Akif Sahin inspiriert durch Vielfalt

Du hast es dir verdient!

„Erwähne ruhig meinen Namen, dann hast du den Vertrag sicher!“, sagte ich gestern noch ein bisschen scherzhaft und warf dann doch noch ein: „Hey, du bist eine gute Kandidatin und die werden dich einstellen, wenn sie nicht völlig bescheuert sind. Da brauchst du dir gar keine Sorgen zu machen.“ Heute war das Bewerbungsgespräch und meine bald Ex-Arbeitskollegin hat mündlich eine Zusage für ihren Traumjob erhalten.

Es gibt so Jobs, die will man unbedingt haben. Man bewirbt sich dafür, man weiß, man ist ein guter Kandidat, aber man hat Selbstzweifel. Wenn man sich dann aus einer Masse an Bewerbungen hervortut, einen Job auch zugestanden bekommt, dann gibt es etwas, was an einem nagen kann: Das man glaubt, man hätte diesen Job nicht verdient. Ich kenne das Gefühl, wobei ich – nach vielen Jahren Arbeit – heute auch weiß: Kein Job der Welt definiert WER ich letztendlich bin.

Selbstzweifel gehören dazu

Selbstzweifel für eine Stelle oder im Job gehören immer dazu. Das fängt schon beim Bewerbungsprozess selbst an:

  • Bin ich überhaupt für die Stelle geeignet?
  • Erfülle ich alle Voraussetzungen für die Stelle?
  • Habe ich ein gutes Bewerbungsfoto?
  • Hat mein Lebenslauf eine Lücke?
  • Habe ich im Anschreiben wirklich den richtigen Ton getroffen?
  • Waren das wirklich alle meine Stärken, die ich da aufgezählt habe?
  • Sind da eventuell noch Rechtschreibfehler?
  • Wann sollte ich nachhaken, was mit meiner Bewerbung ist?
  • War das Bewerbungsgespräch gut?
  • Habe ich einen guten Eindruck hinterlassen?

Selbstzweifel können prägend für die eigene Arbeit und das spätere Scheitern sein

Und die Selbstzweifel können nach der Zusage weitergehen. Die Frage ist aber, ob man glaubt, etwas verdient zu haben oder eben nicht. Wenn man hier zweifelt, dann kann es passieren, dass man mit der falschen Herangehensweise den Job macht. Und das prägt dann die Arbeit und das Arbeitsumfeld. Man engagiert sich mehr als nötig, man zerreißt sich mehr als die anderen, man nimmt den Job ernster als alles andere um sich herum. Zunächst muss das auch gar nicht negativ sein. Wenn man sich aber mehr mit dem Job als mit dem Partner identifiziert, ist man längst gefangen in einer neuen Welt.

Rückschläge werden dann nicht mehr verkraftet, das Arbeitsumfeld wird toxisch, der Konkurrenzkampf viel zu hoch und vor allem beginnt man erst Recht an sich selbst zu zweifeln, wenn die Dinge nicht so laufen wie sie laufen sollten. Dabei ist es nur natürlich, dass im Berufsleben die Dinge nie so laufen, wie man es sich vorstellt. Es kommt zu Jobwechseln, man muss sich auf neue Situationen, Arbeitskollegen oder Vorgesetzte einstellen und vor allem muss man flexibel bleiben, weil heutzutage alles im Wandel ist. Es kann gut laufen, aber es gibt immer Konflikte, Krisen und auch blöde Momente. Die Einstellung, wie man sich gegenüber einem Job verhält, ist daher sehr wichtig, weil man nicht zulassen darf, dass der Job einen selbst definiert oder man zum sog. Workaholic wird.

Es braucht Anerkennung und Wertschätzung

Ich habe in verschiedenen Jobs, verschiedenen Tätigkeiten und aus verschiedensten Perspektiven heraus viele Menschen im Berufsleben kennengelernt und erlebt. Wenn ich etwas beurteilen und richtig einschätzen kann, dann sind es die Leistungen von Menschen, die sich im Job aufopfern und sich echt stark engagieren, obwohl sie keinerlei Anerkennung und Bestätigung von ihren Vorgesetzten erhalten. Ihr „Wert“ wird meist erst dann erkannt, wenn sie weg sind. Und das ist leider das Fatale unserer „schönen neuen Arbeitswelt.“ Es fehlt viel zu oft der Raum für Anerkennung und Wertschätzung.

Ich habe meine Arbeitskollegin daher heute auch kurz zur Seite genommen und ihr auch das gesagt, was gesagt werden muss: „Du hast es dir verdient!“ Es ist wichtig, so etwas auch richtig zu sagen, auszusprechen und dem Gegenüber klarzumachen, dass man es ernst meint. Und wenn man bedenkt, dass sich heute hunderte Menschen auf eine Stellenanzeige melden, es Auswahlgespräche und Interviews gibt, dann ist eine Zusage etwas, was man nicht einfach so geschenkt bekommt. Es ist eine klare Ansage: „Wir haben viele Kandidaten gehabt, wir haben uns aber für Sie entschieden.“

Man muss sich das nur manchmal selbst bewusst machen oder aber Familie, Freunde und Kollegen haben, die das auch noch mal sagen.

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Über Akif Sahin

Blogger Akif Sahin aus HamburgAkif Sahin arbeitet als Spezialist für Suchmaschinen-Marketing (SEO/SEA) bei einem Träger der freien Jugendhilfe in Hamburg. Er ist Blogger, Social Media und SEM Experte und engagiert sich mit seiner Arbeit und in seiner Freizeit für eine bessere Gesellschaft.

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