Bayern: Gefakter Islamunterricht wird verlängert

Der gefakte Islamunterricht in Bayern soll verlängert werden. Die Bayerische Regierung hat heute (26. März 2019) die Verlängerung des Modellversuchs „Islamischer Unterricht“ um zwei weitere Jahre beschlossen. Das Kabinett aus CSU und Freien Wählern stimmte der Verlängerung zu und will auch eine Überleitung des Faches in ein Wahlpflichtfach vorbereiten. Kritik an dem Vorhaben kommt unter anderem von den Grünen. Der Modellversuch steht nicht nur verfassungsrechtlich auf wackeligen Füßen, die Landesregierung missbraucht den Unterricht für Wertekunde und Präventionsarbeit.

Der Modellversuch „Islamischer Unterricht“ soll um zwei Jahre verlängert werden. In diesem Zeitraum soll auch die Überleitung in ein Wahlpflichtfach vorbereitet werden. Dies hat das bayerische Kabinett in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Der Modellversuch wird seit dem Schuljahr 2009/2010 durchgeführt und läuft, nach zwischenzeitlicher erneuter Verlängerung, bis zum Ende des aktuellen Schuljahres 2018/2019.
Der Modellversuch soll außerdem in ein Wahlpflichtfach übergeleitet werden. Dafür ist laut Regierung jedoch ein ein Gesetzgebungsverfahren erforderlich. Die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen und die Klärung noch offener verfassungsrechtlicher Fragen werden laut bayerischer Regierung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Staatliches Angebot bei dem es mehr um Prävention und Wertekunde geht

Laut Landesregierung handelt es sich bei dem Modellversuch um ein staatliches Angebot, das muslimischen Schülern in deutscher Sprache „Wissen über die islamische Religion sowie eine grundlegende Werteorientierung entsprechend des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung“ vermitteln soll. Der Islamunterricht kombiniert dabei nach Darstellung der Landesregierung weltanschaulich-religiös neutrale Islamkunde mit Werteerziehung. Es gehe nicht um „religiöse Einübung.“

So werde den Schülern Informationen über die anderen Religionen – insbesondere auch das Christentum – beigebracht. Die Schüler setzten sich mit dem Glauben auseinander und würden zur Werteordnung des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung erzogen. „Der Islamische Unterricht leistet damit einen Beitrag zur Integration der muslimischen Schüler und ebenso zur Prävention vor Radikalisierungstendenzen, da er seinen Fokus auf Werteerziehung im Sinne des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung legt“, erklärte die Landesregierung.

Grüne werfen Söder und Co. Generalverdacht gegenüber muslimischen Kindern vor

Kritik an dem Vorhaben kommt von den Grünen im Bayerischen Landtag. „Der konfessionell gebundene Religionsunterricht an Schulen muss für alle Kinder gleich sein – egal ob christlichen, jüdischen oder muslimischen Glaubens“, sagte die bildungs- und religionspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel, zur Entscheidung des Kabinetts. Sie machte darauf aufmerksam, dass der Religionsunterricht verfassungsrechtlich klar an eine Religionsgemeinschaft gebunden sein müsse. Schwere Vorwürfe machte Triebel in Richtung des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

„Wenn die schwarz-orange Landesregierung ausführt, dass der Islamische Religionsunterricht » seinen Fokus auf Werteerziehung im Sinne des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung legt « und die Schüler » zur Werteordnung des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung erzogen « werden, klingt das verdächtig nach der »Wertekunde« für Migranten-Kinder, die CSU-Ministerpräsident Söder vor knapp einem Jahr schon einmal gefordert hat – das stellt muslimische Kinder und Jugendliche unter einen Generalverdacht.“

Triebel forderte die Gleichberechtigung aller Schüler in Bayern: „Kinder und Jugendliche muslimischen Glaubens sollen die gesamte Bandbreite ihres Glaubens kennenlernen und einen persönlichkeitsbildenden und gesellschaftlich-integrativen Unterricht in deutscher Sprache besuchen, der von Lehrkräften gegeben wird, die hier in Bayern ausgebildet worden sind.“

Aktuell nehmen nur 10 % aller Schüler in Bayern das Angebot wahr

Nach Angaben der bayrischen Landesregierung nehmen aktuell 16.500 Schüler an 349 Schulen am Islamischen Unterricht teil. Der Unterricht wird – wie der Ethikunterricht – in staatlicher Verantwortung durchgeführt.

Der Vizepräsident des Bayerischer Landtags und europapolitischer Sprecher der Landtags-SPD, Markus Rinderspacher, sprach sich für eine Erweiterung des Angebotes aus. Allerdings kritisierte Rinderspacher auf Twitter, dass es nicht genügend Lehrkräfte für den Ausbau des Angebotes gebe. Aktuell würden nur 10 % aller Schüler muslimischen Glaubens überhaupt das Angebot wahrnehmen.

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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