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Die NSU-Monologe kommen nach Hamburg

Die NSU-Monologe kommen am 24. April 2019 in den Besenbinderhof in Hamburg. Zur Veranstaltung laden die drei muslimischen Organisationen Islamische Hochschulgemeinde (IHG), Netzwerk Muslimischer Akademiker (NMA) und das Bündnis der islamischen Gemeinden in Norddeutschland (BIG) ein. Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

Auch nach mehreren Jahren vor Gericht gibt es keine Aufarbeitung und keine Antworten. Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) und seine Helfershelfer wurden nicht aufgeklärt. Im Fokus der Öffentlichkeit standen, nachdem das rechte Terrornetzwerk öffentlich wurde, immer wieder nur die Täterinnen und Täter. Den Opfern wurde keine Stimme gegeben, ihre Geschichten kaum erzählt und den Angehörigen, die zu Unrecht beschuldigt wurden, kein Gehör geschenkt. Die Bühne für Menschenrechte versucht diesen Umstand mit den NSU-Monologen zu ändern.

Bei den NSU-Monologen handelt es sich um dokumentarisches, wortgetreues Theater, dass fordernd und unter die Haut gehend gestaltet ist. Man erhält intime Einblicke in die jahrelangen Kämpfe von drei Opferfamilien, von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat, die zu Unrecht beschuldigt, von Behörden und vom deutschen Staat im Stich gelassen wurden. Der Mut der Familien, die Erinnerung an die geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen, steht im Fokus der NSU-Monologe.

Trailer zu den NSU-Monologen

Kein Schlussstrich: Wir dürfen nicht vergessen!

„Wir denken, dass es wichtig ist die Gesellschaft für diese Thematik zu sensibilisieren. Leider wurde das komplette Netzwerk hinter dem NSU immer noch nicht ganz aufgedeckt. Vor Kurzem sind Drohbriefe bei der NSU-Opfer-Anwältin Seda Başay-Yıldız eingegangen. Signiert wurden diese mit NSU 2.0. Die Menschen müssen erfahren, was passiert ist. Dafür braucht es einen Willen zur Aufklärung und wir möchten dazu beitragen, dass eben kein Schlussstrich gezogen wird“, erklärt Kerim Tokiçin, Vorsitzender der Islamischen Hochschulgemeinde zur geplanten Veranstaltung und verweist damit sowohl auf die Aktualität des Themas als auch auf die Initiative „Kein Schlussstrich„, welche eine komplette Auflösung des NSU-Komplexes fordert.

NSU-Monologe Plakat
NSU-Monologe Plakat

Und Sacit Dizman vom Netzwerk Muslimischer Akademiker ergänzt: „Vergessen ist eine urmenschliche Eigenschaft. Wir sind es den Opfern, den Angehörigen, unserer Gesellschaft sowie den zukünftigen Generationen schuldig, dass solche terroristischen Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten. Die NSU-Morde zeigen die Abgründe und Grausamkeiten, zu denen Menschen fähig sind. Die Verantwortung, die daraus für jede und jeden erwächst, liegt darin, eine Erinnerungs- und Gedenkkultur zu schaffen, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Der NSU hat über mehrere Jahre mitten in Deutschland Menschen mit ausländischen Wurzeln aus rassistischen Motiven heraus getötet. Das Netzwerk wird heute auf mehr als 200 Personen geschätzt. Obwohl es eine gerichtliche Aufarbeitung gab, fehlt es weiterhin an einer vollständigen Aufklärung des gesamten rechtsextremen Terrornetzwerks. Vor allem den Täterinnen und Tätern aus dem Umfeld des NSU wurde und wird mehr Aufmerksamkeit zuteil, als den Opfern und ihren Familien. Es fehlt auch weiterhin an einer Sensibilisierung für die Opfer und ihre Angehörigen, die letztlich nur um die vollständige Aufklärung und Antworten beim NSU-Komplex bitten.

Termin: 24. April 2019, 19 Uhr
Ort: Besenbinderhof, Besenbinderhof 57A, 20097 Hamburg
Eintritt: frei, Plätze begrenzt

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Über Akif Sahin

Blogger Akif Sahin aus HamburgAkif Sahin arbeitet als Spezialist für Suchmaschinen-Marketing (SEO/SEA) bei einem Träger der freien Jugendhilfe in Hamburg. Er ist Blogger, Social Media und SEM Experte und engagiert sich mit seiner Arbeit und in seiner Freizeit für eine bessere Gesellschaft.

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