Einheitskonferenz: Schura Hamburg boykottieren?!

Noch steht das genaue Programm für die nächste Einheitskonferenz der Schura Hamburg nicht fest, aber bereits ein erstes Detail über ein Podium sorgt für Kopfschütteln. Dazu muss man allerdings auch eine Vorgeschichte kennen. Bereits vor der letzten Einheitskonferenz habe ich öffentlich angegeben, dass ich diese Veranstaltung nicht besuche und boykottieren werde. Jugendliche habe ich zum fernbleiben aufgerufen, weil sie nicht mit dem Mist zu tun haben sollten. Hintergrund waren die, aus meiner Sicht, falsch besetzten Podien. Ich habe dies intern und schriftlich stark kritisiert.

Zum einen habe ich die ungleich schwere Einbindung der Murabitun-Bewegung in den Podien beim letzten Mal kritisiert, zum anderen das Personen, die hinter den Kulissen gegen die muslimischen Religionsgemeinschaften agitieren, durch die Podien stärker gemacht wurden, als sie eigentlich sind. In Hintergrundgesprächen hatte ich sogar von glaubwürdigen Insidern erfahren, dass einige Teilnehmer nur auf den Podien gelandet sind, weil man von Trägervereinen Geld für die Arbeit der Schura Hamburg bekommen haben soll. Auch ließen sich wichtige Persönlichkeiten aus bestimmten muslimischen Organisationen erst gar nicht bei der Veranstaltung blicken, weil ihnen die ganze Nummer peinlich war.

Schura Hamburg lädt Volker Beck ein

Auch in diesem Jahr scheint die Besetzung der Podien durch die Schura Hamburg von falschen Interessen geleitet zu sein. Anders lässt sich nicht erklären, wie Podien Zustande kommen, bei denen islamfeindliche und religionsfeindliche Akteure eingebunden werden. Ganz negativ stößt dabei das Podium III unter der Leitung des Journalisten und Publizisten Eren Güvercin auf. Dort taucht neben Cemile Giousouf (CDU) und Zekeriyya Altug (DITIB) der Name Volker Beck auf. Beck, der immer wieder gegen DITIB, Schura Hamburg und das Islamische Zentrum Hamburg gehetzt hat, wird durch die Einheitskonferenz ein Raum für seine Ressentiments und politischen Ziele gegeben.

Dabei ist seit längerem bekannt, dass sich Beck, trotz seiner Tätigkeit als religionspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, bei der Gründung eines vermeintlich „liberalen“ Verbands eingebracht haben soll, das in Konkurrenz zu den muslimischen Gemeinschaften aufgestellt worden ist. Dazu kann man auch gerne meinen Beitrag über den „grünen Islamisten“ Beck lesen. Der Politiker hat sich bis heute zu den Vorwürfen nicht geäußert und schweigt zum Thema. Es gibt aber Screenshots die eine deutliche Sprache sprechen. Wieso man Jemanden, der die muslimische Gemeinschaft ignoriert, die Verbände zu politischen Vereinen erklärt und Muslimen Antisemitismus vorwirft eingeladen hat, bleibt das Geheimnis des geheim tagenden Schura Hamburg Bündnisses. Gerade weil Beck künftig politisch keine Bedeutung hat, hätte man auf ihn verzichten können.

Entscheidungen lassen tief in Schura Hamburg blicken

Nichtsdestotrotz lässt diese bescheuert inszenierte Besetzung wieder tief in die Strukturen der Schura Hamburg blicken. Bei der Schura und dem Koordinationsteam für die Einheitskonferenz scheint man Personen zu beschäftigen, die auf Sado Maso und Selbstgeißelung stehen. Man will jedes Mal einen draufsetzen und härter auseinandergenommen werden, als bisher. Auf jeden Fall deutet sich erneut an, dass man diese Veranstaltung gezielt boykottieren und von der Teilnahme unbedingt abraten muss. Mit der endgültigen Besetzung aller Podien dürfte dies deutlich klarer sein.

Es ist unsäglich, wenn die Schura Hamburg Personen auf die eigenen Podien bringt, die gegen Muslime und Islam in unserer Hansestadt und bundesweit agitieren. Das hätte man sich sparen können und müssen. Das diese Kritik und Ankündigung in diesem Jahr öffentlich ausfällt, sollte den Verantwortlichen zu denken geben. Ich werde die gesamte Entwicklung jedenfalls weiter verfolgen. Es braucht nunmal anscheinend lautstarken Protest, damit die Verantwortlichen endlich vernünftig und vor allem im Sinne der Community Entscheidungen treffen. Bei Islamfeindlichkeit kann es keine zwei Meinungen geben.

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Autor, Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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