Ich hasse die Deutsche Bahn

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Über Sinn und Unsinn von Pünktlichkeit bei der Deutschen Bahn anhand meiner persönlichen subjektiven Erlebnisse am heutigen Tag.

Ich bin gerade in Braunschweig. Mein Arbeitgeber hat hier eine von mehreren regelmäßigen Veranstaltung mit Ehrenamtlichen. Wir werden gemeinsam neue Projekte starten und auch die künftige Ausrichtung in bestimmten Bereichen besprechen und beschließen. Bis ich aber in Braunschweig angekommen bin, war es echt eine Katastrophe. Das liegt an der Deutschen Bahn.

Schon vor zwei Wochen habe ich mit meiner Bahncard ein Ticket für die Hin- und Rückfahrt gebucht. Mit dem Sparpreis habe ich natürlich eine Zugbindung in Kauf genommen. Das City Ticket ist im Preis hingegen nicht enthalten gewesen. Hätte ich mich für den Flex-Preis (hab eine BahnCard 50) entschieden, wäre dieser bereits enthalten gewesen. Die Preisstruktur bei der deutschen Bahn ist ein anderes beschissenes und einsames Kapitel für sich.

Die Bahn war auf einmal überpünktlich

Ich habe noch ein Gespräch geführt und bin ganze 20 Minuten vor dem eigentlichen Start der Bahn zur Bushaltestelle gegangen. Laut Aushang würde der Bus in 2 Minuten kommen. Die Fahrt würde nur 4 Minuten dauern und ich wäre ganz entspannt am Zug. Doch der Bus kam nicht. Stattdessen durfte ich dann zu Fuß laufen, nur um dann unterwegs einen späteren Bus abzufangen. Doch ich freute mich zu früh. Zwar waren auf der Uhr noch zehn Minuten, aber des Bus kam einfach nicht durch. Ich kam genau zwei Minuten vor Abfahrt am Busbahnhof in Altona an.

Ich bin schnell zum Bahngleis gerannt und durfte, eine Minute vor der eigentlichen Abfahrt, mit ansehen, wie der Zug das Gleis verließ. Geistesgegenwärtig rannte ich dann runter zu den S-Bahnen und nahm den direkten Zug zum Hauptbahnhof. Unterwegs checkte ich noch, ob ich meinen ursprünglichen Zug am Hamburger Hauptbahnhof abfangen kann. Rein theoretisch war es möglich gewesen. Praktisch fuhr der Zug aber erneut mir direkt vor der Nase davon — erneut eine Minute zu früh.

Neues Ticket neuer Ärger — Diesmal war die Bahn zu spät

Ich habe dann ein Flex-Ticket für den nächsten Zug gebucht und bin erstmal durch die Wandelhalle geschlendert. Erst eine Stunde später war ich dann unterwegs nach Hannover. Wir kamen mit zwei Minuten Verspätung in Hannover an. Dort dann aber die nächste Überraschung: Der Anschlusszug nach Braunschweig hat laut Anzeige der Bahn genau 55 Minuten Verspätung gehabt. In der Ansage hieß es, es gebe ein Problem bei der Weichenstellung. Ersatzmöglichkeiten wurden nicht angeboten. Perfide: Ab 60 Minuten hätte man wohl erst ein Anrecht drauf.

Ich habe eine halbe Stunde bis dreiviertel Stunde auf dem Hauptbahnhof Hannover verbracht. Am Ende nahm ich Ersatzweise einen InterCity. Den Hinweis dazu gab es aber nicht vom Personal vor Ort. Ich hab mich bei einem Zugführer informiert. In den InterCity Dingern kann man übrigens nicht mal seine Taschen ordentlich oben verstauen. Kam am Ende ganze zwei Stunden später in Braunschweig an.

Bahn muss dringend was tun: Vor allem in Infrastruktur investieren

Ich war fertig und meine Beine tun mir noch immer weh. Was ich aber nach diesem Tag sagen kann ist: Die Bahn kommt und geht, wann und wie sie will. Ich finde die Deutsche Bahn beschissen. Ich muss sie beruflich nutzen. Sonst hätte ich diesen Mist längst anderweitig ersetzt. Ach, und eine Entschädigung erhalte ich leider nicht.

Was die Bahn aber nicht ausreichend tut und was der Grund für diesen praktischen und faktischen Unsinn ist: Sie spart am Personal und sie spart an Investitionen in die Infrastruktur. Dafür wären Milliarden nötig. Die hat man, will sie aber nicht ausgeben. Umso öfter muss man in der Zukunft mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Wenigstens muss ich dann nicht mehr mit überpünktlichen Bahnen ringen.

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