Aussagekraft der Zahl der Follower bei Twitter?

Ich nutze Twitter für private und berufliche Zwecke. Ich bin vom Dienst überzeugt und nutze es sehr gerne – auch um mich zu informieren und interessante Beiträge zu teilen. Allerdings hat mich ein kleiner und spontaner Test etwas verdutzt und überrascht zurückgelassen. Ich habe manuell meine Follower überprüft – mit verheerendem Resultat.

Eigentlich wollte ich nur wissen, was für Accounts mir bei Twitter folgen. Diese Follower genauer zu analysieren, wollte ich schon immer. Doch erst in dieser Woche hatte ich genügend Zeit mal die Liste auf Herz und Nieren zu überprüfen. Dabei wollte ich mich auch von Bots und inaktiven Accounts befreien. Doch das Resultat ist verheerend.

Wie viele Twitter-User sind wirklich aktiv?

Zum Besseren Verständnis: Ich nutze meinen jetzigen Twitter-Account seit Anfang 2012. Ich habe in dieser Zeit mehrfach meinen Twitter-Namen geändert. Vor drei Tagen hatte ich noch insgesamt 982 Follower. Ich kratzte an der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Followern. Und hey, eine höhere Anzahl von Followern ist immer positiv, weil das auch weitere Follower auf den Plan ruft. Es bildet bei den Twitter-Usern auch ein gewisses Vertrauen.

Nach meiner Säuberungsaktion sind es allerdings nur noch 501 Follower. Fast 400 meiner Follower waren inaktiv oder Bots. Das Kriterium für die Inaktivität habe ich folgendermaßen definiert: User, die länger als 3 Monate nichts gepostet haben. Hinzu kommen einige Dutzend Twitter-User, die ich im Rahmen meiner Säuberungsaktion auch ausschließen wollte (Kollateralschäden nicht ausgenommen). Das sind im Ergebnis allerdings erschreckende Zahlen.

Viele User länger als ein Jahr inaktiv

Fast ein Viertel (242) meiner Follower sind länger als ein Jahr nicht mehr auf dem sozialen Netzwerk aktiv gewesen. Das deutet auf ein Kernproblem bei Twitter hin. Die Zahl der Twitter-Accounts wächst stetig. Die Zahl der Twitter-Leichen aber auch. Alte Accounts werden nicht gelöscht. Sie bleiben vorhanden und geben Usern das Gefühl, man hätte Follower. Ein Trugschluss.

Viele Accounts (56) hatten zudem nicht mal einen einzigen Tweet abgesetzt. Manche Accounts folgten Hunderten Personen, hatten aber seit Jahren keinen einzigen Beitrag verfasst oder einen Beitrag anderer geteilt. Interessant war auch, dass es Accounts gab (6), die den gleichen Schwachsinn posteten (Bots) aber unter unterschiedlichen Namen. Diese Accounts sind heute nicht mehr aktiv, ihre Inhalte bleiben aber dennoch auf Twitter.

Fazit zu den Follower-Zahlen auf Twitter

Die Follower-Anzahl als Kriterium für Erfolg oder Angesehenheit in der Community zu nehmen, ist fatal. Tatsächlich sagt diese Zahl nichts über den Einfluss einer Person (Influence) oder ihre Wirkung aus. Manche User, mit wenigen Followern, erreichen mehr Reaktionen und Aktivität als irgendwelche Marketing-Accounts mit Tausenden Followern. Insgesamt sollte man sich von den Zahlen also nicht blenden lassen.

Twitter selbst muss hier nachbessern. Accounts, die länger inaktiv sind, müssen auch als inaktive Accounts bewertet und deaktiviert werden. Das mag zwar die Zahlen verändern, es ist aber konsequenter, als Karteileichen für Statistiken zu haben und damit in der Community einen falschen Eindruck über den eigenen Erfolg zu vermitteln.

Den Verlust der Accounts habe ich übrigens billigend in Kauf genommen. In letzter Zeit war mir aufgefallen, dass viele Accounts, denen ich folge und die mir folgen, kaum mit mir interagieren. Erfolgreich kann man aber nur sein, wenn die Interaktion auf Twitter läuft – und zwar gegenseitig!

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