Dritte Option: Bundesverdienstkreuz für Konstanze Plett

Juraprofessorin Konstanze Plett (Universität Bremen) wurde am Freitag (22. März 2019) in Berlin für ihr Engagement für die Rechte intersexueller Personen mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde im Namen von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier durch Bildungs- und Forschungsminsiterin Anja Karliczeck (CDU) im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung überreicht.

Mit der Auszeichnung wurde das „herausragende Engagement für die Wahrung der Menschenrechte intersexueller Personen“ durch Plett gewürdigt. Sie habe sich in besonderem Maße um die gleichberechtigte Anerkennung, Teilhabe und gesellschaftliche Akzeptanz von intergeschlechtlichen Menschen verdient gemacht. Plett hatte auch an der Verfassungsbeschwerde, die eine sog. Dritte Option neben weiblich und männlich als Geschlechtskategorie zur Folge hatte, mitgewirkt.

Expertin zum Thema „Dritte Option“

Plett forscht und lehrt seit 1982 an der Universität Bremen. Zunächst am Zentrum für Europäische Rechtspolitik (ZERP), seit 2003 am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Bremen. Sie war Gründungsmitglied des Bremer Instituts für Gender, Arbeits- und Sozialrecht (bigas). Von 2002 bis 2006 war sie Sprecherin des Zentrums Gender Studies. Im Jahr 2012 trat sie formal in den Ruhestand, ist aber weiterhin in Lehre und Forschung tätig.

Im Bereich der Rechtsforschung verfolgt Konstanze Plett einen sozialwissenschaftlichen Ansatz. Seit den 1990ern arbeitet sie zu Geschlecht und Recht, seit 2000 speziell zu Intergeschlechtlichkeit. Zu diesem Thema veröffentlichte sie zahlreiche Aufsätze und hielt viele Vorträge. Als Expertin wurde sie von Ausschüssen des Deutschen Bundestages angehört und beriet weitere Institutionen.

Plett ist Mitautorin der Verfassungsbeschwerde und war eine der Verfahrensbevollmächtigten in der Sache „Dritte Option“ für den Geschlechtseintrag in staatlichen Registern. Das Bundesverfassungsgericht hat der Beschwerde im Oktober 2017 stattgegeben, im Dezember 2018 ist das entsprechende Gesetz in Kraft getreten. Intergeschlechtliche Menschen können nun in Geburtenregistern und darauf basierenden offiziellen Dokumenten mit der Bezeichnung „divers“ eingetragen werden.

Quellen: Universität Bremen

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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