Nofollow weitergedacht – Neue Linkattribute verfügbar

nofollow wird erweitert – Google hat neue und zusätzliche Linkattribute vorgestellt, die eine weitergehende Kennzeichnung von Links und ihrem Ursprung ermöglichen. Die Kennzeichnung ist eine Erweiterung des bisherigen rel=“nofollow“ Attributs für Links. So können ab sofort zwei weitere Attribute für User Generated Content (rel=“ugc“) und Sponsored Links (rel=“sponsored“) genutzt werden. Es ist die größte Veränderung auf diesem Gebiet seit über 15 Jahren. Bisher galt das Attribut „nofollow“ als alleiniger Standard und wurde ursprünglich eingeführt, um Spam in Kommentar-Feldern einzuschränken und Spammer abzuschrecken. Google weicht diese Link-Auszeichnung nun auf – auch weil das Unternehmen in seiner Datenanalyse Links künftig stärker einbeziehen will.

In einem ausführlichen Beitrag im offiziellen Google Webmaster Central Blog werden die Hintergründe zur Änderung erklärt und in einer kleinen FAQ auch Fragen beantwortet. Google stellt unter anderem klar, dass die Änderungen ab sofort gelten und frühere Auszeichnungen von Links ihre Gültigkeit behalten. Vorgestellt wurden zwei neue Linkattribute. Neben rel=“nofollow“ können jetzt auch rel=“sponsored“ für Links verwendet werden, die beispielsweise im Rahmen von Anzeigen, Sponsoring oder anderen Einnahmen vereinbart wurden und mit rel=“ugc“ kann User-Generated Content markiert werden, beispielsweise für Links innerhalb von Kommentaren und Foren.

Linkattribute als Basis für ein Hinweismodell

Das Attribut rel=“nofollow“ bleibt bestehen und ist für Links gedacht, die auf eine Seite verweisen sollen, aber keine Unterstützung darstellen sollen. Das schließt auch die Weitergabe von Rankings mit ein. Alle drei Linkattribute werden von Google künftig als Hinweis behandelt und auch für die Google Suche berücksichtigt. Google will mit den Daten besser verstehen, was Webmaster und User eigentlich möchten und die Google-Suche verbessern. nofollow-Links sollen dabei zwar nicht das Gewicht eines Links erhalten, dass explizit zum Unterstützen gesetzt wurde, es soll aber letztlich eine Gewichtung haben.

Der Suchmaschinenbetreiber erklärte außerdem, dass die neuen Attribute zusammenhängend genutzt werden können. Beispielsweise könnte ein Sponsored Link, der auch User generiert ist, als rel=“ugc sponsored“ ausgezeichnet werden. Auch ein nofollow-Link könnte um Angaben ergänzt werden, wie beispielsweise in rel=“nofollow ugc“ dargestellt. Das wäre ein nofollow-Link, der auch User generierten Content darstellt. Im Grunde können Webmaster aber auch wie bisher mit „nofollow“-Links arbeiten, ohne eine mögliche Abstrafung durch Google zu fürchten. Google gibt nur die Möglichkeit Angaben zu machen und damit Links klarer zu differenzieren.

Entscheidung hat Auswirkungen auf Meta-Robots-Tag nofollow

Interessant ist auch, dass sich Gary Illyes nach der Änderung auf Twitter zu Wort meldete und mitteilte, dass das „nofollow“ Attribut in Meta Robots-Tags ebenfalls nur noch als Hinweis und nicht mehr als Befehl verstanden wird. Die Erklärung von Illyes auf Twitter war eine weitere Überraschung. Webmaster fragen sich nun, wie sie bestimmte Auszeichnungen vornehmen sollen, zumal Anweisungen per robots.txt ebenfalls nur als Empfehlung gelten und nicht als expliziter Befehl. Vor allem die Frage, ob man Seiten aus dem Index verbannen kann oder nicht beschäftigt Webmaster intensiv.

Es kann angenommen werden, dass durch die Änderungen sich im Wesentlichen nichts ändert. Es ist eher so, dass sich eine bereits bekannte, aber vielfach nicht weiter beachtete, Technik weiter etablieren wird. Informationen werden in Suchmaschinenindizes in einer zweifachen Version abgespeichert werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sichtbaren und unsichtbaren Index in Suchmaschinen. Dort könnten am Ende alle Informationen zu allen Seiten, die unsichtbar sein sollen, mit drin landen. Google und andere spielen am Ende bei Suchanfragen nur die relevanten und sichtbaren Seiten aus. Der Index im Hintergrund bildet aber eine Grundlage für weitere Datenanalysen.

Gerade für SEO-Spezialisten und Website-Betreiber können sich durch die jüngsten Änderungen neue Probleme ergeben. Es geht dabei um das sog. Crawler-Budget und die Frage, ob eine neue Spam-Welle mit Links droht, weil Google diese doch berücksichtigen will, selbst wenn sie mit nofollow ausgezeichnet und nicht für Ranking-Zwecke dienen sollen. Tatsächlich ist die Änderung sehr spannend und zugleich auch eine Gefahr. Es bleibt aber abzuwarten, ob sich Webmaster und User überhaupt die Mühe machen wollen die neuen Linkattribute überhaupt zu nutzen. Im Zweifelsfall fährt man mit einer Auszeichnung immer sicher: nofollow.

1 Kommentar

Von Akif Sahin

Über Akif Sahin

Blogger Akif Sahin aus HamburgAkif Sahin arbeitet als Spezialist für Suchmaschinen-Marketing (SEO/SEA) bei einem Träger der freien Jugendhilfe in Hamburg. Er ist Blogger, Social Media und SEM Experte und engagiert sich für eine bessere Gesellschaft.

Neue Beiträge

Neue Kommentare