Ramadan – Der Monat ist für mich vorbei

Ramadan – Tag 6, 7 und 8
3. Juni 2017

Wir machen Pläne, aber Allah (swt) plant anders für uns. Für mich scheint der Ramadan in seinem eigentlich Sinn, dem Fasten, schon wieder vorbei. Letzte Woche ging es mir gesundheitlich immer etwas schlechter. Seit Freitag hab ich nun Gewissheit, dass ich nicht mehr mitfasten kann. Damit ist der Ramadan für mich schon wieder vorbei, ehe er wirklich angefangen hat. Dabei hatte es in den ersten Tagen so gut geklappt. Es schwingt ein gewisser Unmut mit. Ich widme mich noch dem Verbliebenem, was übrig geblieben ist und wo ich noch etwas machen kann. Vielleicht wird mich das mehr motivieren. Vielleicht ist auch in dieser Sache ein sehr großer Segen.

Ein guter Freund, Kollege, Vorgesetzter und Weggefährte aus früheren Tagen, sozusagen auch eine Stütze und Mentor, war am Donnerstag in der Stadt. Ich hatte ihn gebeten sich unbedingt zu melden, wenn sich eine Gelegenheit für ein Treffen ergibt. Es kam so, und ich habe mit ihm bis in den Morgengrauen zusammengesessen und wir haben uns ausgetauscht. Solche Begegnungen sind ein Segen. Sie machen uns glücklich und sie motivieren uns. Sie sind aber auch ein Anlass zu sehen, wie man sich entwickelt hat, wohin es hingegangen ist und wie man eigentlich für die Zukunft plant. Auch deshalb, weil Dinge angesprochen werden können, die einem sonst keiner sagt. Ich bin dankbar, dass ich solche Menschen in meinem Leben habe – auch wenn ich sie vielleicht nur einmal im Jahr sehe.

Ramadan – ein Monat der Familie

Heute war ich dann zu Gast bei meiner Schwester. Ich habe einen älteren Bruder und eine ältere Schwester. Wir haben ein gutes Verhältnis und unsere Familientreffen sind in großer Runde rar, dafür aber umso schöner. Nach einem schönen Abendessen haben wir gemeinsam auf dem Balkon bei Tee und Kuchen bis in die tiefe Nacht geschnackt, wie man so schön sagt. Meine Tochter konnte sich auch mit ihren Cousins und Cousinen austoben und übernachtet auch heute Nacht bei meiner Schwester. Der Ramadan, es ist auch ein Monat der Familie.

Gleichzeitig musste ich wieder feststellen, dass es nicht so ist, dass ich keine Kritik vertrage oder nicht mit ihr umgehen kann. Es ist die Frage, wie die Kritik an einen herangetragen wird. Es ist eine Sache, wenn der Vater, der zur alten Garde von Islamfunktionären zählt, Dir die Leviten liest, weil du einen kritischen Beitrag geschrieben und veröffentlicht hast. Wenn aber der eigene Bruder auch damit anfängt, ist das ungewohnt. Mein Bruder ist eine bessere Version von mir und er bringt sich gerade wieder in der Community ein.

Ich bin dankbar für seine Kritik und ich bin dankbar dafür, dass man in meiner Familie mit Kritik umgehen, zurückkritisieren und Beides schaffen kann, ohne einem das Herz zu brechen oder in Muster zu verfallen, die nur noch von Ignoranz der Realität geprägt ist.

Bilder der neuen Moschee

Übrigens: Die zentrale DITIB-Moschee in Köln-Ehrenfeld hat das erste Freitagsgebet in den neuen Räumlichkeiten – nach 8 Jahren und unzähligen Verspätungen – durchführen können. Einen Eindruck von den neuen Räumlichkeiten geben euch diese Bilder. Ich finde es durchaus Schick und Gelungen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht nur bei diesem Eindruck bleibt, sondern die Moschee wirklich zu einem Zentrum des gelebten Islam wird.

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