Google hat angekündigt, dass Daten im Papierkorb in seinem Cloud-Speicher-Dienst Drive künftig nach 30 Tagen automatisch gelöscht werden. Die Änderung tritt laut Google ab dem 13. Oktober 2020 in Kraft. Google Drive Nutzer wurden unter anderem per Mail über die neue Regelung informiert. Damit gleicht Google auch Drive zu anderen Diensten an. Bisher war es beispielsweise auch schon bei Google Mail so, dass Mails im Papierkorb oder im Spam-Ordner automatisch nach 30 Tagen gelöscht werden.

Ist das tragisch? Nein. Problematisch kann es aber dennoch werden. Denn oftmals nutzt man den Papierkorb um Daten, die man für nicht erforderlich hielt, doch wieder herzustellen. Gerade bei Cloud-Speichern sind lange Wartefristen ein Segen. Wer jedoch jetzt seine Daten zwar meint nicht zu brauchen und sie dennoch aufbewahren möchte, sollte sich einen eigenen “Papierkorb” anlegen und die Daten dorthin verschieben. Die automatische Löschung kann nämlich ein Grund sein, warum man ein Dokument, was man nicht wichtig fand, plötzlich nicht mehr wiederfindet.

Einsparungen von massiven Speicherkapazitäten möglich

Deshalb sollten Google Drive Nutzer genau hinschauen, ob und welche Daten aktuell im Papierkorb liegen. Man entdeckt manchmal auch echte Schätze wieder. Ich spreche da aus Erfahrung. Es ist schade, dass Google diesen Weg geht. Denn wozu hat man denn einen Cloud-Speicher, wenn dieser Daten in regelmäßigen Abständen löschen will, obwohl man die Datengrenze gar nicht erreicht hat? Diese Frage wird natürlich nicht beantwortet. Tatsächlich dürfte die Maßnahme jedoch zu massiven Entlastungen in den Speicherkapazitäten bei den Google Diensten führen.

Oftmals sind nämlich mehrere Dienste bei Drive verknüpft. Das kann von Gmail, Docs, Formularen, Fotos bis hin zu Templates für den Tag Manager oder Externe Daten reichen. Eine Löschung von nicht mehr benötigten Dateien könnte die Google Speicher von Altlasten befreien und so teuren Ausbau von Speicherkapazitäten einsparen. Die Maßnahme ist vermutlich vernünftig aus der Sicht des Unternehmens. Für den einzelnen Nutzer kann es aber auch eine Katastrophe sein. Zumal die Information doch relativ spät, knapp zwei Wochen vor der Umstellung erfolgt und leicht zu überlesen war.

Aus meiner Sicht sollte alle Nutzer noch mal in ihre Papierkörbe hereinschauen. Es kann nicht schaden.

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