Junge Islam Konferenz: Bundeskonferenz in Berlin gestartet

Gesellschaft - Thema der diesjährigen Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz (JIK)
Gesellschaft – Thema der diesjährigen Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz (JIK)

Auf der mittlerweile achten Bundeskonferenz der Jungen Islam Konferenz (JIK), vom 29. bis 31. März 2019 in Berlin, tauschen sich 40 junge Menschen über die Gründe für das wachsende Misstrauen in den Gesellschaften und den fortschreitenden Vertrauensverlust in Europa aus. Die JIK-Teilnehmer suchen gemeinsam nach Antworten und Lösungen, um verlorenes Vertrauen wieder herzustellen. Dabei wird der Vertrauensverlust in politische, religiöse und mediale Institutionen behandelt, aber auch die wachsende Ablehnung in Europa gegenüber Minderheiten.

Die Konferenz wurde heute (29. März 2019) von Thomas Krüger eröffnet, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Anschluss haben die Teilnehmer mit Vertretern verschiedener Parteien angefangen zu diskutieren, wie es um das Vertrauen in die Politik steht. Über das Wochenende soll dann über Misstrauen vonseiten staatlicher Behörden und der Polizei, Misstrauen gegenüber Medien, Verschwörungstheorien und die Bedeutung von Religion gesprochen werden.

Junge Islam Konferenz: Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

Nina Prasch, Leiterin der Jungen Islam Konferenz, sieht im Vertrauen einen wichtigen Aspekt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Ein gewisses Grundvertrauen in gute Absichten unserer Mitmenschen ist die notwendige Voraussetzung, um überhaupt erst einmal miteinander ins Gespräch kommen zu wollen – auch über unterschiedliche Ansichten. Nicht nur subjektiv spürbar, auch empirisch belegt ist dagegen ein gestiegenes Misstrauen auf allen Seiten, ganz besonders, wenn es um Islam und Muslime geht. Genau hier wollen wir mit unserer Konferenz ansetzen, indem wir ein Forum bieten, das diese erste Hürde des persönlichen Kennenlernens erleichtert.“

„Die Junge Islam Konferenz leistet gerade in Zeiten wachsender Ablehnung gegenüber Minderheiten und einer verschärften Debattenkultur einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt“, ergänzt Dr. Susanne Farwick, Leiterin im Bereich Integration der Stiftung Mercator. „Sie bringt Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen, fördert gegenseitigen Austausch und hilft, gegenseitige Vorurteile abzubauen, indem unterschiedliche Perspektiven zusammengetragen und gemeinsam diskutiert werden. Zudem werden junge Menschen darin bestärkt, sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzusetzen, was zu einem konstruktiven gleichberechtigten Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland beiträgt.“

Mulla Çetin, Teil des Bundesgremiums der Jungen Islam Konferenz, erklärt: „Wenn man in Zeiten wachsenden Misstrauens gehört werden will, braucht man ein gutes Sprachrohr. Das bietet uns die Junge Islam Konferenz“. Saskia Heegardt, ebenfalls Teil des Bundesgremiums der Jungen Islam Konferenz, ergänzt: „Wir haben uns für das diesjährige Konferenzthema „Vertrauen“ entschieden, weil wir spüren, dass das Vertrauen in unsere Mitmenschen geschrumpft ist. Wir wollen gemeinsam erarbeiten, warum dies so ist und was wir dagegen tun können.“

Über die Junge Islam Konferenz

Die Junge Islam Konferenz ist ein Projekt der MUTIK gGmbH und der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Stiftung Mercator. Sie wurde 2011 ins Leben gerufen. Die Junge Islam Konferenz ist ein Projekt politischer Bildung und engagiert sich für die Gesellschaft. Sie richtet sich mit ihren Angeboten und Formaten an alle Interessierten von 17 bis 25 Jahren und schafft Begegnungsmöglichkeiten. Das Ziel ist, den Dialog über Islam in Deutschland anzuregen und daran teilzunehmen. Das Besondere an der Jungen Islam Konferenz ist, dass sie Muslime und Nichtmuslime anspricht: junge Leute, die hier leben und Deutschland mitgestalten wollen. Die Junge Islam Konferenz ist mehr als eine Konferenz. Sie ist mittlerweile ein Netzwerk von mehr als 600 ehemaligen Konferenzteilnehmer, die das ganze Jahr über aktiv sind.

Zu den Speakern der diesjährigen Konferenz gehören unter anderem der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby (Integrationsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion), der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Matthias Kohring, der Journalist Said Rezek, der Filmemacher Mirza Odabaşı und die Kabarettistin Idil Baydar.

Das Bundesgremium der Jungen Islam Konferenz besteht aus neun jungen Erwachsenen aus verschiedenen Bundesländern, die die Bundeskonferenz maßgeblich mitgestalten. Sie verstehen sich als Botschafter des Projekts.

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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