Ramadan 2019 – es geht los

Der Ramadan 2019 steht vor der Tür. Spätestens, wenn eine Provinzpolitikerin, die vorher im Ghetto das Sagen hatte und jetzt für die SPD Familienministerin spielen darf, in der Presse Stereotype über den Ramadan lanciert und Bullshit über kleine Kinder verbreitet, wissen auch die letzten Muslime, dass es endlich losgeht. Ramadan in Deutschland, das ist auch immer ein Kampf gegen Klischees. Alle Jahre wieder. Wir sind es leider gewohnt, aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Die Religionsfreiheit gilt eben gerade und erst recht für uns. Und wir werden uns unseren Fastenmonat weder schlechtreden noch kaputtmachen lassen. Es ist unser Ramadan. Kommt damit klar.

Erster Fastentag ist am Montag

Der erste Fastentag in Deutschland im Ramadan 2019 ist am Montag, den 6. Mai. Muslime stehen dafür in der Nacht von Sonntag auf Montag auf, essen eine Kleinigkeit und nehmen sich vor am Montag zu fasten. Der Ramadan 2019 endet in diesem Jahr am 3. Juni 2019. Vom 4. – 6. Juni 2019 wird das Ramadanfest (Eid ul Fitr) gefeiert. Auf diese Daten haben sich die vier großen Verbände DITIB, ISLAMRAT, VIKZ und ZMD geeinigt.

Damit wird das erste Tarawih-Gebet bereits am heutigen Sonntag (5. Mai 2019) in den Moscheen zwischen dem Nacht- und Witr-Gebet verrichtet. Entsprechend sollten sich Muslime, die alle Tarawih-Gebete verrichten möchten, in die Moscheen ab heute begeben oder aber Zuhause das Gebet verrichten.

Detaillierte Informationen über den Ramadan – für alle interessierten – gibt es übrigens auch hier im Blog in der Kategorie Ramadan. Dort ist auch eine Übersicht über alle wichtigen Texte und Inhalte zu finden. Die Texte sind einfach gehalten und werden immer wieder überarbeitet und aktualisiert.

Wo findet man einen Ramadan-Kalender?

Jedes Jahr gibt es übrigens die gleiche Frage: Wo finde ich einen Ramadan-Kalender? Darauf gibt es keine konkrete Antwort, weil verschiedene Organisationen und auch Rechtsschulen unterschiedliche Berechnungsmethoden haben. Dabei fasten die Muslime von der Zeit der Morgendämmerung (Imsak) bis zum Sonnenuntergang (Abend-Gebet; maghrib). Wer sich aber an einem Kalender orientieren möchte, dem seien folgende Kalender empfohlen:

Außerdem gibt es verschiedenste Kreationen, die eher im kommerziellen Umfeld verortet werden können. Beispiele für Ramadan-Kalender finden sich hier (Amazon Partner Link).

Gesundheits-Themen im Aufwind

Eine weitere Beobachtung im Medienfeld in diesem Jahr ist, dass neben der obligatorischen völligen Ahnungslosigkeit und dem Hass auch andere Themen auf der Agenda durchaus eine Rolle spielen. Vor allem im Gesundheitsbereich. So hat beispielsweise der Kinderschutzbund das Thema auch aufgegriffen, aber sowohl in der Tonalität als auch im Anliegen ganz anders behandelt, als die aktuelle Familienministerin, die zudem von einer Plagiatsaffäre verfolgt wird.

„Ganz wichtig ist eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten und gegenseitiges Verständnis“, so Ekin Deligöz, Vorstandsmitglied im Kinderschutzbund. „Unser Ziel ist es, dass Kinder, die fasten möchten, dies altersgerecht und ohne ihre Gesundheit zu schädigen tun. Denn am Ende ist das Wohl des Kindes und sein gesundes Aufwachsen das Wichtigste.“ Deshalb hat der Kinderschutzbund eine Handreichung herausgegeben, die das Thema sachlich und fundiert behandelt.

Diabetes und Ramadan

Auch die Bundesapothekerkammer hat sich des Themas Ramadan angenommen und verweist darauf, dass Muslime während des Ramadan nicht auf ihre Arzneimittel verzichten müssen. Dabei gibt die Apothekerkammer auch Hinweise auf bestimmte Regelungen beim Fasten. Interessant ist, dass die Apothekerkammer, wie auch Ärzte schon in den vergangenen Jahren, erneut darauf aufmerksam macht, dass man Dosierungen von Medikamenten auch nach den Fastenzeiten ausrichten kann. Es wird empfohlen, dass man sich zum Thema frühzeitig beraten lässt.

Auch die Apothekenumschau widmet sich diesem Thema mit dem Schwerpunkt auf Diabetes. „Für die Fastenzeit muss die Therapie häufig neu eingestellt werden“, erklärt Diabetesassistentin Johanna Karapinar aus Osnabrück im Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. „Halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes. Dann haben Sie gute Chancen, das Fasten zu meistern.“ Wenn der Blutzucker zu niedrig zu werden drohe, müsse das Fasten aber gebrochen werden, betont sie. „Im Koran sind einige Gruppen von der Fastenpflicht befreit und können stattdessen jeden Tag, an dem sie nicht fasten, einen Bedürftigen speisen, also Essen spenden.“ Der Diabetes Ratgeber 5/2019 liegt aktuell in den meisten Apotheken aus.

Grußworte von Verbänden

Viele muslimische Verbände nutzen die Zeit auch um Grußworte loszuwerden. Uns hat ein Grußwort des VIKZ über unsere Kontakt-Mail erreicht, den wir hier an dieser Stelle auch entsprechend als Beispiel teilen möchten.

Am kommenden Montag, 06.05.2019, beginnt der heilige Monat Ramadan und damit die Fastenzeit für Muslime weltweit. Der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) wünscht allen Muslimen einen gesegneten und friedensvollen Ramadan.

Einen Monat lang fasten Muslime jeden Tag von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Während des Fastens sind der Verzehr und Konsum von Speisen und Getränken sowie andere Umstände, die dem Fasten entgegenstehen, nicht erlaubt. Das gemeinsame Fastenbrechen, den sogenannten Iftar, begehen Muslime pünktlich zum Sonnenuntergang. Der Ramadan ist für Muslime eine besondere Zeit der Spiritualität, der Hilfsbereitschaft, der Gastfreundlichkeit und des respektvollen Miteinanders. Wohltaten und Unterstützung der Armen und Bedürftigen, insbesondere in diesem Monat finden große Anerkennung bei Allah Teala.

Neben dem gemeinsamen Fastenbrechen ist auch das Tarawih-Gebet, das gemeinsame nächtliche Gebet, eine Besonderheit des Ramadans. Das Tarawih-Gebet beginnt bereits am Sonntagabend. Wir bitten wie jedes Jahr wegen der nächtlichen Moscheebesuche während des Ramadan alle unsere Gemeinden und Gemeindemitglieder um Rücksicht gegenüber den Anwohnern, sie in ihrer nächtlichen Ruhe nicht zu stören. Wir bitten aber auch unsere Nachbarn um Verständnis für die nächtlichen Besucherinnen und Besucher in unseren Gemeindezentren.

Pressemitteilung des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ)

Eine Normalisierung der Debatte

Diese Beispiele zeigen, dass man das Thema Fasten und Ramadan auch aus einer sachlichen und vernünftigen Ebene, ohne anklagende Wortwahl, behandeln kann. Im Grunde zeigt es aber auch einen Trend hin zu einer Normalisierung beim Thema. Auch Muslime machen sich Gedanken darüber, wie sie mehr Rücksicht im Ramadan zeigen können und andere nicht stören. Das ist eine Entwicklung, die hoffen lässt.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die da draußen jetzt fasten werden, einen angenehmen, erfolgreichen und spirituellen Ramadan und angenommene Werke inschallah.

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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