Amazon: Prime Day Kunden können 3 Monate gratis Musik hören

Ein Beispiel für eine interessante und gelungene Marketing-Strategie für den Vertrieb einzelner Produkte zeigt aktuell das US-Unternehmen Amazon in Deutschland. Amazon schreibt in diesen Tagen viele seiner Prime Day Käuferinnen und Käufer in Deutschland schriftlich an, die sich ein Amazon Echo oder einen Fire TV beim Schnäppchentag gekauft haben.

In dem Schreiben wird erklärt, dass man den Kundinnen und Kunden, als Dankeschön für den Erwerb eines Amazon Echo oder eines Fire TV, eine drei monatige Mitgliedschaft bei Amazon Music Unlimited gratis anbiete. Beigelegt ist eine Karte mit dem Link zum Angebot und auf zwei Seiten wird erklärt, wie Amazon Music Unlimited funktioniert. Nach den 3 Monaten beginnt eine kostenpflichtige Mitgliedschaft, wenn man nicht rechtzeitig kündigt. Amazon erklärt in dem Schreiben, die Kündigung sei jederzeit möglich und das Angebot unverbindlich und ohne Risiko testbar.

Amazon Music Unlimited Werbebrief
Amazon Music Unlimited Werbebrief

Tatsächlich wird hier darauf gesetzt, dass Kunden eines Amazon Echo oder eines Fire TV auch Interesse an einem Musik-Streamingdienst haben könnten. Das Angebot von Amazon Music Unlimited ist vergleichbar mit denen von Spotify, Google Play Music oder Apple Music. Letztlich ist Musik-Streaming per Flatrate allerdings nichts Neues. Neu ist jedoch, dass Amazon gezielt Werbung bei den Menschen macht, die ihre Produkte für einen möglichen solchen Einsatz gekauft haben.

Das ist eine interessante Marketing- und Vertriebsstrategie, die sich durchaus rentieren könnte und auch bei anderen Firmen klappt. Apple ist Vorreiter solcher Modelle, weil es seine Hard- und Software aus einer Hand plus Service-Dienstleistungen zusammengebracht hat. Außerdem: Sind die User erst einmal in einen Streaming-Dienst vernarrt, wechseln sie sehr häufig nicht mehr den Anbieter. Das ist vergleichbar mit Bankkunden. Es gab früher den Spruch: „Der Deutsche wechselt eher die Frau als seine Bank.“ Tatsächlich bleiben Kontowechsel – sowohl bei Banken als auch bei Streaming-Diensten – eher die Ausnahme.

Dabei könnten sich Vergleiche lohnen und auch Geld sparen. Doch bei den kleinen Summen, um die es pro Person geht, sind Vergleiche eher nebensächlich. Tatsächlich muss das Angebot stimmen. So verknüpft Amazon seine Produkte zur Medienwiedergabe mit seinen Produkten, die auf solchen Geräten Sinn machen könnten. Damit werden Kunden nicht nur zu einmaligen Käuferinnen und Käufern, sondern langfristigen Abo-Bezahlerinnen und Bezahlern.

Interessant ist auch, dass Amazon beim Prime Day seine eigenen Produkte wie Echo oder Fire TV letztlich verramscht hat. Die Produkte wurden deutlich unter Normalpreisen verkauft. Der Sinn dahinter erschloss sich einigen Beobachtern nicht ganz. Hardware-Produkte haben nun einmal eine gewisse Gewinnspanne und einige Experten rätselten, warum Amazon seinen Bestand quasi mit Riesen-Rabatten leer räumt, während Verkäufern in Technik-Märkten kaum Rabatte möglich sind. Eine Verknüpfung mit Abo-Produkten dürfte, bei Erfolg, diese Rabatte deutlich kompensieren und langfristig deutlich mehr Gewinn abwerfen.

Fest steht: Amazon hat einen riesen Erfolg mit seinem Prime Modell. Der Ausbau des Angebots und auch der Möglichkeiten wird langfristig den Gewinn des Unternehmens weiter steigern. Da macht es Sinn, Waren zu verramschen, um diesem Bezahlmodell mehr Kunden zu bringen.

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Autor, Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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