Crowdworking – Ein Erlebnisbericht – Verschiedene Dienste getestet

Schon vor vielen Jahren habe ich Crowdworking für mich entdeckt. Es ist eine einfache Art nebenbei freiberuflich oder selbstständig etwas dazuzuverdienen. Doch längst hat sich der Markt gewandelt und viele neue und alte Anbieter sind aufgetaucht. Ich habe mich mal wieder umgesehen und mir ein paar Dienste angeschaut.

Schon vor vielen Jahren habe ich Crowdworking für mich entdeckt. Es ist eine einfache Art nebenbei freiberuflich oder selbstständig etwas dazuzuverdienen. Doch längst hat sich der Markt gewandelt und viele neue und alte Anbieter sind aufgetaucht. Ich habe mich mal wieder umgesehen und mir ein paar Dienste angeschaut.

Crowdworking ist kult. Einige Menschen unterhalten damit sogar ihren kompletten Lebensunterhalt. Andere vertreiben sich die Zeit und wieder andere wollen nur einfach etwas dazu verdienen. Als Crowdworker ist man unabhängig unterwegs und kann auf Plattformen und Diensten verschiedene Aufgaben annehmen. Die Tätigkeiten können sich massiv voneinander unterscheiden und auch ziemlich anspruchsvoll sein.

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Ich habe in der Vergangenheit immer wieder über Crowdworking einfache Textarbeiten angenommen. Entsprechend kannte ich schon diverse Plattformen. Dieses Mal wollte ich aber mal sehen, was es neues gibt und wie sich Crowdworking am Anfang anfühlen kann. Also habe ich mir verschiedene Dienste angeschaut und mal genauer hingesehen. Die Erfahrungen unterscheiden sich voneinander erheblich. Das liegt auch an der Angebotskultur, die gerade wohl vorherrscht.

Der bekannteste Dienst: MTurk von Amazon

Der bekannteste Dienst im Bereich Crowdworking ist vermutlich der von Amazon. Hierzulande kennen allerdings nur Insider das Angebot von Amazon Mechanical Turk (MTurk). Die Plattform sucht immer wieder Crowdworker, die einfache Aufgaben erfüllen sollen, die von Künstlicher Intelligenz oder Maschinen nicht geleistet werden kann. Bei MTurk sind Aufgaben vielfältig. Allerdings kommt man auch nicht so ohne Weiteres in das Programm. Eine Registrierung, ein Amazon-Konto und eine Empfehlung von einem anderen Crowdworker können sich auszahlen. Freischaltungen können außerdem bis zu mehrere Tage dauern.

Der Dienst ist aktuell nur auf Englisch verfügbar, dafür aber im gesamten globalen Amazon-Raum aktiv. Die Verdienstspanne variiert stark. Es sind meist nur Kleinstbeträge, die sogar nur einen Cent in Dollar ausmachen können. Dennoch: bei MTurk ist die Auswahl an Aufgaben groß und man kann sich in seiner Freizeit was dazuverdienen. Dabei können die Aufgaben auch sehr verschieden ausfallen. Bei manchen Tätigkeiten muss man nur Bilder beschreiben, bei anderen eine Adresse recherchieren oder komplette Umfragen wahrheitsgemäß ausfüllen. Es gibt viel und genügend zu tun auf dieser Plattformen. Die Aufgaben werden nicht knapp.

Der Rohrkrepierer: Content.de

Ich hatte ein gutes Gefühl, als ich mich bei diesem Anbieter angemeldet habe. Content.de gilt als einer der besten Anbieter für Crowdworker aus dem Text-Bereich. Verdienstmöglichkeiten sollen gut sein und auch die Angebote sollen ansprechend sein. Ich wollte mir das Ding also anschauen. Die erste Hürde, einen Test mit Fragen zu Sätzen und Grammatik, habe ich mit Links genommen. Doch dann kam eine blöde Aufgabe. Ich durfte mir aus drei möglichen Aufgaben eine aussuchen. Alle drei waren aus meiner Sicht ungeeignet. Ich entschied mich am Ende für einen Text zu Sundern, einem Reiseziel im Hochsauerlandkreis.

Ich schrieb einen vorstellenden und anregenden Text, der das Ziel attraktiv darstellte. Ich überprüfte noch mal die Rechtschreibung und schickte den Mustertext entsprechend los. Content.de reagierte in nicht einmal 12 Stunden und lehnte meinen Text ab. In der Mail war ein Hinweis, ich hätte einige wenige Fehler im Text gehabt. Eine Möglichkeit erneut mitzumachen gebe es nicht. Damit war ich auch schon raus. Das hat völlig unnötig meine Zeit gekostet. Content.de kann ich so nicht weiterempfehlen, weil es eben keine Transparenz gibt, was genau schiefgelaufen ist.

Clickworker.de – Kaum Angebote

Ein Dienst, der ebenfalls aus den USA nach Deutschland gekommen ist, ist die Plattform clickworker.de. Hier gibt es ähnlich wie bei MTurk Kleinstaufgaben zu einem breiten Spektrum – zumindest wird das versprochen. In der Realität sieht es dann allerdings doch anders aus. Die Anmeldung ging sehr schnell. Das Ausfüllen des Profils zu 100 % war nicht möglich. Es scheint da ein Problem zu geben, was sich auch durch Angaben in den FAQ herauslesen lässt. Ansonsten ist es ziemlich einfach aufgebaut. Man kann sich Aufgaben herauspicken und so Geld verdienen.

Insgesamt habe ich zwei Rechercheaufträge angenommen. Bei einem Projekt wurde mir klar, dass der Auftraggeber sein Ranking bei Google mit einer illegalen Methode verbessern wollte. In einem zweiten Fall habe ich die Gutschein- und Ranking-Platzierung eines Produktes bei Amazong überprüft. In beiden Fällen habe ich 20 cent verdient. Eine Umfrage, die nur zehn Minuten dauern sollte, dauerte 20 Minuten und befasste sich mit dem Thema Datenschutz am Arbeitsplatz. Sie brachte mir 1,22 € ein.

Das sind so gesehen Hungerlöhne, zu denen man hier arbeitet. Danach habe ich aber auch keine Aufgaben mehr angezeigt bekommen, die ich hätte machen können. Es scheint, dass das Angebot sehr minimal ist. Auch die Möglichkeiten zu einer sog. “Qualifizierung” waren nicht möglich. Stattdessen hätte ich mich im Bereich Haarprodukte fortbilden können. Auf Englisch. Es macht den Eindruck, als sei dieser Dienst so gut wie tot, weil es kaum noch Aufträge für die Crowd gibt.

Textbroker – der alte Hase unter den Diensten

Ich kenne Textbroker noch von seinen ganz frühen Anfangszeiten. Der Dienst hält sich wacker bis gut auf dem Markt. Der Fokus liegt auf Texten und diese können verschiedenst ausfallen. Interessant ist der Dienst deshalb, weil man bei Textbroker, genauso wie bei Content.de einen Text zur Bewerbung schreiben muss. Neu ist allerdings, dass man auch einen älteren Text, z. B. aus dem eigenen Blog, zur Bewerbung nutzen kann. Das hat sehr gut funktioniert und ich wurde gleich freigeschaltet, nachdem ich diesen Text zu Twitter und politischer Werbung eingereicht habe.

Textbroker unterscheidet bei seinen Crowdworkern bezüglich ihrer Kompetenz. Dafür dient auch der Einstufungstest. Man kann bis zu 5-Sterne-Bewertungen erhalten. Je höher man eingestuft wird, desto höher sind auch die Verdienstmöglichkeiten. Diese bleiben in aller Regel allerdings moderat und übersichtlich. Ich habe mir vor allem mal angeschaut, was es so gibt. In 30 Kategorien waren bestimmt über 500 Aufträge vorhanden, was auf jeden Fall darauf hindeutet, dass der Dienst wieder verstärkt in Anspruch genommen wird. Die Texte müssen von den Kunden akzeptiert und angenommen werden, damit man auch etwas verdient.

Ich habe einen Text zu “Responsive Webdesign” geschrieben, der in 15 Minuten fertig war und aus etwa 650 Wörtern bestand. Das brachte mir einen Verdienst von 8,63 €. Dann nahm ich zwei kleinere Arbeiten an: eines zum Thema Jumpsuits und eines zum Thema Mikrofasern. Es ging um Firmen- und Produktbeschreiben. Hier lag der Verdienst am Ende knapp bei 4 € für weniger als 10 Minuten Arbeit. Ich habe mal nachgeschaut, wo die Texte gelandet sind. Neben Onlineshops wurde erster Text sogar auf einem bekannten Ratgeber-Blog zum Thema E-Commerce unter fremden Namen veröffentlicht.

Das gehört bei Textbroker leider dazu: man verzichtet auf die Rechte an den Texten. Interessant ist aber, dass man mit diesem Dienst und Crowdworking effizient und schnell Texte für Blogs, Shops und Websites geliefert bekommen kann, die von normalen Werbetextern zu deutlich teureren Preisen kommen würden. Das ist natürlich für die Auftraggeber interessant. Für die Crowdworker bedeutet es letztlich eine prekäre Arbeit. Auf der anderen Seite kann man eben schnell viel Geld nebenbei verdienen.

Wichtiger Hinweis für alle, die Crowdworking betreiben möchten

Man muss natürlich die internationalen Steuergesetze und auch die Bedingungen im Bereich dieser Arbeit beachten. Es kann notwendig sein, für diese Form der Arbeit, einen Gewerbeschein zu beantragen. Tätigkeiten im schriftlichen Bereich, wie Texten, können eine freiberufliche Tätigkeit ausmachen, die entsprechend dem Finanzamt gemeldet werden muss. Außerdem sollte geklärt werden, ob man Umsatzsteuerpflichtig agiert oder sogar von der Umsatzsteuer befreit ist. Hierzu empfiehlt es sich einen Steuerberater zu konsultieren.

Wir nehmen keine Rechtsberatung vor, geben nur Hinweise auf bestehende Rechtspraxis, die im Einzelfall anders ausfallen kann. Crowdworker müssen außerdem bei bestehenden Arbeitsverhältnissen auch überprüfen, ob ihr Arbeitgeber mit einer solchen Nebenbeschäftigung einverstanden ist.

Fazit zum Thema Crowdworking

Crowdworking funktioniert heutzutage deutlich besser als in der Vergangenheit. Die Verdienstmöglichkeiten variieren sehr stark ebenso wie die einzelnen Aufgaben variieren können. Wer jedoch Freizeit hat oder sich freiberuflich auch breiter aufstellen möchte, kann von Crowdworking profitieren. Für die hauptberufliche Ausrichtung empfehlen sich jedoch weiterhin direktere Verbindungen zu Auftraggebern und spezialisierten Diensten. Sonst läuft man Gefahr noch prekärer bezahlt zu werden, als man es ohnehin als freiberuflicher Autor und Texter beispielsweise schon zu tun hat.

Dass man mit Crowdworking auch viel Geld verdienen kann, zeigt sich an einem aktuellen Negativ-Beispiel: Ein Crowdworker versuchte sich vor Gericht den Status eines festen Angestellten zu erklagen. Dabei kam heraus, dass er mehrere Tausend Euro über Monate hinweg bei einem Anbieter verdient hat. Darüber berichtete unter anderem die Tagesschau. Das Landesarbeitsgericht in München erklärte, dass Crowdworker keine Angestellten der vermittelnden Unternehmen sind.

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