Warum ist der Ramadan so wichtig?

Das Fasten im Monat Ramadan wurde für sämtliche Muslime im zweiten Jahr der Hidschra, also zwei Jahre nach der Auswanderung des Propheten Muhammad (saw) aus der Stadt Mekka nach Medina, als Pflicht auferlegt. Jeder Muslim, der dazu in der Lage ist, muss im Monat Ramadan fasten.

So heißt es hierzu im Qurʾān al Karim in ungefährer Deutscher Bedeutung:

Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt wurde als klarer Beweis der Rechtleitung und als Maßstab. Wer von euch in diesem Monat fähig ist, soll während seines Verlaufes fasten. Wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, der faste eine gleiche Anzahl anderer Tage (nach). Allah wünscht, dass ihr es euch leicht und nicht schwer und dass ihr die Zahl erfüllt und Allah dafür lobpreist, dass Er euch geführt hat. Und vielleicht seid ihr dankbar. [Sura al Baqara: Vers 185]

An diesem Koran-Vers erkennen wir zunächst einmal die Wichtigkeit des Monats Ramadan, weil in ihm die Rechtleitung für die Menschen (nicht nur für die Muslime, sondern für alle Menschen!), der Qurʾān al Karim, herabgesandt wurde. Ferner ist deutlich zu erkennen, dass das Fasten im Monat Ramadan denjenigen Muslimen vorgeschrieben ist, die dazu fähig sind. In vielen Übersetzungen wird von anwesend sein gesprochen oder zugegen sein, dass trifft es aber nach meiner Meinung nicht ganz.

Darauf deutet auch hin, dass die Ausnahmen derjenigen Gruppen erwähnt werden, die vom Fasten im Monat Ramadan befreit sind. Auch wird klar und deutlich, dass die Muslime es sich nicht unnötig schwer machen, aber trotzdem ihr Fasten auch nicht vernachlässigen sollen. Am Ende steht der Wunsch, dass die Gläubigen dankbar sein sollen. Denn das Fasten ist eine Barmherzigkeit Allahs (swt) an die Menschen.

Der Sinn des Fastens im Ramadan

In manchen Jahren dauert der islamische Monat Ramadan, weil er sich nach dem Mondkalender richtet, mal 29 und mal 30 Tage. Es ist Pflicht für die Muslime, den gesamten Monat Ramadan über zu fasten.

Der Monat Ramadan ist für Muslime ein gesegneter und geheiligter Monat. Die Sonne des Islams ist in diesem Monat aufgegangen, die ersten Verse des Lichtes der Welt, des Qurʾān al Karim, wurden in diesem Monat unserem geliebten Propheten Muhammad (saw) offenbart. In diesem Monat ist auch die Lailat ul Qadr (Nacht des Schicksals), welche segensreicher als 1000 Monate sein soll.

Wir fasten also im Monat Ramadan, einem besonderen Monat. Und in diesem Monat reinigen wir unser Inneres von schlechten Gedanken und unser Äußeres von schlechten Handlungen. Dies tun wir in dem wir fasten.

In einem weiteren Vers vor dem obigen heißt es im Qurʾān al Karim in ungefährer deutscher Bedeutung:

O ihr Gläubigen! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war. Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig. [Sura al Baqara: Vers 183]

Dieser Vers wiederum stellt klar, dass das Fasten an sich keine neue Erfindung des Islams ist, sondern vielmehr eine Wiederbelebung einer alten religiösen Pflicht darstellt. Es war den Menschen vor dem Islam bereits als Pflicht auferlegt. Das zeigt sich beispielsweise anhand der religiösen Praktiken im Judentum oder auch im Christentum, wo man zu bestimmten Zeiten auch fastet. Dieses Fasten unterscheidet sich zwar rein äußerlich und in der Strenge vom islamischen Fasten, aber es ist – oftmals – eine religiös motivierte Handlung.

Es wird auch klar, welche Intention dem Fasten inneliegt. Es geht darum gottesfürchtig zu werden.

Bedeutung des Fastens im Ramadan

Fasten bedeutet in seinem Ursprung zunächst einmal Enthaltsamkeit. Der Fastende enthält sich nach dem muslimischen Glauben von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Seine Enthaltsamkeit drückt sich dadurch aus, dass er weder etwas isst noch trinkt. Er unterlässt alles was als verboten bzw. verpönt gilt, er pflegt keinerlei sexuelle Kontakte zu seiner Frau, er spricht maßvoll und bescheiden und achtet auf Jedes einzelne seiner Worte.

Im Monat Ramadan sind die Muslime generell dazu angehalten viel deutlicher und intensiver ihren Glauben zu leben. Dieser Monat gewinnt dadurch an Kraft, dass er den Muslimen klar macht, dass er segensreich ist. Die Muslime profitieren vom allgemeinen Zustand der gesammten Ummah (Gemeinschaft), die darauf aus ist, ihre spirituelle Seite des Glaubens zu erleben und zu leben.

Jeder Muslim sucht nach einer Möglichkeit in diesem Monat etwas Gutes zu tun. Das Fasten ist eine religiöse Handlung, die als ein Instrument und als Inspiration für diese guten Taten gesehen werden kann. Das Fasten motiviert zur guten Tat und zu religiösen Handlungen.

Das Fasten im Islam reinigt unser Inneres von verächtlichen und hässlichen Gedanken, während es unser Äußeres von den hässlichen und verächtlichen Handlungen abhält. Das Fasten schützt uns vor Verfehlungen.

Das Fasten ist eine religiöse Handlung, die uns hilft, uns vor den schlechten Dingen auf der Welt zu schützen, uns vor dem Feuer der Hölle zu schützen und das dazu beiträgt, dass uns unsere Sünden vergeben werden.

Und schließlich drückt es die folgende Überlieferung vom Propheten Muhammad (saw) wohl am kürzesten und prägnantesten aus:

Wer das Fasten im Ramadan gläubig und nur für Allah vollzieht, dem werden alle seine vergangenen Sünden getilgt. [Riyad us Salihin, Band 2, Seite 489 oder siehe auch Imam Ahmad ibn Hanbal]

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