Podcasts auf verschiedenen Plattformen verbreiten

Podcast veröffentlichen und auf verschiedenen Plattformen verbreiten

In diesem Beitrag erkläre ich, wie man seinen eigenen Podcast veröffentlicht und auf verschiedenen Plattformen wie Apple Podcasts, Google Podcasts oder Spotify verbreiten lassen kann und was dafür notwendig ist.

Ein Podcast will gehört werden. Bei der großen Masse an täglich neu hochgeladenen Audio-Podcasts ist die Konkurrenz heutzutage riesig. Ein häufiger Grund für wenig Reichweite ist die oft fehlende Auflistung auf relevanten Plattformen wie Spotify, Apple oder Google. So verpasst man weitere mögliche Hörer*innen: Denn kaum jemand macht sich die Mühe, direkt nach einem Podcast über eine Suchmaschine zu suchen. Die meisten Hörer*innen finden ihre Podcasts entweder über persönliche Empfehlungen oder spezialisierte Dienste und deren Algorithmen.

Vorarbeit: Valider RSS-Feed für Podcast notwendig

Um eine größtmögliche Verbreitung des eigenen Podcasts zu erreichen, benötigt man einen validen RSS-Feed. Das erfordert in vielen Fällen technisches Fachwissen. Gute Anleitungen, wie man selbst einen RSS-Feed erstellen kann, gibt es zuhauf im Netz. Ich kann die Einführung von Apple dazu empfehlen. Diese widmet sich nicht nur der Erstellung, sondern auch der Kategorisierung. Abgerundet wird diese Einführung mit einem Beispiel für einen validen RSS-Code.

Es gibt außerdem spezialisierte Podcast-Hosting-Services, die man in Anspruch nehmen kann. Wer seine Audio-Datei dort hochlädt, erhält auch einen fertigen RSS-Feed. Das Projekt “NRWision” stellt beispielsweise bei allen hochgeladenen Tracks einen RSS-Feed zur Verfügung. Auch SoundCloud stellt etwas versteckt im Bereich “Settings -> Content” einen angepassten RSS-Feed der hochgeladenen Tracks bereit. Diese RSS-Feeds sind entsprechend für die Verbreitung auf anderen Plattformen bereits optimiert.

RSS-Link einreichen bei bekannten Diensten, um Podcast zu verbreiten

Hat man einen RSS-Link erstellt, kann man diesen bei verschiedenen bekannten Diensten einreichen. Fast alle Dienste benötigen neben dem RSS-Link auch eine Bestätigungsmail-Adresse. Diese wird bereits im RSS-Feed mitgeteilt und die Dienste überprüfen, ob die Angaben stimmen. Entsprechend solltet ihr eure E-Mail mit bedacht wählen, weil diese auch öffentlich bekannt gemacht wird.

Außerdem können die Anforderungen der Dienste voneinander abweichen. Apple Podcasts erwartet beispielsweise größere Bilder für die eingereichten Audios. Außerdem können die Kategorien abweichen von dem, was man ursprünglich angegeben hat. Entsprechend können neue Zuordnungen verlangt oder eingegeben werden. Im Folgenden die Links zu den einzelnen Anbietern, wo ihr euren eigenen RSS-Feed einreichen könnt.

Apple Podcasts und iTunes

Wer eine Apple-ID bereits besitzt kann seinen Podcasts über iTunes Connect in Apple Podcasts aufnehmen lassen. Der Link zum Einreichen lautet: https://itunesconnect.apple.com/. In iTunes Connect wählt man nach dem Login den Bereich “Podcasts Connect” aus und kann dort einen neuen RSS-Feed angeben. Apple überprüft die Angaben zunächst automatisch auf die technischen Anforderungen und danach wird händisch der Podcasts freigegeben. Deshalb kann es bis zu 48 Stunden dauern, bis ein Podcast auch wirklich bei Apple Podcasts erscheint. Podcasts Connect bietet außerdem auch eine simple Statistik-Auswertung an.

Google Podcast-Manager für Google Podcasts

Es war ziemlich lange nicht richtig möglich, sich bei Google direkt auflisten zu lassen. Der Service hat einfach das aufgenommen, was für ihn relevant war. Mittlerweile kann man aber auch bei Google Podcasts einen eigenen Podcast per RSS-Feed einreichen. Die Anforderungen an die Technik sind etwas ausgeprägter als bei anderen Diensten. Google widmet sich dem Thema mit seiner Anleitung ausführlich. Das Einreichen selbst geht schnell und einfach über den Google Podcast-Manager. Man bekommt nach einigen Tagen einen Hinweis darüber, dass der Podcast aufgenommen wurde. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Podcast auch wirklich in der Suche bei Google erscheint. Hier muss man sich nach meiner Erfahrung leider etwas gedulden. Außerdem bietet Google eine erweiterte Statistik zum Podcast an. Link mit Details und zum Einreichen: https://podcastsmanager.google.com/

Spotify for Podcasters

Auch der beliebte Anbieter Spotify nimmt Podcasts auf und verbreitet diese in seinem Angebot. Dafür wurde die Plattform um “Spotify for Podcasters” erweitert. Dieser Bereich dient nicht nur zum Einreichen von eigenen Audios über RSS-Feeds, es hilft auch bei der Konzeption und Gestaltung von Podcasts anhand verschiedener Artikel und Fallbeispielen. Die Statistiken geben auch Aufschluss darüber, wie viele Personen z.B. einem eigenem Podcast-Programm folgen. Die große Gemeinde von Spotify ist, neben Apple und Google, durchaus relevant. Hier können erfolgreiche Podcasts sogar noch erfolgreicher werden. Denn es gibt Podcast-Charts, die einen Überblick für die Community bieten. Link: https://podcasters.spotify.com/

Amazon Music Podcasts

Auf dem Dienst Amazon Music kann man auch Podcasts hören und verfolgen. Das Angebot soll weiter ausgebaut werden. Aktuell ist das Angebot aber in Deutschland verfügbar und sollte meiner Meinung nach genutzt werden. Wichtig ist, dass Amazon deutlich mehr rechtliche Anforderungen stellt, als andere Anbieter. Das zeigt sich bereits an der Textlastigkeit bei der Einreichung. Den aktuellen Link zum Einreichen findet man weiter unten auf dieser Seite: https://www.amazon.de/music/lp/podcasts.

Wichtig: Nachdem alle Angaben eingegeben wurden, erhält man erst einmal einfach nur ein “Vielen Dank”. Es kann bis zu mehrere Tage dauern, bis der Podcast bei Amazon Music auch wirklich erscheint. Es wird händisch geprüft, ob der eingereichte Podcast auch alle Kriterien erfüllt. Den Podcast selbst kann man dann nach ein paar Tagen unter diesem Link suchen und finden: https://music.amazon.de/podcasts

Deezer Podcasters

Einen einfachen Service für Podcaster bietet die Plattform Deezer an. Unter dem Link https://podcasters.deezer.com/ kann man seinen RSS-Link teilen, die eigene E-Mail bestätigen und rasch gelistet werden. Die Audio-Folgen werden nach erfolgreicher Registrierung automatisch in den Dienst eingebunden.

Deezer bietet seit Sommer 2020 außerdem eine spezielle App an, mit der man sich die eigenen Statistiken anzeigen lassen kann. Das ganze nennt sich Analytics by Deezer und ist in englischer Sprache für Android und iOS verfügbar. Um den Dienst nutzen zu können, benötigt man einen Deezer Account und mindestens einen Podcast. Weitere Informationen gibt es in diesem Beitrag.

Die FAQ-Seite hilft außerdem bei weiteren Fragen. Bei Problemen mit der Indexierung kann man sich per Mail beim Deezer-Team melden. Deezer ist eigentlich im Vergleich zu anderen Diensten eher klein, aber immer noch im deutschsprachigen Raum relevant. Es lohnt sich aus meiner Sicht hier auch mitzumachen.

Fazit und weitere Alternativen

In dieser Auflistung haben wir die wichtigsten Dienste aufgeführt und gezeigt, wie man kostenlos auf diesen Podcast-Diensten auch gelistet werden kann. Natürlich gibt es auch kostenpflichtige Angebote für die Verbreitung. Ich habe hier gute Erfahrungen mit dem Anbieter Podigee gehabt. Der Dienst übernimmt nicht nur das Hosting, sondern übernimmt in diversen Preis-Modellen auch die Verbreitung. Außerdem ist es möglich seinen Podcast auch auf YouTube und weitere Plattformen zu verbreiten.

Für viele Nutzer*innen kommen solche kommerziellen Angebote jedoch nicht infrage. Das ergibt auch eher für professionelle Podcaster*innen einen Sinn, die nicht nur ein Hobby betreiben möchten. Ich hoffe mit diesem Beitrag vor allem meinen Leser*innen weiterzuhelfen, die es verdienen, das man ihre großartigen, kleinen Werke hört und die sich etwas Mühe machen wollen, um bei den relevanten Diensten gelistet zu werden.

P.S. Mein eigener Podcast heißt “Sohbet mit Akif abi” und dreht sich um islamische Themen. Ich freue mich, wenn man mir aus Interesse folgt.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels habe ich behauptet, Deezer würde keine statistische Auswertung für Podcaster*innen anbieten. Dies ist nicht richtig. Ich bitte diesen Fehler zu entschuldigen. Der entsprechende Passus wurde korrigiert und um den Hinweis für die Analyse ergänzt. Vielen Dank an dieser Stelle für den Korrekturhinweis.