Tag der Pressefreiheit

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Gedanken zum diesjährigen Tag der Pressefreiheit. Wir müssen sie schützen. Wir müssen für sie eintreten.

Das letzte Mal rief man mich an und bat mich sanfter mit einer bestimmten muslimischen Religionsgemeinschaft umzugehen. Kritik sei in der aktuellen Lage kontraproduktiv und helfe allen Muslimen nicht weiter. Tatsächlich war dies eine Einflussnahme auf die Meinungsfreiheit. Es war eine gezielte Einflussnahme auf die Pressefreiheit. Ich habe sie durchgehen lassen, weil ich an ein höheres Ideal geglaubt habe. Das war, wieder einmal, ein Fehler. Menschen sind korrupt und sie haben alle Eigeninteressen. Das gilt auch für mich.

In Deutschland traut sich kein Präsident oder Kanzler den Chefredakteur eines Blattes anzurufen und ihm Vorgaben zu machen, was gefälligst am nächsten Tag auf der Titelseite des Blattes zu stehen hat. Stattdessen gibt es Vorgaben, Druck aus der Gesellschaft und der Politik, die ziemlich unauffällig und fern von Beweisbarkeit abläuft. Nicht jeder ruft bei einem Chefredakteur an und hinterlässt spuren. Unsereiner, der ein kleines Nischen-Blog und verschiedene meinungsstarke Social-Media-Accounts betreut, muss sich hingegen behaupten. Er muss gegen widrigste Umstände kämpfen, um auch weiterhin frei äußern zu dürfen, was er äußern möchte.

Dafür nimmt man Repressalien in Kauf. Man akzeptiert Ausgrenzung, man akzeptiert das Zurückhalten von Informationen und selbst Rufmord. Man weiß eben auch, die gleichen Leute, die heute einem am liebsten den Mund zunähen würden, die hinter dem Rücken von einem blödes Zeug labern, brauchen einen spätestens morgen wieder als Multiplikator. Es gibt ja sonst kaum Jemanden, der Werbung für ihre Projekte macht. Am besten durchbricht man diesen Zyklus, indem man eben nicht mehr mitmacht. Indem man sich endgültig davon distanziert und nur noch aufschreibt was relevant ist.

Der Tag der Pressefreiheit ist so gesehen ein willkommener Anlass. Man erinnert sich an die Kollegen, die für das freie Wort derzeit im Gefängnis sitzen oder sogar ihr Leben gelassen haben. Man erinnert sich selbst an die Einschränkungen, die man im Berufsleben machen musste und wie oft man um seinen Job bangen musste, weil man unbequem war. Man macht sich bewusst, dass die da oben eben nicht Gewalt und Waffen fürchten, sondern das freie Wort. Man bemerkt die eigene Stärke, vor der sich diejenigen fürchten, die etwas zu verbergen und zu verlieren haben.

Es lebe das freie Wort.

1 Kommentar

  1. Michael Behr sagt:

    Es lebe der Sprecher des freien Wortes

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