über dem Sticker. Das sorgt für Aufmerksamkeit und erhöht die Klickrate. Der Schritt von Meta ist jedenfalls als ein erster Türöffner zu betrachten. Allerdings könnte der Schritt viel zu spät kommen. Die jüngere Generation setzt, wie man auch einzelnen Studien zu den Jahren 2019 und 2020 glauben darf, eher verstärkter auf Plattformen wie TikTok.

Instagram scheint insgesamt ein Problem mit deutlich weniger Aktivität zu haben. Das fällt immer mehr auf, wenn man sich größere Accounts anschaut, bei denen nur noch ein Bruchteil aktiv am Geschehen teilnimmt, sei es durch Kommentare oder Likes. Außerdem versuchen viele Content-Creator ihre Inhalte aus TikTok auch auf Instagram zu verbreiten. Meta scheint erkannt zu haben, dass es eine neue Richtung und Idee braucht, um den Trend zu nutzen und sich für die Zukunft aufzustellen. Dazu gehört auch, die bestehenden Netzwerke so weit zu öffnen, wie es einen Mehrwert und Kundenbindung schafft.

Erstmals in seiner Geschichte muss Meta innovativ sein

Ob das Metaverse der geeignete Weg der Zukunft ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Denn Meta scheint selbst nicht zu wissen, wohin sich die Idee von einem Metaverse entwickeln soll. Tatsächlich haben wir bisher nur eine Idee und keinen echten und erkennbaren Plan. Und selbst die Idee wird nicht auf Anhieb verstanden. Das ist positiv. Es könnte nämlich auch bedeuten, dass es mehr Tests und Experimente geben wird und damit vielleicht neue Innovationen geschaffen werden müssen.

Erstmals seit seinem Bestehen muss Meta innovativer werden als alle Konkurrenten zusammen. Darin liegt eine gewisse Gefahr, aber eben auch eine große Chance. Dass es der Konzern ernst meint, hat man bereits an der Änderung des Konzernnamens gesehen. Jetzt muss man sehen, ob die Idee mit Leben gefüllt und Meta tatsächlich die Menschheit in die Zukunft eines neuen Metaverse führen kann. In der Zwischenzeit dürfte auch die Produktinnovation bei Instagram und Facebook weiter zunehmen.

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