Maskenpflicht in Hamburg: Verwirrend undurchsichtig

Der Hamburger Senat hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen verabschiedet. Allerdings sind die Regelungen so komplex, dass sie eher für Verwirrung als Klarheit sorgen. Das könnte auch die Akzeptanz für die Corona-Maßnahmen lindern.

Die steigenden Infektionszahlen in Hamburg haben auch den Senat dazu gebracht, die Corona-Regelungen weiter zu verschärfen. Ein wichtiger Punkt ist die Ausweitung der Maskenpflicht in stark frequentierten Bereichen. Doch statt nun für Klarheit zu sorgen, hat der Senat es versäumt, eine klare und verständliche Kommunikation auf den Weg zu bringen. Die aktuelle Situation für Hamburg sieht so aus, wie auf dem Flyer unten dargestellt. Dazu gibt es eine Infoseite, die auf die gültigen Regelungen noch weiter eingeht. Die Frage ist doch, wieso sich der Senat nicht die Mühe macht, die Dinge einfach zu kommunizieren, statt sich in wirre und komplexe Darstellungen zu flüchten.

In Hamburg gilt seit Montag eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Quelle: Hamburger Senat

Als mich meine Frau gefragt hat, wie nun diese Regelungen sind, habe ich ihr gesagt: Trag einfach überall eine Maske. Es bringt nichts, sich mit einzelnen Bereichen, Straßennummern oder Uhrzeiten und Co. auseinanderzusetzen. Was viel wichtiger ist: Im Bund wird gerade mit den Ländern über eine gemeinsame Strategie gestritten, wie man weiter vorgeht. In Hamburg kriegt es unser Senat nicht hin, einfache, verständliche und allgemeingültige Regeln für eine Großstadt zu erstellen. Das sorgt am Ende für Unklarheiten, zumal sich Stände, die in solchen Grafiken dargestellt werden, stündlich und täglich ändern können. Man kann nicht erwarten, dass die Hamburger*innen immer auf dem aktuellen Stand sind.

Opposition kritisiert Wirrwarr um Maskenpflicht in Hamburg

Auch die Opposition kritisiert zu Recht die aktuellen Regelungen. So wirft beispielsweise der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft, Stephan Gamm, dem Senat vor, er gefährde die Akzeptanz der Corona-Regeln bei der Bevölkerung. “Bei der Ausgestaltung der neuen Regeln stellt sich jedoch die Frage, was der Senat damit erreichen will, außer Verwirrung und Unverständnis zu schaffen. Bei einigen Straßen soll die Maskenpflicht nur zu bestimmten Uhrzeiten und bei bestimmten Hausnummern gelten. Dieser Flickenteppich ist de facto nicht kommunizierbar und damit realitätsfern“, sagte Gamm in einer Erklärung, die am Montag verbreitet wurde.

Die CDU schlägt entsprechend vor, entweder auf die Maßnahmen gänzlich zu verzichten, oder aber eine generelle Maskenpflicht einzuführen. Das scheint auch der gangbare Weg zu sein, denn die FDP-Fraktion in der Bürgerschaft sieht. Tatsächlich scheint man sich beim Senat wenig Gedanken darüber gemacht zu haben, wie die Außenkommunikation bei den Hamburger*innen ankommt. Dabei ist für ein funktionsfähiges Handeln gerade dies umso wichtiger. Die jetzige Regelung und Kommunikation ist realitätsfern und überfordernd. Niemand kann sich solche Regelungen, die auch noch zu bestimmten Uhrzeiten und bis zu bestimmten Hausnummern gelten sollen, merken.

Der Senat täte gut daran für seine Hamburger*innen endlich Klarheit zu schaffen, statt in einer emotional sehr anstrengenden Zeit wieder unverständlich und kompliziert für Unsicherheiten zu sorgen. Wie man es richtig macht, hat übrigens der HVV gezeigt. Ab sofort wird auf einen Mund-Nasen-Schutz in allen öffentlichen Nahverkehrsmitteln bestanden. Visiere dürfen nicht mehr getragen werden, es sei denn man kann aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen. Alles verständlich in einem Tweet. Beispielsweise wie hier bei der S-Bahn Hamburg.

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