Ein Fladenbrot kann schon für Abwechslung sorgen. Die aktuelle Pandemie bringt auch positive Dinge hervor. Statt sich immer nur vom Lieferdienst, per take away oder der eigenen Frau bekochen zu lassen, kann man sich auch mal als Mann wieder öfter an den Herd begeben und selbst was Leckeres für die Familie zubereiten. Mein guter Freund Ilhan machte das auch schon Jahre vor der Pandemie so. Kochen war für ihn ein liebes Hobby, während es für mich nur eine Notwendigkeit war. Von seiner Kochkunst bin ich aber heute noch überwältigt. Er versteht etwas vom Handwerk, weshalb er auch Manager bei einem bekannten Franchise einer Restaurantkette geworden ist.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Selbstständigkeit ist etwas Wunderbares. Ich habe selbst früh in meiner Jugend lernen müssen im Haushalt zu helfen, meine Wäsche selbst zu waschen, zu bügeln, zu putzen oder zu kochen. Nachdem ich als einziger Sprössling von insgesamt drei Kindern auch öfter ohne meine Eltern in der elterlichen Wohnung bleiben konnte, blühte ich in diesem Bereich sowieso auf. Viele Dinge, die ich gelernt habe, habe ich allerdings für mich behalten. Ich sterbe aber nicht an Hunger, nur weil niemand zum Kochen da ist. Ich bin vielleicht aber zu faul dafür, ständig etwas zu kochen.

Einfach kochen ist möglich – auch mit Büchern

So ist das auch in unserer Ehe. Meine Frau lernt mich eigentlich jeden Tag erst ein bisschen mehr kennen. Erst nach mehreren Jahren hat sie beispielsweise mitbekommen, dass ich nicht nur weiß, wie man Wäsche sortiert, sondern auch weiß, wie man eine Waschmaschine richtig bedient und die Waschmittel ordentlich dosiert einfüllt. Männer in Altona sind gerade schon überfordert, wenn für ein paar Wochen der Wasserhärtegrad umgestellt wird. Die wüssten nicht, was sie gegenwärtig anpassen müssten.

In den vergangenen Jahren habe ich mir auch Fachwissen zum einfachen Kochen angelegt. Das war mir wichtig, auch weil ich hobbymäßig – dank Ilhan – wieder angefangen habe hin und wieder etwas zu kochen. Ein guter Ratgeber war mir dabei auch das Buch “Basic Cooking“* von Sabine Sälzer. Eine gute Küche und gute Kochkunst braucht eine Basis. Die wird mit diesem Buch gelegt. Unterdessen habe ich mich auch immer wieder an neuen Rezepten ausprobiert. Doch ein Rezept, das ich heute vorstellen möchte, ist von früheren Tagen.

Fladenbrot (Pide) Zuhause selber machen

Diese Anleitung ist für Laien gedacht. Es ist ein einfaches Rezept für ein kleines Fladenbrot (ca. 25 cm)

Zunächst die Zutaten für den Teig:

  • 300 g Weizenmehl (Type 550!)
  • 200 ml Wasser
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 1 Teelöffel Schwarzkümmel
  • 1 Teelöffel Salz

Zutaten für die Beschichtung

  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Esslöffel Milch
  • 1 halber Teelöffel Schwarzkümmel
  • Sesamkörner

Zubereitung

Einfach das Weizenmehl, das Wasser und die Hefe in einem Topf vermischen. Dazu Schwarzkümmel und Salz geben. Den Teig ordentlich kneten. Vorsicht: Der Teig wird unter Umständen sehr klebrig, entsprechend auch immer wieder die Hände anfeuchten, damit ihr alles loswerdet. Danach den Teig in einem Behälter ca. 30 Minuten gehen lassen. Am besten in einem warmen Zimmer.

Jetzt rührt ihr noch ein bisschen Olivenöl (1 Esslöffel) und Milch (1 Esslöffel) mit einem halben Teelöffel Schwarzkümmel zusammen. Diese Bindung tragt ihr auf euren Teig, nachdem ihr ihn geformt habt.

Fladenbrot teig auf dem Backblech
Sieht nicht so schön aus, fühlt sich auch nicht unbedingt gut an. Aber es muss in eine gewisse Form und dann passt es auch.

Dafür nehmt ihr ein Backblech und breitet Backpapier darüber aus. Der Teig wird hier jetzt drauf geformt und zurecht geknetet. Erneut kann es sein, dass euer Teig sehr klebrig ist. Ihr müsst es aber in eine gewisse Form für ein Fladenbrot bringen und sie sollte nach Möglichkeit aussehen, wie bei einem Fladenbrot. Es darf ruhig etwas höherer Teig sein. Nutzt dabei ruhig die Breite eures Backblechs. Nachdem die Form steht, streicht ihr eure Bindung über den Teig. Geht nicht zu geizig damit um und tragt euer Gemisch über den gesamten Teig auf.

Zum Schluss könnt ihr so viel wie ihr mögt, Sesam über den Teig verstreuen.

Das ganze landet dann im Ofen. Bei 230 Grad Umluft dauert die Zubereitung ungefähr 12 Minuten. Bei Ober- und Unterhitze ungefähr 15 Minuten. Euer Fladenbrot ist fertig, wenn es oben goldbraun wird. Um den besten Geschmack zu erzielen, solltet ihr das Fladenbrot noch abkühlen lassen und dafür ein Tuch drüber legen, damit es fluffig wird und nicht zu viel Kondensation bildet.

Fladenbrot aus dem Ofen - goldbraun ist es richtig
Fertiges Fladenbrot frisch aus dem Ofen.

Meine Frau und die Kinder haben sich das Fladenbrot mit Butter darauf gegönnt und schwärmten vom Geschmack. Optisch sah es, wie man auch oben an den Bildern erkennen kann, noch nach einem Versuch aus. Innen drin und vom Geschmack her war es aber genau richtig. Ich wünsche guten Appetit und freue mich über Feedback.

P.S. Ihr könnt die Mengen auch für ein 50 cm großes Fladenbrot verdoppeln. Es funktioniert. Wichtig ist nur, dass man genug Platz im Ofen und auf dem Backblech hat.

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