Core-Update – Was tun nach einem Absturz im Google-Ranking?

Core-Update – Was tun nach einem Absturz im Google-Ranking?

Es ist eine Frage, die Webmaster umtreibt. Was soll man machen, wenn die eigene Seite nach einem Core-Update nicht mehr auf Google auf den besten Plätzen ist? Der Versuch einer Annäherung.

Suchmaschinen-Optimierung ist nicht einfach. Es braucht ein Gespür, technisches Verständnis und auch viel Glück. Erfolg stellt sich erst nach harter Arbeit und mit der Zeit ein. Doch erfolgreiche Arbeit kann von einem Tag auf den anderen wieder zunichtegemacht werden. Wenn Google nämlich anfängt wieder an seinen Algorithmen herumzuspielen und eine veränderte Bewertung von “relevanten” Inhalten vornimmt. Dann kann es passieren, dass einzelne Seiten oder sogar eine gesamte Website samt Domain nicht mehr gut rankt. Doch was kann man eigentlich nach so einem Absturz tun?

Wie immer lautet die richtige Antwort: Es kommt darauf an!

Im Laufe der Zeit habe ich verschiedene Google Core-Updates an mir vorbeiziehen sehen. Viele Updates waren fundamental und haben als Ergebnis deutliche Qualitätssteigerungen zum Ergebnis gehabt. Andere hingegen ließen sich kaum merklich messen. Und zuletzt haben wir ein Core-Update im Dezember 2020 gehabt, was mich ehrlich gesagt sprachlos hinterlassen hat. Beim letzten Update wurde die Qualität nicht gesteigert. Es wurde eher, wie ich das immer so schön nenne: Verschlimmbessert. Vermutlich ein Grund dafür warum Google in den letzten Wochen mess- und spürbar nachjustiert hat.

Ich habe in privaten und beruflichen Projekten nach einem Core-Update kaum Abstürze erlebt. In manchen Projekten hat es sich sogar so verhalten, das nach den meisten Updates meine Domains, Projekte und Inhalte sogar besser dagestanden haben als vorher. Das liegt auch an einem langfristigen und nicht kurzfristig orientierten Ansatz. Trotzdem gab es auch Rückschläge. In diesem Fall habe ich mich vor allem daran orientiert, was Google eigentlich selbst nicht so richtig sagt, aber letztlich zugibt. Was machen andere besser als man selbst?

Keine wirkliche Neubewertung, sondern vielmehr eine Neuordnung

Inhalte werden nach Core-Updates häufig nämlich nicht wirklich neu bewertet. Es ist eher so, dass die Neubewertung bei den Inhalten vorgenommen wird, die plötzlich als relevanter eingestuft werden. In den meisten Fällen geht es daher – aus meiner Erfahrung heraus – so gar nicht um die Inhalte selbst, sondern um Themen wie User Experience (UX) oder technische Verbesserungen oder sogar mehr Backlinks. Dennoch sollte die wichtigste Frage im Raum immer sein: “Ist mein Inhalt überhaupt noch relevant?”

Wenn diese Frage mit “Ja” beantwortet werden kann, lohnt sich erst die Anstrengung für eine Verbesserung des Angebots. Dabei sagt Google selbst, dass es um Qualität gehen muss. Doch woran kann man sich orientieren? Der Klassiker schlichtweg: an der Konkurrenz. Denn die muss ja etwas besser gemacht haben, als man selbst. Hier kann man wichtige Informationen abgrasen und auch eigene Verbesserungen voranbringen. Dabei sollte wieder im Vordergrund stehen, wie die Erfahrung der Nutzer*innen insgesamt mit der eigenen Seite ist.

Konkurrenzanalyse und Suchintention

Wenn ich beispielsweise auf meiner Webpage Angebote zum Thema Auslandsjahr anbiete und die Konkurrenz nach einem Core-Update an mir vorbeigezogen ist, lohnt es sich, die Konkurrenz anzuschauen. Wenn ich feststelle, dass bei der Konkurrenz grundsätzlich mehr Wert auf Bilder, Videos, Berichte und vor allem Interaktion (z.B. in Form eines Blogs oder Vlogs) gelegt wird, dann ist das ein Anzeichen dafür, was ich verbessern kann. Nicht nur Informationen werden besser aufbereitet, sondern auch die Klickpfade sind deutlich kürzer gestaltet? Ein Hinweis darauf, was man ändern kann und sollte!

Gleichzeitig bleibt immer die Frage im Raum: Bekommen die Nutzer*innen überhaupt das geliefert, wonach sie gesucht haben? Die Suchintention ist immer entscheidend. Wenn eine Suchanfrage nach einem Preis für ein Auslandsjahr in einem bestimmten Land erstellt wird, dann sollte auf der Seite natürlich der Preis und Informationen zu diesem Land und dem Auslandsjahr darin vorhanden sein. Anderenfalls ist klar, dass die Nutzer*innen schneller abspringen als eigentlich notwendig und auf anderen Seiten weiter nach den gewünschten Informationen suchen.

Technische Entwicklungen und Relevanz

Auch technische Entwicklungen können eine wichtige Rolle spielen. Einige Randthemen sind heutzutage beispielsweise in einer Nische unterwegs. Diese Nische kann aber ganz groß werden. Beispielsweise war das Thema Elektroautos – obwohl erste Elektroautos schon um 1900 existierten – ein Randthema. Seit 1990 werden aber schon Elektroautos serienmäßig produziert. Das Thema hat aber erst Anfang der 2000er Jahre wieder deutlichen Aufschwung erlebt. Der Erfolg von Tesla ist erst seit 2017 messbar. In dieser Zeit hat die Suche nach Elektroautos zugenommen.

Ein Beispiel zeigt der Vergleich von ecar und Elektroauto in den Google Trends seit 2004 betrachtet. Das höchste Interesse am Thema herrscht erst seit 2020 vor.

Für eine interaktive Fassung folgen Sie bitte diesem Link.

Wer schon 2004 angefangen hat über Elektroautos zu schreiben, der hat natürlich einen enormen Vorsprung gegenüber allen, die erst 2017 mit den ersten Erfolgen der Firma Tesla auf den Zug aufgesprungen ist – sollte man meinen. Dennoch können Nachrichtenseiten hier einen immensen Schritt nach vorne tun. Das zeigen auch die Suchergebnisse. Der ADAC als Informationsdienst und CHIP rangieren beide noch vor der Wikipedia. Und selbst neuere Seiten wie “Elektroauto-News” können oben ranken für die Suchanfrage nach “Elektroauto”. An der letzten Seite sieht man auch die Wichtigkeit für technischen Fortschritt bei Webangeboten.

Denn die Seite ist beispielsweise mit AMP-Seiten ausgestattet und lässt seine Nachrichten auch gekonnt in Google News aufnehmen. Das funktioniert, um bei diesem Thema eine Relevanz aufzubauen und mit marktbeherrschenden Firmen und Angeboten zu konkurrieren. Eine klassische Seite, die das jedoch nicht mitbringt, hat im Vergleich das Nachsehen. Elektroauto-News ist dadurch relevanter und schneller erreichbar, weil es sein Angebot plattformübergreifend und schnell aufbereitet über verschiedene Kanäle anbieten kann. Nur weil der ADAC das auch tut, ist es noch nicht abgestürzt. Ebenso CHIP, das sich sowieso im Bereich SEO immer wieder hervortut, weil es auch die eigene Keyword-Kannibalisierung mittlerweile hervorragend im Blick hat.

Manchmal ist nichts-tun dennoch eine Alternative

Es gibt aber auch Möglichkeiten ein Core-Update auszusitzen. Tatsächlich ist das keine gute Idee, wenn man SEO-Experten fragt, aber immer wieder zu beobachten. In einem aktuellen Fall hat ein eines Handelsunternehmen nach dem letzten Core-Update massiv an Sichtbarkeit verloren. Das Unternehmen bzw. ihr SEO-Spezialist hat nichts getan. Die haben das einfach mal sacken lassen und sich wirklich kaum bewegt. Das Resultat war, dass Google mit seinen eigenen Nachjustierungen dafür gesorgt hat, das die Seite wieder so gut rankt wie vor dem Core-Update.

Solche Fälle gibt es immer wieder, aber es ist ein Trugschluss, wenn man meint, das könnte immer klappen. Wichtig für solche Szenarien sind neben guten Inhalten auch eine gewisse Markenstärke. Es ist eben etwas anderes, wenn ich nach einem Friseur suche oder eben nach einer Marken-Friseur-Kette oder einem besonderen Friseur mit einem ansprechenden Namen. Das wirkt sich am Ende auch darauf aus, ob Google nachträglich erkennt, dass die Neuordnung letztlich nicht zu einer Qualitätsverbesserung geführt hat. In diesem Fall können schlechtere Ergebnisse wieder von den hohen Rängen abstürzen.

Fazit – Es gibt Möglichkeiten zu handeln

In vielen Fällen sollte man nach einem Google Core-Update sich die eigenen Inhalte, die Relevanz und auch die Suchintention vor Augen führen. Auch ein Update (Relaunch oder funktionelle Erweiterung) der eigenen Webpräsenz kann sinnvoll sein. Die meisten SEO-Experten werden vor allem an der Qualität der Inhalte (Audio, Video, Text) und des Angebotes arbeiten. Der Blick muss aber auch auf die technische Seite gerichtet sein. Hier gibt es häufig das meiste und größte Potenzial für sog. Quick-Wins.

Ein Core-Update kann dabei sehr lästig sein, zwingt aber letztlich Webmaster und Firmen dazu im Kampf um die Kunden auch die User-Experience zu verbessern. In diesem Sinne hat Google Recht, wenn es Webmastern sagt, dass es nicht an den Inhalten selbst liegt, wenn man nach einem Core-Update abstürzt. Aber Webmaster können an den neuen Zuständen häufig noch etwas ändern, in dem sie grundlegend an den Inhalten und der Strategie arbeiten. Diese sollte aber immer langfristig ausgerichtet sein.