SCHURA und IGMG-Ableger gegen Niqab-Verbot an Universität Kiel

In der Debatte um einen Verbotserlass an der Universität Kiel, welches den Niqab in Vorlesungen verbietet, haben sich auch muslimische Verbände zu Wort gemeldet. Die Islamische Hochschulgemeinde Kiel, das Büdnis Islamischer Gemeinden in Norddeutschland (BIG, Ableger der IGMG) und die Schura Schleswig-Holstein stellen sich in der Debatte auf die Seite der betroffenen Konvertitin. Die Verbände argumentieren mit dem Recht auf freie Bildung und bieten sich auch als Vermittler zwischen den Parteien an.

In einer bereits am 15. Februar 2019 versendeten gemeinsamen Pressemitteilung heißt es, man nehme die Entscheidung der Universität Kiel „bezüglich eines Gesichtsschleierverbots für Lehrveranstaltungen und die daraus resultierten Reaktionen mit Sorge zur Kenntnis.“ Laut Unterzeichnern sollten Einzelfälle stets auch als solche bewertet und verhältnismäßig mit weitsichtigem Verantwortungsbewusstsein behandelt werden. Andernfalls berge eine vorauseilende und verallgemeinernde Problematisierung, die eine etwaige gesetzliche Regelung anstrebt, die Gefahr eines Generalverdachtes.

Niqab-Trägerin wird von politischen Salafisten unterstützt

„Wir halten es daher für bedenklich, dass ein Einzelfall derart großes politisches und mediales Echo hervorruft. Dies ist überzogen, populistisch und nicht zielführend“, heißt es in der Erklärung weiter. Man erachte einen Gesetzesentwurf mit „Handlungsleitlinien“ seitens des Bildungsministeriums daher als „unverhältnismäßig und kontraproduktiv.“ Im besagten Fall handele es sich in erster Linie um eine Studentin, die von ihrem Recht auf Bildung Gebrauch machen wolle. „Eine Stigmatisierung von Personen aufgrund ihrer Bekleidung tastet ihre Würde an und stellt einen Widerspruch zu der grundgesetzlich gesicherten Religionsfreiheit dar.“

Unterdessen wurde bekannt, dass die vom Verbot betroffene Studentin von der Organisation „Föderale Islamische Union“ in ihrem (juristischen) Kampf gegen den Verbots-Erlass unterstützt wird. Die maßgeblichen Akteure des Vereins werden durch den niedersächsischen Verfassungsschutz dem politischen Salafismus zugerechnet. (Drucksache 18/01969)

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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