Google Chrome markiert HTTP-Verbindungen als nicht sicher

Mit der Version 68 markiert der beliebte Browser „Chrome“ von Google Verbindungen, die unverschlüsselt sind, als „nicht sicher“. Betroffen sind vor allem Websites, die mit dem unverschlüsselten Standard „http“ arbeiten. Den Schritt hatte Google bereits vor zwei Jahren angekündigt, doch jetzt macht das Unternehmen ernst. Denn die Version 68 wird bereits ausgespielt und dürfte per Update viele Chrome-User in aller Welt erreichen. Durch die Marktmacht von Google Chrome wird eine verschlüsselte Verbindung per https für viele Website-Betreiber letztlich zur Pflicht.

Die Änderung bei Chrome und der Hinweis auf unsichere Verbindungen macht Sinn. Denn verschlüsselte Verbindungen sind heutzutage ein wichtiger Standard, der beispielsweise bei Banken oder anderen Unternehmen zum Tragen kommen, wenn es um den Transfer und die Eingabe von sensiblen Daten geht. Ein unverschlüsselter Standard wie http erlaubt leider auch das Mitlesen von unverschlüsselten Informationen im Netzwerk. Im schlimmsten Fall können sogar Informationen vor dem Empfang und Versand modifiziert werden.

Keine Verschlüsselung? Infobutton und „nicht sicher“

Bisher wurden verschlüsselte Seiten mit einem grünen Schloss und dem Wort „Sicher“ hervorgehoben. Nun folgt ein grauer Infobutton und das Wort „nicht sicher“ für nicht verschlüsselte Verbindungen. Doch dies ist nur eine Änderung, die weitere Maßnahmen bereits vorab ankündigt. So soll ab September 2018 das Wort „Sicher“ aus verschlüsselten Verbindungen entfernt werden. Direkt im Oktober kommt dann eine Änderung, die viele Website-Betreiber beachten müssen.

Chrome wird bei Seiten, in denen Eingaben gemacht werden können, die aber auf einer unverschlüsselten Verbindung wie http aufbauen, eine Warnmeldung einblenden. Bei Eingabe von Daten wird das Wort „nicht sicher“ rot markiert. Es wechselt die Farbe, wodurch automatisch das Augenmerk darauf fällt. Es ist ein Warnhinweis, dass gerade Daten eingegeben werden, die unverschlüsselt übertragen werden. Der schlimmste GAU für viele Webmaster, die bis dahin nicht auf https gewechselt sind.

Google Chrome dominiert den Browsermarkt weltweit

Dass Websites künftig auf verschlüsselte Verbindungen setzen müssen, wird deutlich, wenn man sich den Marktanteil von Google Chrome am weltweiten Internetverkehr betrachtet. Google Chrome hatte zuletzt nach den Angaben verschiedener Dienste einen Marktanteil zwischen 40 – 60% weltweit am gesamten Internet-Traffic (ohne mobile Geräte). Zählt man die weltweit aktiven Milliarden von Android-Geräten hinzu, die mittlerweile standardmäßig auf Chrome setzen, dürfte der Anteil noch größer sein.

Entsprechend muss man jetzt die Zeichen der Zeit erkennen und eine verschlüsselte Verbindung per https standardmäßig anbieten. Anderenfalls droht man auch das Vertrauen der User in die eigene Seite zu verlieren. Weitere Informationen zu den jüngsten Änderungen und Plänen gibt es auf „The Keyword“

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Autor, Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.