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Isra und Miradsch: Die Nachtreise und Himmelfahrt des Propheten Muhammad (saw)

Als Isra und Miradsch werden die Nachtreise und die Himmelfahrt des Propheten Muhammad (saw) bezeichnet. Auf Einladung Allahs (swt) ist der Prophet Muhammed (saw) in einer Nacht von Mekka aus zur Al-Aqsa Moschee in Jerusalem gebracht worden. Im Anschluss an diese Nachtreise (Isra) stieg der Prophet (saw) gemeinsam mit dem Erzengel Gabriel (as) in die Himmel. Dieser Teil seiner Reise wird als Himmelfahrt (Miradsch) bezeichnet. Ab einem Bereich, welcher als „Sidrat ul Munteha“ bekannt ist, reiste der Prophet (saw) alleine weiter.

Hier traf der Prophet (saw) auf viele Propheten (as) vor ihm sowie auf Allah (swt). Die Miradsch ist auch deshalb so bedeutsam, weil sie als eines der größten Wunder des Propheten Muhammad (saw) gilt und den Muslimen das fünfmalige Gebet pro Tag geschenkt wurde. Die Nachtreise und Himmelfahrt des Propheten (saw) fanden rund 1 Jahr vor der Hidschra (Auswanderung nach Medina) statt. Die Miradsch fand in der 27. Nacht des Monats Radschab statt. Entsprechend wird dieser Nacht von Muslimen weltweit eine besondere Bedeutung zugemessen.

Isra – Die Nachtreise des Propheten Muhammad (saw)

Mit einem Reittier, welches als „Buraq“ bezeichnet wird, ist der Prophet Muhammad (saw) von Mekka aus nach Jerusalem in einer Nacht gereist. Er kam in Jerusalem beim Bayt al-Maqdis (gesegnete Umgebung, meint Jerusalem) an und stieg von hier aus in die Himmel. Im Quran wird diese Begebenheit wie folgt beschrieben:

Gepriesen sei Der, Der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Schauende.

Quran, Vers 1, Sura 17

Die Nachtreise des Propheten Muhammad (saw) ist der Grund dafür, warum die Al Aqsa Moschee (fernste Moschee) in Jerusalem zu den wichtigsten Orten für die Muslime zählt. Hier stieß der Überlieferung zufolge der Prophet Muhammad (saw) auch auf andere Propheten (as). Es wird berichtet, dass der Prophet Muhammad (saw) als Vorbeter (Imam) ein Gebet mit den anderen Propheten (as) abgehalten hat, darunter solche wie Abraham (as), Moses (as) und Jesus (as). (Muslim, Iman, 259; Ibn Hischam, II, 37-38)

Miradsch – Die Himmelfahrt des Propheten Muhammad (saw)

Von Jerusalem aus, von der Al Aqsa Moschee aus, ist der Prophet (saw) in die Himmel zu Allah (swt) gestiegen. Die als Miradsch bezeichnete Himmelfahrt findet im Quran keine Erwähnung, sie findet jedoch in den Überlieferungen vom Propheten Muhammad (saw) zahlreich und ausführlich Erwähnung. So stieg der Prophet (saw) mit einer Art Leiter (arab: miradsch) gemeinsam mit dem Erzengel Gabriel (as) in die Himmel.

In der ersten Stufe der Himmel traf Muhammad (saw) auf Adam (as), in der zweiten Stufe auf Jesus (as) und Yahya (as), in der dritten Stufe auf Josef (as), in der vierten Stufe auf Idris (as), in der fünften Stufe auf Aron (as), in der sechsten Stufe auf Moses (as) und in der siebten Stufe auf Abraham (as). Nach diesen Stufen der Himmel gelangten der Prophet (as) und Gabriel (as) an einen Ort der als Sidrat ul Munteha bekannt ist.

Gabriel (as) erklärte dem Propheten (saw), dass er von hier aus nicht weiter reisen könne, sonst werde er verbrennen. Der Prophet (saw) führte seine Reise ohne Gabriel weiter. Hier stieg er auf ein anderes Reittier, dass als „RefRef“ bezeichnet wurde. In dieser Phase seiner Reise sah der Prophet (saw) die Gaben und Reichtümer des Paradieses aber auch die Pein und Strafen der Hölle. Der Prophet (saw) bezeugte die Belohnungen und Strafen.

Schließlich traf der Prophet (saw) auf der höchsten Ebene auf Allah (swt) und konnte mit ihm – ohne einen Mittler – direkt sprechen. (Siehe auch Quran, Verse 1 – 18, Sura 53) So wurde dem Propheten (saw) versprochen, dass Mitglieder seiner Umma (Gemeinschaft) ins Paradies eintreten werden, solange sie nicht Allah (swt) etwas zur Seite beigesellen. Die letzten Verse der Sura al-Baqara (Die Kuh) wurden dem Propheten (saw) offenbart. (Musnad, I, 422; Muslim, Iman, 279) Außerdem wurde den Muslimen das fünfmalige Gebet am Tag als Geschenk gegeben.

Der Prophet kehrte mit „RefRef“ zurück, von der Sidrat ul Munteha aus mit Buraq nach Jerusalem und von dort aus zurück nach Mekka. Bereits am nächsten Tag erzählte der Prophet (saw) seinen Freunden und seinen Weggefährten von seiner Nachtreise und von seiner Himmelsreise. Einige fielen vom Glauben ab, auch weil sie einer Kampagne gegen den Propheten (saw) glaubten. Dabei konnte der Prophet (saw) seine Beobachtungen auf der Nachtreise von Karawanen erzählen und diese konnten auch belegt werden, doch der Glaube fehlte den Ungläubigen von Mekka weiterhin.

Als Abu Bakr (ra), ein treuer Weggefährte, von den Gegnern des Propheten (saw) darauf – auch ins Lächerliche gezogen – angesprochen wurde, sagte er nur: „Wenn ER es sagt, dann wird es stimmen.“ Dies brachte Abu Bakr (ra) auch den Beinamen As-Siddiq mit ein. Sein Glaube war unerschütterlich. Er bestätigte letztlich den Propheten (saw) indem er auch seine Erzählungen über Jerusalem als wahr bekräftigte und die Wahrheit mit bezeugte.

Auch wenn es sich bei den Quellen für die Miradsch um sog. Ahad-Hadithe handelt, so ist der Glaube an die Miradsch fest verankert im Islam. Unter den Gelehrten gibt es aber weiterhin Streit darüber, ob die Miradsch in wachem Zustand, mit Körper, in schlafendem Zustand oder nur mit dem Geist stattgefunden hat.

Miradsch-Nacht als besondere Nacht in den drei gesegneten Monaten

Isra und Miradsch gelten als große Wunder des Propheten Muhammad (saw). Die Miradsch-Nacht wird von Muslimen als zweitwichtigste Nacht, nach der Nacht der Bestimmung (Lailat al Qadr) im Ramadan angesehen. Es ist traditionell so, dass viele Muslime diese Nacht mit gottesdienstlichen Handlungen (ibadat) verbringen. Im Osmanischen Reich hat es sich als Tradition durchgesetzt, dass diese Nacht mit Lichtern geschmückte Moscheen hervorbringt. Heute gibt es in vielen Ländern verschiedene Aktivitäten, die anlässlich der Miradsch-Nacht begangen werden.

Typisch sind Vorträge, Andachten an Allah (swt), Gedichte, Nasheeds und gemeinschaftliche Gebete und Bittgebete. Auch in Deutschland gibt es vor allem in Moscheen mit überwiegend türkeistämmigen Gemeindemitgliedern Sonderprogramme, die durchgeführt und angekündigt werden. Solche Nächte schaffen wieder Vertrautheit zwischen den Muslimen untereinander und dienen der Zusammenkunft der Muslime. Es ist auch immer wieder ein Anlass um die Herzen der muslimischen Gemeindemitglieder miteinander zu verbinden.

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Über Akif Sahin

Blogger Akif Sahin aus HamburgAkif Sahin arbeitet als Spezialist für Suchmaschinen-Marketing (SEO/SEA) bei einem Träger der freien Jugendhilfe in Hamburg. Er ist Blogger, Social Media und SEM Experte und engagiert sich mit seiner Arbeit und in seiner Freizeit für eine bessere Gesellschaft.

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