Google Tag Manager Template Gallery: Vorlagen für Jedermann

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Der Google Tag Manager ist ein einfaches Tool, um Code für Analysezwecke auf der eigenen oder der Website von Kunden einzustellen. Beispielsweise kann man mit dem Google Tag Manager Code für Google Analytics in der eigenen Seite einbinden. Oft reicht ein einfacher Code, um mehr Code – auch mit Bedingungen – ausführen zu können. Das Tool erfreut sich gerade bei vielen Entwicklern und Analysten immer größerer Beliebtheit.

Ich nutze den Google Tag Manager ebenfalls beruflich. Dabei geht es nicht nur um einfaches Tracking. Die Möglichkeiten sind viel tief greifender. Beispielsweise möchte ich bestimmte Codes nur dann ausgeführt haben, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Der Klassiker ist das sog. Remarketing auf Websites. Wenn ein potenzieller Kunde schon einmal auf einer Website war, dann soll ihm beispielsweise über Google Adsense auf fremden Seiten Werbung für mein Angebot eingeblendet werden, damit er noch mal zurückkommt.

Wenn ein Kunde beispielsweise seinen Warenkorb gefüllt aber, ohne zu bestellen, wieder abgesprungen ist, dann soll er an seinen Warenkorb erinnert werden. Im Zweifelsfall auch einen 5-Prozent-Rabatt erhalten. Und noch genauer: Ich möchte über Ereignisse auf Google Analytics tracken, wer den Download-Button auf einer ganz bestimmten Seite angeklickt hat. All das sind Szenarien, die mit dem Google Tag Manager programmiert und ausgeführt werden können.

Der Google Tag Manager ist besonders für Analysten und Marketer sehr wichtig!

Der Google Tag Manager erleichtert die Arbeit, weil man nicht mehr zig Codes von verschiedenen Plattformen einbinden muss, sondern alles über Variablen, Tags und eigene Bedingungen über den Google Tag Manager einrichten kann – im Idealfall sogar Plattformübergreifend. Für Marketer, die mit Google Ads und Google Analytics arbeiten, ist das Tool deshalb besonders wichtig.

Eine Hürde stellt jedoch immer wieder die Programmierung dar, die es braucht, um ein funktionierendes Tag zu erstellen. Hier gab es bisher keine Vorlagen, die man nutzen könnte, sondern nur sehr komplizierte und nicht immer schlüssige Web- und Video-Anleitungen. Google hat das Problem erkannt und ausgewählten Anbietern nun eine eigene Plattform spendiert.

Google Tag Manager Template Gallery bietet Vorlagen an

In der neuen Google Tag Manager Template Gallery können sich seit Anfang Oktober auch alle Nutzer von Google Tag Manager und Google Tag Manager 360 Vorlagen von Drittanbietern wie Aquire, Adform oder Coveo anschauen und auch in eigenen Projekten einbinden. Die Gallery ist dabei eine weitgehend offene Plattform. Hier können auch ganz einfache Entwickler ihre Vorlagen einstellen, um z. B. ein Facebook Pixel für Remarketing anzubieten.

Google macht darauf aufmerksam, dass die Nutzung der Vorlagen auf eigene Gefahr geschieht. Man sollte sich auch jedes Mal wirklich anschauen, welche Berechtigungen man eventuell verteilt und wie die Vorlagen aufgebaut sind. In vielen Fällen sind Bedingungen vorhanden, die Normalnutzern den Einsatz erst gar nicht erlauben. Das ist auch aus Datenschutzgründen sehr wichtig. Ein blindes Nutzen empfiehlt sich nicht. Praktikabel ist die Gallery mit etwas über 93 Vorlagen allerdings noch nicht. Dafür braucht es doch mehr Vorlagen mit auch unterschiedlicheren Komplexitätsstufen.

Google schafft neue Möglichkeiten für unerfahrene Nutzer

Es ist jedoch ein interessanter Schritt, den Google hier vollzieht. Anhand des Beispiels von Data Studio kann man festhalten, dass Vorlagen die Hürden für Endbenutzer durchaus senken. Im Glücksfall wird es für Nutzer deutlich einfacher werden, ihre gewünschten Tags zu erstellen. Das macht den Tag Manager dadurch für eine breitere Basis verfügbar. Nutzer werden Vorlagen dann auch nur noch minimal anpassen müssen. Die aktuelle Gallery ist noch viel zu leer, aber langfristig dürfte sich hier eine neue Quelle für Anfänger und nicht versierte Nutzer bilden.

Interessant ist die Gallery aber jetzt schon für einzelne Anbieter von Software-Lösungen und Agenturen. Diese könnten ihren Kunden über die Vorlagen ihre eigenen Systeme und Lösungen noch einfacher zugänglich machen. Auch Werbenetzwerke außerhalb von Google können von der Template Gallery nur profitieren. Es bleibt daher spannend, in welche Richtung sich das Ganze insgesamt entwickeln wird. Eine breite Community hat Google bereits.

Jetzt könnte es mehr Nutzer geben, die unterschiedlichste Anwendungsfälle für den Tag Manager erstellen und damit einen einfacheren Zugang zum System ermöglichen.

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Über Akif Sahin

Blogger Akif Sahin aus HamburgAkif Sahin arbeitet als Spezialist für Suchmaschinen-Marketing (SEO/SEA) bei einem Träger der freien Jugendhilfe in Hamburg. Er ist Blogger, Social Media und SEM Experte und engagiert sich für eine bessere Gesellschaft.

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