Christentum, Islam, Recht und Menschenrechte: Spannungsfelder und Lösungen

Eine der früheren wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zu der Frage, ob der Islam die universalen Menschenrechte akzeptieren kann, lieferte Dr. Michaela Wittinger im Jahr 2008 mit der Aufzeichnung ihrer Vorlesungsunterlagen zum Thema „Christentum, Islam, Recht und Menschenrechte: Spannungsfelder und Lösungen“. Obwohl das Buch durchaus mit Vorurteilen gegenüber der islamischen Scharia und gegenüber dem Islam per se durchdrungen ist, ist die wissenschaftliche Betrachtung des Themas durch diesen Blickwinkel, dennoch gut.

Wittinger widmet sich in ihrem Buch, in einem sehr kompakten Rahmen, der generellen Frage, ob die universalen Menschenrechte auch durch religiöse Bezüge bzw. Religion begründet werden können. Entsprechend wird auch am Beispiel des Islam aufgezeigt, welche Ideen und Versuche es gab eine „islamische“ Interpretation der Menschenrechte vorzunehmen und diese aus Koran und Sunnah zu begründen. Was Wittinger übersah war meiner Meinung nach jedoch, dass die von ihr teilweise als „Islamische Menschenrechte“ dargestellten theoretischen Ansätze in Wirklichkeit den Kern der Maqasid-Theorie (also den primären Zielen der Scharia) bildeten.

Es wird hier deutlich, dass die Autorin als kompetente Juristin und nicht als Kennerin der Materie geschrieben hat. Ihre Ansichten zu den Ansätzen in der islamischen Welt, insbesondere zur „Arabischen Charta der Menschenrechte“ im Jahr 2004 kann man teilen oder auch nicht.

Das Buch (88 Seiten) gibt es auf Amazon: Christentum, Islam, Recht und Menschenrechte: Spannungsfelder und Lösungen (Otto von Freising-Vorlesungen der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Veröffentlicht von Akif Sahin

Akif Sahin - Autor, Blogger und Islam-Experte. inspiriert durch Vielfalt.

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