Google Ads führt neues Verwarnungssystem ein

Google Ads führt neues Verwarnungssystem ein
Symbolbild – Anzeigengeschäft bei Google Ads ist immer schwierig – Photo by Rodion Kutsaev on Unsplash

Werbeanzeigen sind das wichtigste Kerngeschäft von Google Ads. Doch immer wieder gibt es wegen der Anzeigen Ärger im Netzwerk. Nun hat Google Ads ein neues Verwarnungssystem angekündigt, dass ab September eingeführt werden soll. Das System soll schrittweise ausgebaut und auf verschiedene Bereiche erweitert werden. Google kommt damit Kritikern entgegen, die der Plattform einen zu laschen Umgang mit Richtlinienverstößen vorwerfen.

Google hat vor einigen Tagen seine Ads-Kunden per Mail angeschrieben und informiert über die Einführung eines neuen Verwarnungssystems ab dem 21. September 2021. Das System soll laut Mail in einer dreimonatigen Anlaufzeit für folgende Richtlinien eingeführt werden: „Unlauteres Verhalten ermöglichen“, „Nicht freigegebene Substanzen“, „Schusswaffen, Schusswaffenteile und ähnliche Produkte“, „Sprengkörper“, „Sonstige Waffen“ und „Tabak“.

Werbetreibende, die wiederholt gegen die Richtlinien von Google Ads verstoßen, müssen mit einem konsequenteren Vorgehen rechnen. Google wird nach eigenen Angaben gegen Richtlinienverstöße stärker vorgehen und diese auch ahnden. Mit der Einführung der Maßnahme wollen man dazu beitragen, dass die „sichere und positive Nutzererfahrung“ erhalten bleibe. Deshalb müssten Werbetreibende die Google Ads-Richtlinien einhalten.

Verwarnungen und Kontosperrungen

Wer sich nicht an die Richtlinien hält, wird künftig Verwarnungen durch Google erhalten. Werbetreibende werden dabei auch per E-Mail benachrichtigt. Laut Google führt der erste Richtlinienverstoß zu einer Warnung. Bei fortgesetzten Verstößen bekommen Werbetreibende dann die erste Verwarnung. Laut Google sind bis zu drei Verwarnungen (3 Strikes Regel) möglich. In der Konsequenz soll es vorübergehende Kontosperrungen geben. Nach der dritten Verwarnung ist eine dauerhafte Kontosperrung vorgesehen.

Google wird prüfen, ob nach temporären Sperren die beanstandeten Werbemaßnahmen korrigiert und die Verstöße behoben wurden. Für Werbetreibende bedeutet das neue Verfahren insgesamt mehr Aufwand. Wer wegen eines Richtlinienverstoßes verwarnt wird, muss die beanstandeten Fehler korrigieren und danach ein Bestätigungsformular ausfüllen, damit Anzeigen wieder geschaltet werden können. Wer nach einer Verwarnung nichts unternimmt, muss für mindestens 90 Tage mit der Sperre auskommen.

Google reagiert auf Kritik

Bei möglicherweise falschen Sperrungen und Verwarnungen sollen Einsprüche der Werbetreibenden möglich sein. Das neue Verwarnungssystem soll auf weitere Bereiche ausgedehnt und um Richtlinien ergänzt werden. Insgesamt reagiert Google mit dem neuen System auf scharfe Kritik am Anzeigengeschäft. Zwar hat Google im Anzeigengeschäft weiterhin deutliche Sprünge nach oben geliefert, allerdings ist die Branche immer stärker ins Visier öffentlicher Kritik geraten.

So werden über das Anzeigengeschäft auch immer häufiger Anzeigen geschaltet, die durchaus kontrovers und in manchen Ländern auch als illegal eingestuft werden können. Bisher gab es kaum Mechanismen – außer einer Sperre eines Accounts – dem habhaft zu werden. Das neue System schafft insofern einen neuen Prozess zum Umgang mit dem Thema. Doch löst es bei weitem nicht die eigentlichen Probleme. Problematische Werbung sollte eigentlich gar nicht erst ausgespielt werden.

Wird das Anzeigen-Problem bei Google dadurch gelöst?

Google verspricht sich durch das neue Verwarnungssystem eine Handhabe gegen unlautere und unerlaubte Werbung. Es bleibt abzuwarten, ob das neue System wirklich eine Verbesserung bringt. Für Werbetreibende mit fragwürdigen Geschäftspraktiken und Anzeigen dürfte es dennoch einen Mehraufwand bedeuten, bei Google weiterhin ungestört Anzeigen zu schalten.

Doch auch auf Publisher-Seite ist einiges im Argen. So haben viele seriöse Seiten auch immer wieder mit Werbeeinblendungen zu kämpfen, die von fragwürdigen Werbetreibenden ins Netz eingefügt werden. Eine händische Überprüfung wird umso schwieriger, je größer und frequentierter eine Website ist. Entsprechend schauen sich Publisher auch nach Alternativen um oder wechseln gar vom Anzeigengeschäft zum Affiliate- und Influencer-Marketing.

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