Im deutschen Twitter sind seit heute selbstlöschende Tweets verfügbar, die Fleets (fleeting tweets) genannt werden. Nach einer auf wenige Länder angelegten, monatelangen Testphase hat der weltweite Rollout begonnen. Mit Fleets kommen aus anderen sozialen Netzwerken bekannte Funktionen jetzt auch auf Twitter. Die Einträge bleiben nur für 24 Stunden online und werden danach automatisch gelöscht. Vergleichbar mit der Stories-Funktion bei Instagram oder Status-Einträgen bei Facebook, WhatsApp oder Snapchat.

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So kündigte Twitter den weltweiten Rollout von Fleets an. Die Funktionen werden sehr anschaulich dargestellt.

Mit der neuen Funktion zieht Twitter sehr spät nach. Die Frage ist auch, ob das auf wenige Zeichen und schnelle Kommunikation ausgelegte Netzwerk überhaupt eine solche Funktion braucht. Twitter scheint nach seinen Tests in Brasilien, Indien, Italien und Südkorea den Eindruck zu haben, dass eine solche Funktion Sinn ergibt. Tatsächlich sind jedoch solche Funktionen eher im Kontext von Twitter mit Skepsis zu betrachten.

Fleets können verschieden eingesetzt werden

Das zeigt auch der längere Ankündigungstext zur Einführung auf dem regulären Twitter-Blog. Die Funktion wird ausführlich vorgestellt, mit sämtlichen Details und dazu gibt es auch Erklärvideos. Aktuell ist der Funktionsumfang noch recht eingeschränkt, aber schon einigermaßen gut nutzbar. So kann man beispielsweise Text, Videos und auch Tweets in Fleets verwenden. Künftig sollen auch Sticker und Live-Übertragungen möglich sein. Der Umfang der Erweiterung hört hier aber noch nicht auf.

Die Entwickler kündigten bereits an, dass sie die Funktionen weiter entwickeln wollen und dabei auch auf das Feedback der Community setzen. Die Einträge werden über der Profilseite angezeigt. Im normalen Stream erscheinen die Fleets nach Angaben der Twitter-Entwickler und der Produktmanager nicht. Wichtig ist auch, dass die Einträge in diesem Bereich öffentlich sind, wenn man ein offenen Profil pflegt. Auch bei offenen DMs können alle Twitter-Nutzer*innen auf die Einträge reagieren und antworten. Allerdings eben nur über DMs und nicht über Tweets.

Twitter-Profilseiten werden wichtiger

So bleibt das System an sich weiterhin intakt, weniger gestört und die Timeline weiterhin so wie gewohnt. Tatsächlich eröffnet sich mit Fleets eine Möglichkeit der schnellen und einfacheren Kommunikation, die auch erste Hemmnisse und Hemmschwellen aussetzen könnte. Fleets könnten so gerade Neueinsteiger*innen helfen, sich in der Twitter-Welt einzufinden. Für versierte Nutzer*innen sind weiterhin Tweets die Wahl der richtigen Kommunikation. Es ist daher auch gut, dass die Timelines der Nutzer*innen jetzt nicht mit der neuen Funktion überflutet werden.

Ein anderer Aspekt ist aber sehr wichtig. Durch Fleets werden persönliche Profilseiten definitiv wichtiger. Gerade, wenn man auf Twitter viele Freundschaften pflegt, dürften Fleets die Nutzer*innen häufiger auf die Profilseiten bringen. So könnten die Profile auf Twitter mehr zu dem werden, was in anderen sozialen Netzwerken bereits gut funktioniert: Nicht nur eine Übersicht über eigene Beiträge, sondern mehr ein Tagebuch mit Informationen und vielen Möglichkeiten zur Interaktion.

Twitter testet schon seit längerer Zeit neue Interaktionsmöglichkeiten auf seiner Plattform. Zuletzt wurden auch Sprachnachrichten über die Plattform möglich, allerdings nicht für alle Nutzer*innen. Außerdem wurde wegen der US-Wahl die Retweet-Funktion verändert, sodass man jetzt einen Klick mehr betätigen muss, um einen Retweet auszuführen. Übrigens: Kennt ihr schon meinen Beitrag zum Thema Blockieren, Stummschalten und zum Entfolgen zwingenauf Twitter? Schaut unbedingt rein.

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