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	<description>über Alltag, Politik, Medien und Technik...</description>
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		<title>Eurovision Song Contest: Vorschau auf den ESC in Baku</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 19:50:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Lange ist es nicht mehr hin und dann stellt sich die Frage, welche Nation und welcher Titel den Eurovision Song Contest (ESC) 2012 gewinnt. Eine kleine Vorschau auf die wohl größte und vielbeachtetste Musik-Veranstaltung der Welt tut jetzt Not - zumal es einige Interessante Beiträge gibt, auf die man besonders achten sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Kritik an Aserbaidschan im Vorfeld</h2>
<p>Das Finale des diesjährigen Eurovision Song Contest findet am 24. Mai 2012 in Aserbaidschan, besser gesagt in der Hauptstadt Baku, statt. Beim letzten Eurovision Song Contest 2011 in Deutschland hatte der Beitrag von Ell und Nikki mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=eG2uNbNRkAw" title="Running Scared" target="_blank">Running Scared</a>&#8221; gewonnen. Die Aserbaidschaner haben sich damit das Musik-Event des Jahres ins Haus geholt.</p>
<p><img src="http://www.akifsahin.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/eurovision-logo-460x184.png" alt="" title="eurovision-logo" width="460" height="184" class="aligncenter size-medium wp-image-3327" /></p>
<p>Allerdings ist der Eurovision Song Contest in diesem Jahr nicht unumstritten. Die aserbaidschanische Führung, um die Familie des Präsidenten Ilham Alijew, gilt als autoritär und machtbesessen. Vor allem macht das Land immer wieder mit Menschenrechtsverletzungen und Verletzungen der Presse-Freiheit auf sich aufmerksam. Dank des Eurovision Song Contest werden jetzt aber auch diese Defizite in Aserbaidschan öffentlich angesprochen und kritisiert.</p>
<p>Ein anderer heikler Punkt im Vorfeld des ESC war, dass Armenien, Nachbarland und Feind Aserbaidschans, die Veranstaltung aus Protest boykottiert. Beide Länder streiten sich seit Jahrzehnten um die Region Berg-Karabach. Vorwürfe von Genozid und Massenmord werden von beiden Seiten erhoben.</p>
<h2>Peinliche Beiträge beim Eurovision Song Contest</h2>
<p>Man kann nicht behaupten, es hätte nicht im Vorfeld viele Berichte über den diesjährigen Eurovision Song Contest gegeben. Vor allem in Deutschland hat sich ein Millionen-Publikum durch die Casting-Sendung &#8220;<a href="http://www.unser-star-fuer-baku.tv/" title="Unser Star für Baku" target="_blank">Unser Star für Baku</a>&#8221; bereits Monate zuvor auf den ESC eingestimmt. Roman Lob und seinem Titel &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=MxA6TWLttZo" title="Standing Still" target="_blank">Standing Still</a>&#8221; werden allerdings kaum Chancen auf einen Sieg eingeräumt.</p>
<p>Andererseits ist die Wahl Deutschlands auf den jungen charismatischen Sänger nicht schlecht, schaut man sich im Vergleich dazu einige andere Länder an. </p>
<p>So hat insbesondere Russland mit seinem Beitrag, einer Truppe von alten Frauen, die komisch gekleidet sind und merkwürdig singen, durch und durch für Hohn und Spott gesorgt. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=H_WNdVKb7LQ" title="Buranovskiye Babushki" target="_blank">Buranovskiye Babushki</a> ist aber tatsächlich eine der Favoriten. Dies liegt vor allem daran, dass die 70-jährigen Omas vor allem das ältere Publikum in Europa und darüberhinaus zu Tränen rühren könnten.</p>
<p>Auch Groß-Britannien sorgte mit seiner Wahl für eine Überraschung. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pFNv9pjqZkk" title="Engelbert Humperdinck" target="_blank">Engelbert Humperdinck</a>, mit 75 Jahren der älteste ESC-Teilnehmer, soll es für die Insel richten. Sein Sound klingt, wie soll man es denn bitteschön anders sagen, veraltet.</p>
<p>Auch für Merkwürdigkeiten sorgte vor allem Irland. Die haben nämlich erneut ihre Fön-Friseur-Vertreter losgeschickt. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=D_ViQfViDPo" title="Jedward" target="_blank">Jedward</a> waren schon beim letzten ESC einer der heißesten Kandidaten auf den Titel. Verloren dann jedoch unerwartet. Es folgte ein Plattenvertrag, eine Tour und jetzt der erneute Anlauf beim ESC.</p>
<h2>Viele Favoriten und gute Tracks</h2>
<p>Über Musik kann man sich streiten. Über Geschmack auch. Allerdings sind einige Titel klar als Sieger favorisiert. Schaut man sich beispielsweise auch die Quoten von bestimmten Titeln bei den Wettanbietern an, scheint sich mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4nJcmLMb5to" title="Loreen" target="_blank">Schweden</a> ein klarer Favorit hervorzutun. Doch tatsächlich gibt es einige andere Bewerber auf den ESC-Sieg, die aus meiner Sicht durchaus bessere Chancen haben dürften.</p>
<h3>Ukraine: Gaitana mit &#8220;Be My Guest&#8221;</h3>
<p><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/i-LyyCxlSFc?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Der Ukrainische Beitrag ist wahrscheinlich das lauteste was es beim diesjährigen Eurovision Song Contest geben dürfte. Und vor allem ist die Stimme einzigartig schön. Man könnte sich vorstellen, dass Gaitana mit ihrem Hit &#8220;Be My Guest&#8221; eine ähnliche Karriere wie Whitney Houston (hoffentlich aber ohne Drogen- und Alkoholmissbrauch) bevorsteht. Die Stimme ist gewaltig und die Dame beeindruckt mit scharfen Blicken und einem unglaublichen Charisma.</p>
<p>Jedoch war es für Gaitana sehr schwer überhaupt akzeptiert zu werden. In der Ukraine wurde die Künstlerin wegen ihrer Hautfarbe angegriffen &#8211; aus der Regierung. Erst als Oppositions-Politiker eingriffen, darunter auch der bekannte Boxer Vitali Klitschko, hörten die Angriffe auf.</p>
<p>Nach so viel Krach dürfte Gaitana meiner Meinung nach die heißeste Kandidatin auf den Sieg beim Eurovision Song Contest sein.</p>
<h3>Türkei: Can Bonomo mit &#8220;Love Me Back&#8221;</h3>
<p><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/7PneOwzMz4M?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Auch wenn er eher weniger Chancen haben sollte, Can Bonomos Musik ist einfach nur genial und vor allem anders. Der Sohn von sephardischen Juden hat sich bei den Vorauswahlen in der Türkei beim türkischen Staatsfernsehen gegenüber etablierten Musikern durchgesetzt. Bonomo war bis dahin quasi ein Niemand. Schnell wurde der Mann wegen seiner Abstammung angefeindet und vor allem von Extremisten als &#8220;Schande für die Türkei&#8221; bezeichnet.</p>
<p>Doch das staatliche Fernsehen TRT ließ sich nicht beeindrucken und schon gar nicht einschüchtern. Bonomo erstellte fünf Tracks und aus diesen wurde dann &#8220;Love Me Back&#8221; ausgewählt. Es hat neben klassischen türkischen Melodien aber auch jüdische Klänge. Anders und beeindruckend.</p>
<h3>Rumänien: Mandinga mit &#8220;Zaleilah&#8221;</h3>
<p><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/VH2t9LpRGQk?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ungewöhnlich anders ist auch die Musik der Rumänischen Gruppe Mandinga. Diese glänzen nämlich neben einer kurvigen und rassigen Sängerin vor allem durch Latein-Amerikanische Sounds. Die Mischung aus Dudelsack, Sommer-Sound und rumänischen Elementen könnte das Rezept für den ESC-Titel sein.</p>
<h3>Italien: Nina Zilli mit &#8220;L&#8217;Amore È Femmina (Out Of Love)&#8221;</h3>
<p><iframe width="480" height="274" src="http://www.youtube.com/embed/coqLVynejo8?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Ein weiterer Stimmgewaltiger Beitrag ist der von Nina Zilli. Die Dame erinnert von der Aufmachung und auch von der Stimme her der verstorbenen Sängerin Amy Winehouse. Dafür ist der Song allerdings um klassen Besser, als das was Winehouse je abgeliefert hat. Nina Zilli singt sowohl auf Englisch als auch auf Italienisch und beeindruckt mit einer klasse Stimme und einem klasse Song. Trotzdem dürfte es wohl nicht für den Sieg, obgleich eine Platzierung in den Top-Ten garantiert sein dürfte.</p>
<h2>Informationen über Baku und Aserbaidschan auf YouTube</h2>
<p>Der Eurovision Song Contest wird über verschiedene Kanäle transparent vorgestellt. Jedoch findet sich auf dem offiziellen YouTube-Kanal zum Wettbewerb auch vielerlei Information zum Land und der Musik-Szene in Aserbaidschan. <a href="http://www.youtube.com/user/eurovision" title="Eurovision Channel auf YouTube" target="_blank">http://www.youtube.com/user/eurovision</a></p>
<p>Was ich besonders empfehlen kann ist die der Beitrag über <a href="http://www.youtube.com/watch?v=CeOhydhlhEY" title="Jazz in Aserbaidschan" target="_blank">Jazz in Aserbaidschan</a>.</p>
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		<title>Angela Merkel: Ein erstes Zeichen von Schwäche</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 03:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Rausschmiss von Norbert Röttgen, durch Bundeskanzlerin Angela Merkel, aus dem Amt des Umweltministers kam nicht überraschend. Bereits in einem <a href="http://www.akifsahin.de/2012/05/14/nrw-wahl-rottgen-ist-fur-merkel-untragbar/" title="NRW-Wahl: Röttgen ist für Merkel untragbar" target="_blank">vorhergehenden Beitrag</a> hatte ich dargestellt, dass Angela Merkel am Ende nichts übrig bleiben dürfte, als Norbert Röttgen zu entlassen. Allerdings ist der Rausschmiss in dieser Form ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bundes-Kanzlerin und vor allem die Koalition schwächeln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bisher Niemanden aus ihrem Kabinett geworfen. Es war sogar so, dass sie in vielerlei Hinsicht mit ihren Ministern, die sich so manchen Fehler geleistet haben, viel zu viel Geduld hatte. Man denke da an den zurückgetretenen Verteidigungsminister Jung (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_bei_Kunduz" target="_blank" title="Kunduz-Affäre">Kunduz-Affäre</a>) oder dessen Nachfolger zu Guttenberg (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zu-Guttenberg-Aff%C3%A4re" title="Plagiatsaffäre" target="_blank">Plagiatsaffäre</a>). An beiden hielt Angela Merkel ungewöhnlich lange fest. Geduld war etwas, was Merkel immer ausgezeichnet hat.</p>
<p>Geduld mit Norbert Röttgen scheint Merkel nicht gehabt zu haben. Denn der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Röttgen ist die erste Person überhaupt, die von der Kanzlerin auch wirklich persönlich rausgeschmissen wurde. Es war quasi so wie ein kleiner Arschtritt, den Angela Merkel dem Röttgen gestern verpasst hat.</p>
<p>Ungläubig und auch etwas erschrocken wirkten daher auch die Journalisten und Beobachter, als die Bundeskanzlerin gestern vor die Presse trat, in einer schnell einberufenen Presse-Konferenz, und binnen 90 Sekunden verkündete <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2012/05/2012-05-16-merkel-umweltminister.html?nn=74388" title="Entlassung von Röttgen durch Merkel" target="_blank">sie habe den Bundesprädidenten um die Entlassung von Norbert Röttgen gebeten</a>. Nachfolger von Röttgen als Umweltminister soll jetzt Peter Altmaier werden.</p>
<h2>Merkel ändert schnell ihre Meinung</h2>
<p>In den Feuilletons, Artikeln und Kolumnen der Nation wird nun darüber berichtet, dass Angela Merkel versucht habe ihren Umweltminister dazu zu drängen von sich aus zurückzutreten. Komischerweise hat sich das noch am Tag nach der NRW-Wahl anders angehört. Angela Merkel nahm Norbert Röttgen in Schutz (wenn auch nicht völlig) und <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-und-roettgen-auf-pressekonferenz-zum-wahldebakel-in-nrw-a-833033.html" title="Merkel hält an Röttgen fest" target="_blank">hielt an ihm fest</a>. Was ist binnen weniger Tage geschehen, dass die Kanzlerin es sich anders überlegt hat?</p>
<h2>Die Nerven liegen blank</h2>
<p>Der Rausschmiss von Norbert Röttgen aus dem Amt des Bundesumweltministers ist ein Beispiel dafür, dass Angela Merkel so langsam die Nerven verliert. Die Kanzlerin hat mit dem Rausschmiss nicht demonstrativ gezeigt, wer die Hosen im Kanzleramt an hat, sondern, dass sie nicht mehr mit ruhiger Hand regieren kann.</p>
<p>Schlimmer noch als die Art des Rausschmisses ist das Signal, dass von diesem Rausschmiss ausgeht. Denn der Rausschmiss muss als Signal an die verbliebenen Kabinettsmitglieder gewertet werden. Merkel macht ernst. Wer jetzt noch ihrer Politik im Weg steht und nicht für gute Presse sorgt, kann sich nicht mehr seines Jobs sicher sein.</p>
<p>Es ist die Herrschaft des Chaos die beginnt. Wie soll eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb der Koalition gelingen, wenn nicht mal die Nummer der CDU von der Kanzlerin würdig behandelt wird?</p>
<h2>Niemand hat Angela Merkel einen Rausschmiss zugetraut</h2>
<p>Kalt und emotionslos war der Rausschmiss. Aber auch angesichts der Entwicklungen und der Unruhe in der Koalition auch verständlich. Trotzdem bleibt ein übler Nachgeschmack. Wie will Merkel jetzt die Diskussionen um ihren Führungsstil kleinreden? Diese dürften nach diesem Rausschmiss erst Recht aufflammen. Und sie sind berechtigt.</p>
<h2>Röttgen hätte von sich aus zurücktreten müssen</h2>
<p>Norbert Röttgen hätte von sich aus gehen müssen. Jetzt hat Merkel ihn rausgeschmissen und sich womöglich einen Bärendienst erwiesen. Röttgen ist immer noch stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender. Wenn der Mann tatsächlich gegängelt und auf intrigante und heuchlerische Art und Weise rausgeschmissen wurde, wie es sich nicht gehört, dann sitzt er jetzt in einer Position wo er der größte Feind von Angela Merkel sein könnte. Röttgen könnte sich als Opfer einer verfehlten Führung durch Merkel inszenieren.</p>
<p>Die Bundeskanzlerin hat sich mit dem Rausschmiss angreifbar gemacht. Röttgen kann den Frontal-Angriff wagen und Merkel für immer bloßstellen. Denn die Kanzlerin hat ihn gedemütigt. So etwas verkraftet man nicht einfach mal so und der &#8220;Besser-Wisser&#8221; Röttgen hat jetzt auch gar nichts mehr zu verlieren, im Gegensatz zur Kanzlerin.</p>
<p>Hinzu kommt, dass Merkel mit Röttgen Jemanden rausgeschmissen hat, der wie kein Anderer in der CDU für die Politik der Kanzlerin stand. Seit wann wirft man eigene Grundsätze über Bord? Und erst Recht, seit wann schmeißt man Leute raus, die einem gegenüber eigentlich immer als loyal galten?</p>
<p>Der freiwillige Abschied von Norbert Röttgen wäre auf jeden Fall die bessere Wahl gewesen. Es wäre vor allem aus der Sicht der Kanzlerin die bessere Lösung gewesen. Denn so verliert die Kanzlerin vor allem an ihrer Glaubwürdigkeit.</p>
<h2>Die CDU verliert ihre wichtigsten Köpfe</h2>
<p>Das Schlimme an diesem Rausschmiss ist, dass er erneut offenbart wie dünn die Personal-Decke innerhalb der Union und insbesondere in der CDU ist. Die CSU kann noch auf viele weitere Köpfe verweisen, und nutzt diese auch vor allem in Bayern, aber wer soll jetzt noch kommen, wenn wieder ein CDU-Kabinetts-Mitglied verschwindet? </p>
<p>Der sogenannte Verschleiß an klugen Köpfen innerhalb der CDU ist immens groß. Röttgen gehörte sicherlich nicht zu den klügsten, aber er war einer der Gallionsfiguren. Er galt als quasi-Kronprinz von Merkel und nach der Schlappe bei der NRW-Wahl war er schon längst Geschichte. Der Rausschmiss hat also an diesem Umstand nicht viel geändert. Aber die Frage bleibt, wen Merkel überhaupt noch mit ins Boot holen möchte.</p>
<p>Selbst die Besetzung des Familienministeriums mit der prominenten Kristina Schröder, die als jung und unerfahren galt, erwies sich im Nachhinein als taktisch unklug, da Schröder nicht nur im Ministerium für viele als unfähig und lernstutzig gilt. Sie war eindeutig zu jung und eine klare Fehlbesetzung. Jüngere Politiker, die wenigstens dass Ansehen von Schröder hätten, gibt es zudem kaum noch welche. Prominent ist Niemand mehr und könnte auch kaum Wähler für sich gewinnen.</p>
<p>Selbst <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Altmaier" title="Peter Altmaier bei Wikipedia" target="_blank">Peter Altmaier</a> ist nur Politik-Interessierten ein tatsächlicher Begriff. Was er wirklich die ganze Zeit im Bundestag gemacht hat, ist der Bevölkerung verborgen geblieben.</p>
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		<title>Video: Horst Seehofer bei Klaus Kleber (ZDF)</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 06:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Auftritt von Horst Seehofer gestern bei Klaus Kleber im ZDF wird als erstaunlicher Blick hinter die Kulissen gewertet. Dabei sollte jedem nach der Sicht des Videos klar sein, dass der CSU-Chef sich so langsam gegen Merkel in Stellung bringt. Anscheinend hat Horst Seehofer die Bevormundung durch die CDU und die FDP satt. Es könnte sogar soweit kommen, dass der CSU-Chef sich als künftigen Kanzlerkandidaten der Union ins Spiel bringt. Anders ist der öffentliche Affront nicht wirklich zu verstehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Horst Seehofer (CSU) ist seit Jahren im politischen Geschäft und ein Profi. Jeder weiß, dass der Politiker auch mal kräftig verbal Zuhauen kann, wenn ihm was nicht passt. Wir kriegen diese Reaktionen allerdings nur in inszenierten Reden und manchmal eben auch durch absichtlich gestreute Meldungen in den Medien mit.</p>
<p>Dass das Klima in der Koalition in Berlin nicht mehr so ganz normal ist und es seit Wochen und Tagen einen Streit um das Betreuungsgeld wie auch um den Euro-Kurs der Kanzlerin gibt, ist bekannt. Neu ist allerdings, dass sich Horst Seehofer nun öffentlich und sehr gut kalkuliert in Szene setzt und seiner Kritik damit einen Nachdruck verleiht. Es ist ein öffentlicher Affront gegen die Kanzlerin und ein Zeichen dafür, dass die CSU sich von der CDU und erst Recht von der Kanzlerin nichts vordiktieren lassen möchte.</p>
<p>Die Aufnahmen des ZDF, die man auch hier oben sehen kann, zeigen sehr deutlich, dass Horst Seehofer es satt hat, dass in der Union vor allem das konservative Profil verloren geht. Er sieht sich als einzigen noch legitimen Vertreter dieser Richtung innerhalb der Union und möchte daher auch seinen Führungsanspruch geltend machen.</p>
<p>Dies hat mehrere Gründe. Zum einen schwächelt die CSU in Bayern gewaltig, seitdem bekannt ist, dass die SPD den Bürgermeister von München, Christian Ude, für den nächsten Landtagswahlkampf im Freistaat ins Rennen schicken wird (Ude gilt als ernst zu nehmender Gegner, da er vor allem anders als die Bayern-SPD näher am Volk gesehen wird), zum anderen bringt sich Seehofer damit auch in Stellung als einziger echter Kronprinz in der Union eventuell Angela Merkel zu beerben.</p>
<p>Denn mit dem Abgang von Norbert Röttgen aus NRW, nach seiner blamablen Wahl, hat dieser auch seine Ambitionen auf das mögliche Kanzleramt nach Merkel vertan. Jetzt bringt sich Seehofer in Stellung und macht klar, dass er eigentlich ja alles besser weiß als Röttgen oder eben als Merkel.</p>
<p>Diese Art der hinterlistigen Gängelung von Parteifreunden kann nur dann funktionieren, wenn man große Ambitionen hat. Seehofers Taktik jedenfalls geht auf. Die Netzgemeinde wie auch das Wahlvolk kaufen ihm das Gerede im Video ab. Der CSU-Politiker hat sich nach seiner Missratenen Facebook Party sehr gut positioniert und punktet mit einem Affront gegen die Kanzlerin und gegen die CDU-Führung. </p>
<p>Es kann nur munter weiter heiter werden in dieser Koalition.</p>
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		<title>NRW-Wahl: Röttgen ist für Merkel untragbar</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 03:38:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der grandiose Sieg der SPD in Nordrhein-Westfalen, die absolute Mehrheit für Rot-Grün, sind ein Sargnagel in der Karriere des Norbert Röttgen (CDU). Der Spitzenkandidat der Union in NRW hat grandios versagt und das schlechteste Ergebnis der CDU in NRW eingefahren, dass überhaupt möglich war. Jetzt belastet der Politiker nicht nur die Unionsleute in NRW, sondern vor allem die Kanzlerin. Das Versagen von Röttgen ist auch ein Versagen des Systems der Bundeskanzlerin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ging alles schief was schief gehen konnte. Bereits von Anfang an hat sich Norbert Röttgen (CDU) selbst sabotiert. Es fing aber nicht erst im Wahlkampf an, sondern schon bei der interessanten und unvorhergesehenen Abstimmung über die künftige Führung der CDU in NRW. Damals trat Röttgen als Bundesminister für Umweltfragen, ohne echte Bindung zum größten Flächenland Deutschlands gegen den politisch erfahrenen und geachteten Unionspolitiker Armin Laschet an. Niemand, auch nicht Merkel, hat dem Umwelt-Minister damals zugetraut, dass er eine echte Chance gegen Laschet hätte.</p>
<p>Armin Laschet galt als quasi-Kronprinz des damals über eine Affäre gestürzten Landesvaters Jürgen Rüttgers. Norbert Röttgen hatte allerdings mit seinen Machtambitionen etwas anderes vor. Er wollte vor allem seine Position in der Regierung und insbesondere in der Union festigen.</p>
<p>Die Kanzlerin hat ihm sicherlich den Sieg genausowenig zugetraut, wie auch Armin Laschet, der sich vor allem als Integrationsminister im größten Flächenstaat in der BRD einen Namen gemacht. Der Rechts-Wissenschaftler scheiterte grandios gegen den Umweltminister.</p>
<p>Röttgen war allerdings nie wirklich, nach seiner Wahl zum obersten Unions-Vertreter im Ländle, aktiv in NRW. Er hat immer eine gewisse Distanz gehabt und hat sich versucht vor allem auf die Bundespolitik zu konzentrieren. NRW war für ihn eine Nebenbeschäftigung. Auch dieses Verhalten hat sich jetzt bei der Wahl gerächt.</p>
<p>Das Versagen von Röttgen ist nämlich nicht nur auf seine peinlichen Eskapaden zurückzuführen. Sicherlich haben diese dazu beigetragen, dass der Politik gänzlich scheiterte, aber sie waren nicht nur allein Grund für das Scheitern.</p>
<p>Röttgen war vor allem kein Straßen-Wahlkämpfer. Der Politiker wirkte immer wieder zu unsicher und vor allem konnte er sich auf der Straße den Fragen und der Kritik der Bürgerinnen und Bürger nicht stellen. </p>
<p>Seine halbherzigen Bekundungen und vor allem sein Ausweichen in der Frage, ob er auch als Oppositionsführer nach NRW kommen würde, wenn er verliert, waren da schon sehr deutliche Zeichen dafür, dass der Kandidat der Union einen schwachen Stand hatte. </p>
<p>Als Röttgen jedoch Wahlkampf betrieb und selbst sehen musste, dass die Partei, die er eigentlich in NRW führt, ihn im Stich lässt, hat er begonnen sich selbst einen kleinen Kreis zu basteln. Wer auch immer seine Wahlkampf-Berater waren, sie haben nicht geholfen die Wahlen zu gewinnen und schon gar nicht die Reihen zu schließen.</p>
<p>Es gab kaum Auftritte in NRW in denen Röttgen tatsächlich die geschlossenen Unions-Reihen in NRW präsentieren konnte. Der Politiker hat als Führungsperson der Partei in NRW versagt, weil er sich erstens nicht wirklich um sie gekümmert hat und zweitens nicht erkannt hat, dass die Riege hinter ihm nach der Kampfabstimmung gegen Laschet zerstritten und getrennt war.</p>
<p>Die Schwäche der CDU in diesem Wahlkampf war vor allem, dass die internen Querelen weiterhin nicht gelöst waren und dass die Reihen weiterhin nicht richtig geschlossen waren. Röttgen hätte dieses Problem erkennen können, wäre er nur öfter als Chef auch vor Ort gewesen und hätte versucht sich überhaupt mal um die Sorgen der Politiker zu kümmern.</p>
<p>Weil Röttgen diesen Fehler im System leider viel zu spät erkannt hat, hat er auch die Kanzlerin in die Bredouille gebracht. Wer auch immer ihm geraten hat, Merkel in die Pflicht zu nehmen, der hat ihn ganz schön im Stich gelassen. Man muss schon gewaltig sabotiert worden sein, wenn man als Bundesminister im Kabinett Merkel, dass eigene Versagen vor Augen hat und glaubt, man könnte über eine angebliche Abstimmung über die Politik der Kanzlerin punkten.</p>
<p>Röttgen hat sich damit auch innerparteilich und weit über die Grenzen von NRW hinweg nur noch Feinde in der Union gemacht. Der Bundes-Umwelt-Minister hat sich um es salopp zu sagen ins eigene Fleisch geschnitten, er hat sich ins Bein geschossen.</p>
<p>Die Wahl war verloren. Doch was viel schlimmer wiegt, die ganzen Umfragen hatten Röttgen noch wenigstens bei 30 % gesehen gehabt und dann kam gestern der Absturz. Gerade mal 25 % der Wählerinnen und Wähler in NRW haben der Union ihre Stimme gegeben. NRW ist erstmals seit langem wieder fast komplett Rot.</p>
<p>Röttgen zog die nötige Konsequenz und verabschiedete sich als Chef der Union aus NRW. Dies wurde sogleich von den Unionspolitikern in NRW wohlwollend zur Kenntnis genommen. Noch wollte Niemand über die Fehler des Norbert Röttgen sprechen. In den Diskussionsrunden wurde der Politiker von seinen eigenen Leuten in Schutz genommen, aber die Bekundungen sind nur inszeniert.</p>
<p>Die Wahrheit ist, dass Norbert Röttgen nicht nur als Chef der NRW-CDU versagt hat, sondern auch als Politiker insgesamt. Er ist jetzt ein großer Ballast für die Regierung Merkel. Und Angela Merkel muss sich zu Recht fragen ob sie überhaupt ein Kabinettsmitglied brauchen kann, dass so grandios gescheitert ist.</p>
<p>Und zu Recht bemerkten gestern in den Diskussionsrunden zahlreiche Oppositionspolitiker, dass man einem Politiker der so gewaltig versagt hat, nicht die wichtige Aufgabe geben kann, nach einem Endlager für Atommüll zu suchen. </p>
<p>Tatsächlich müsste Merkel in den nächsten Tagen die Entscheidung fällen ob sie an Röttgen festhält und damit vor allem riskiert sich selbst in den Abgrund reißen zu lassen, oder aber endlich einlenkt und vor allem die belastenden Politiker im Kabinett auf Eis legt.</p>
<p>Röttgen zu feuern wäre sicherlich der falsche Weg, aber der Bundes-Umwelt-Minister könnte einem Drängen der Kanzlerin nach Rücktritt auch nicht wirklich etwas entgegen setzen. Und sicherlich wäre ein freiwilliger Abgang noch wenigstens etwas nützlich um eine Debatte um den Führungsstil der Kanzlerin wenigstens etwas zu erschöpfen.</p>
<p>Allerdings ist Merkel sehr stark angezählt. Neben Schleswig-Holstein wo die CDU abgestraft wurde und jetzt in NRW auch Röttgen grandios gescheitert ist, gibt es ja auch noch die grandiose Fehleinschätzung und Unterstützung für Nicolas Sarkozy. Komischerweise scheint Merkel in letzter Zeit nur noch auf das falsche Pferd zu setzen. Das gilt auch für die Herdprämie (Betreuungsgeld). Denn da setzt Merkel leider auch auf Kristina Schröder, die es nicht schafft vernünftige Ideen und Konzepte zu präsentieren und stattdessen lieber den Frage-Runden und Aktuellen Stunden im Bundestag ausweicht und mehr ihre private &#8220;Autoren-Karriere&#8221; pflegt, als die politischen Interessen des Landes. Und dieses Verhalten rächt sich durch die Kluft zwischen den Koalitionspartnern.</p>
<p>Die kommende Zeit wird für Merkel und insbesondere die Koalition sehr schwer. Denn neben Röttgen als Verlierer gab es auch einen gewissen Christian Lindner (FDP), der mit seinen 8 % demnächst wohl den Chef der eigenen Partei stürzen könnte.</p>
<p>Wer auf das bestehen der Koalition bis zu den Wahlen im Jahr 2013 gesetzt hat, sollte wissen, die Quoten steigen&#8230; Denn dieses Szenario wird immer unwahrscheinlicher.</p>
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		<title>Twitter: Einführung in das soziale Netzwerk</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 15:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diesem Video zeige ich beispielhaft wie man einen Twitter-Account anlegt, wie man Twitter benutzt und welche Vorteile die Nutzung von Twitter hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Twitter ist eines der wichtigsten und bekanntesten sozialen Netzwerke unserer Zeit. Viele Freunde und Bekannte fragen mich jedes Mal wie man dieses Netzwerk eigentlich benutzt und wofür es gut ist. In diesem Video zeige ich beispielhaft wie man einen Twitter-Account anlegt, wie man Twitter benutzt und welche Vorteile die Nutzung von Twitter hat. Es ist eine komplette Einführung in das soziale Netzwerk, dass sich ausschließlich an Anfänger und Neulinge richtet. Ich hoffe es gefällt euch und ich würde mich über Kommentare und Verbesserungsvorschläge sehr freuen.</p>
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		<title>Hollandes Sieg: Sparen allein ist keine Lösung</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 06:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der neue französische Präsident heißt Francois Hollande. Mit der Wahl des Sozialisten haben sich die Franzosen für einen Mann als Staatsoberhaupt entschieden, der anders als sein Vorgänger, das Modell zum Sparen der Deutschen Bundeskanzlerin in Frage stellt. Tatsächlich steht Hollande nicht für ein klassiches Wirtschaftsverständnis wie Deutschland, sondern für einen Neo-Keynesianismus, der sich gerade in Zeiten der Krise durchaus plausibel anhört und auch durchaus in der Lage wäre die Probleme der Finanzkrise zu lösen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Land, dass sich in der Krise befindet, dass in der Rezession steckt und dann anfängt zu sparen, ist nicht auf dem richtigen Weg. Dies sieht Hollande ähnlich und versprach in seinem Wahlprogramm Dinge, die zunächst von führenden Politikern in Europa als falsch und schädlich für den Euro bezeichnet wurden. Die Ideen von Hollande wurden von Fachzeitschriften und Medien zerrissen und zerredet. Das liegt vor allem daran, dass man zu starr auf die Dinge schaut. Es ist ein beschränkter und vor allem altmodischer Blick auf die Märkte und erst Recht auf Europa.</p>
<p>Will man eine Wirtschafts- und Finanzkrise tatsächlich lösen, lohnt es sich einen Blick auf die Theorien von Keynes zu werfen. Dieser Ökonom und Vordenker hat im Rahmen der Weltwirtschaftskrise Theorien und Ideen zur Lösung vorgelegt. Kernelement seiner Thesen war vor allem, dass ein stupides und starres Sparen in Zeiten der Krise schädlich für die Märkte ist und lieber Schulden gemacht werden sollten um die Märkte zu stützen. In Zeiten des Aufschwungs sollte im Gegenzug dann gespart werden.</p>
<p>Francois Hollande hat im Kern diese These in seinem Positionspapier aufgegriffen. Mit einem Unterschied. Hollande will nur Schulden machen, wenn diese Gegenfinanziert werden, z.B. durch Steuererhöhungen und Abbau von Subventionen. Beispielsweise soll ein Verdienst von 1 Million Euro mit 75 % besteuert werden. Ebenso sollen Förderungen für Firmen, die im Ausland produzieren und ihre Fabriken im Ausland haben, gestrichen werden.</p>
<p>So möchte Hollande eben auch die Wirtschaft im eigenen Land fördern und vor allem die Firmen dazu drängen den Standort Frankreich wieder als lukrativ zu empfinden, statt staatlich gefördert im Ausland zu produzieren.</p>
<p>Das sind keine schlechten Ideen, es darf aber bezweifelt werden, dass Steuererhöhungen mit Schulden einhergehen könnten. Hollande dürfte seine Wählerinnen und Wähler in dieser Hinsicht tatsächlich enttäuschen. Allerdings ist der Ansatz von Keynes trotzdem wichtig.</p>
<p>Gerade am Beispiel von Griechenland sehen wir, dass das Land sich um jeden einzelnen Cent kaputtspart. Es gibt keine Investitionen und keine Perspektiven auf Wachstum, solange das Land spart. Die EU und insbesondere Deutschland tut sich eben mit dieser perfiden und dummen Strategie wirtschaftlich keinen gefallen. Sparen alleine ist keine Lösung.</p>
<p>Tatsächlich wäre es nötig und nötiger, dass Griechenland mehr Schulden macht und in die Wirtschaft investiert. Der Wahlausgang in dem Land macht dieses Vorhaben eher noch schwieriger, aber die EU hat auch kein wirkliches Interesse daran, dass Schulden gemacht werden.</p>
<p>Kanzlerin Angela Merkel hat der EU einen strikten Sparkurs verordnet und Frankreich mit Hollande an der Spitze zweifelt zu Recht an dieser Strategie.</p>
<p>In Zeiten der Rezession ist Sparen nämlich schädlich. Wenn der Staat spart, wenn die Bürgerinnen und Bürger sparen, dann ist es für die Unternehmen und insbesondere für die Wirtschaft nicht möglich gut zu planen und zu investieren.</p>
<p>Hollande gibt eine neue Richtung vor und wird sicherlich dazu beitragen, dass es nun zu einem Umdenken in der EU kommt. Allerdings ist es zu bezweifeln, dass er gehör findet. Denn der Kampf zwischen Keynesianern und Neoklassikern ist Uralt. Die Neoklassik ist die herrschende Theorie unserer Zeit was die Frage wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen angeht. </p>
<p>Während der Keynesianismus die Nachfrage als ein Kernelement der Theorie sieht und diese in den Vordergrund stellt und vor allem auf dieses Element beruhend Bewertungen von Entwicklungen vornimmt, geht die Neoklassik von einem rationalen Verhalten der Teilnehmer am Markt aus. Doch dieses rationale Verhalten (Homo oeconomicus) darf spätestens seit der Finanzkrise bezweifelt werden. Die Selbstheilungskräfte des Marktes, die stets vorausgesetzt wurden, haben versagt.</p>
<p>Mit den Vorstellungen von Hollande, die durchaus als Keynesianisch bezeichnet werden dürften, könnte allerdings ein Effekt eintreten, von dem Keynesianer und Klassiker nichts hören wollen. Eine Synthese beider Theorien wäre möglich und tatsächlich ist der Vorschlag von Kanzlerin Merkel in Richtung Hollande auch als solcher zu verstehen.</p>
<p>Zu dem bestehenden Spar-Diktat soll ein Investitions- und Wachstumsprogramm aufgenommen werden. Es wäre eine einmalige Möglichkeit eine Theorie, die bisher in der Praxis kaum erprobt werden konnte, auszuprobieren. Trotzdem dürfte sich diese Idee nicht dazu eignen, Ländern wie Griechenland zu helfen. Länder wie Frankreich würden aber sicherlich davon profitieren.</p>
<p>Griechenland hingegen braucht eine Abkehr vom Spardiktat. Das Land muss Schulden in diesen Zeiten machen um Investitionen zu ermöglichen. Ohne, wird die Pleite und der Zusammenbruch des Systems unausweichlich sein, obgleich ich auch so schon die Meinung vertrete, dass das Land seit einiger Zeit schon nur künstlich am Leben gehalten wird. Griechenland ist längst Pleite und braucht endlich einen echten Schuldenschnitt, der Hart ist und das Land auch aus der Euro-Zone befördert. Nur so kann ein Neuanfang &#8211; auch für wirtschaftliches Wachstum &#8211; gelingen.</p>
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		<title>Schischa-Cafés: Kulturschock in Bielefeld</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 03:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangenes Wochenende war ich mit ein paar Freunden in Bielefeld und habe am Symposium der IGMG teilgenommen. Um das Symposium soll es in diesem Beitrag nicht gehen (dazu vielleicht etwas später an anderer Stelle einige Anmerkungen), sondern um einen Trip in die Innenstadt von Bielefeld.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin Raucher. Das ist eines meiner schlimmen Laster, die ich seit jetzt nunmehr 13 Jahren nicht ablegen kann, obgleich es auch immer wieder Phasen in meinem Leben gab, wo ich für Monate, ja sogar ein ganzes Jahr, aufgehört habe mit dem Rauchen. </p>
<p>Doch neben dem Rauchen mag ich es auch in einem ruhigen Ambiente eine orientalische Wasserpfeife zu rauchen. Die Nargile, oder besser gesagt die Schischa ist eine Sache, die ich mir hin und wieder mit Freunden gönne.</p>
<p>Allerdings hat man es als Muslim immer wieder schwer, einen geeigneten Laden zu finden. Mal abgesehen davon, dass das Rauchen auch in vielerlei Hinsicht als islamisch verboten gilt, meiden wir bei unseren Besuchen Läden die Alkohol ausschenken oder die einen verruchten Ruf genießen.</p>
<p>Als wir letzte Woche nach dem Symposium in Bielefeld umherirrten und uns zuerst zum Ausruhen in die Jugendherberge aufmachten, hatten wir schon leicht im Sinn in der Nacht die Stadt zu erkunden. Gegen 0 Uhr sind wir dann auch los und hatten von einer Bekannten ein paar Empfehlungen für einen nettes Café oder auch Wasserpfeife erhalten. </p>
<p>Doch sämtliche Empfehlungen waren für uns nur eine Katastrophe. Das kleine Café in der Innenstadt entpuppte sich als kleines Pub, in dem man zwar sicherlich zur Mittagszeit ruhig einen Café trinken kann, aber in der Nacht, insbesondere in einer belebten Samstag-Nacht, eher gestört wird und nicht in Ruhe klönen kann.</p>
<p>Doch viel schlimmer als diese Empfehlung entpuppten sich die Schischa-Cafés. Der erste Laden zu dem wir dann gingen war von außen unscheinbar, doch innen gab es Karaoke und Bauchtänzerinnen. Ich bin ja nicht gerade leicht umzuhauen, aber gewundert hat es mich schon, wieso man uns gerade diesen Laden empfohlen hat.</p>
<p>Der zweite Schischa-Laden war dann allerdings zwar ruhig, aber es saßen auch nur sehr komisch aussehende Herren drin und vor allem Damen, die äußerlich so wirkten, als wären sie im Rotlicht-Bereich tätig. Ich rede hier nicht mal von aufreizender Kleidung, sondern von der Wirkung des Etablissments.</p>
<p>Auch auf Rückfrage konnte man uns keinen vernünftigen und vor allem normalen und ruhigen Laden empfehlen.</p>
<p>Ich konnte mit dem ganzen noch umgehen, hab es dann halt mit Humor genommen, aber ein paar unserer Begleiter waren sichtlich geschockt und vor allem empört.</p>
<p>Meine Nicht-Muslimischen Leserinnen und Leser werden jetzt vermutlich (vielleicht zu Recht) den Kopf schütteln. Wir hätten uns sicherlich auch in einen der oben beschriebenen Läden setzen können, aber wir waren uns in der Gruppe einig, dass es nicht zu uns passt, an einem islamischen Symposium teilzunehmen und dann nicht auf den Laden zu achten in den wir reingehen.</p>
<p>Wie schnell ein falscher Eindruck entstehen kann, insbesondere auch bei Personen die man dann eher für liberaler hält, wurde mir dann am nächsten Tag klar, als ein Bekannter mir erzählte, er hätte bestimmte Führungspersönlichkeiten und bekannten Muslime in einem Lokal beim Essen gesehen, in dem Alkohol ausgeschenkt wurde. Das Image, dass diese Personen sonst vermitteln wollten, war alleine dadurch schon hin.</p>
<p>Deshalb hat man es besonders schwer. Es gibt einen nicht-öffentlichen aber islam-gesellschaftlichen Druck, der einen, obgleich man keinen Alkohol konsumiert und obgleich man sich islamisch korrekt verhält, dazu quasi zwingt, solche Läden zu meiden.</p>
<p>Ich geh damit noch relativ locker um. Bin ich mit Muslimen unterwegs, und bin ich auf einer islamischen Veranstaltung, halte ich mich auch an die gesellschaftlichen Standards. Das sieht anders aus, wenn mich Deutsche Freunde z.B. zum Kaffee auf die Schanze einladen, oder zur Geburtstagsfete in eine Bar. Da passe ich mich entsprechend an, und jeder achtet mich und respektiert auch, dass ich keinen Alkohol trinke, sondern lieber meine Cola.</p>
<p>Ich hab aber trotzdem nicht verstanden wieso es uns nicht möglich war in ganz Bielefeld einen angemessenen Laden zu finden. Falls da Jemand Empfehlungen hat, immer her damit, ich höre sie mir gerne an.</p>
<p>Die Nacht endete übrigens damit, dass wir in einem kleinen Kiosk Knabberzeug, Chips und Cola besorgten und in der Jugendherberge aktuelle Diskussionen rund um Muslime ausdiskutierten und auch eigene Anekdoten erzählten. So kann man auch Chillen. Die Wassepfeife hab ich dann auch gar nicht vermisst.</p>
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		<title>PHP-Bug: Gefahr durch Lücke &#8211; Inkompetenter 1und1 Support</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 11:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als ich gestern Abend eine unscheinbare EMail meines Providers erhielt, hielt mich nichts mehr. Schnell wurde herumtelefoniert und ganze Präsenzen wurden offline genommen. Der Hintergrund? Ein einfacher Bug in PHP. Unter bestimmten Umständen war es nämlich möglich mit einem einfachen Befehl sämtliche PHP-Dateien (auch solche in denen Zugangsdaten sind) im Klartext zu lesen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bug ließ sich ausnutzen in dem man hinter einer URL einfach ?-s anfügte und tada, da waren dann die Inhalte.</p>
<p>Mein Provider hatte noch relativ zeitnah reagiert und einen Workaround eingebaut, während es noch auf aktuellere und neuere PHP-Versionen wartete, die diesen Fehler nicht mehr enthalten sollten.</p>
<p>Allerdings ist nicht jeder Provider so schnell und schon gar nicht so kompetent. Mit 1und1 hatte ich mal wieder einen Moment der Erleuchtung.</p>
<p>Man muss wissen, dass der Verein bei dem ich die Präsenzen mitbetreue, bei 1und1 ist, wie ich bereits in anderen Artikeln schon mitgeteilt hatte. Und nicht nur das, der Verein ist auch Premium-Mitglied bei 1und1.</p>
<p>Das bedeutet, wir haben eine eigene Rufnummer und erhalten einen Support der laut Beschreibung von 1und1 Erstklassig sein soll. Das sieht dann ungefähr so aus:</p>
<p>Mein erster Anruf bei 1und1 erfolgte gegen 24 Uhr. Nach mehr als 10 Minuten in der Warteschleife, nahm endlich Jemand ab, doch kaum hatte ich meine Frage formuliert, war ich wieder aus der Leitung. Grund? Mein 1und1 Anschluss Zuhause, hatte sich wie immer, pünktlich um 23.55 Uhr aufgehängt. Erst um 24 Uhr konnte ich wieder anrufen und kam, welch wunder, wieder erst nach ein paar Minuten in der Warteschleife durch.</p>
<p>Der Support-Heini erklärte mir am Telefon, dass sie zwar über den Fehler bescheid wüssten, er aber nicht sagen könne, wie lange es wohl dauere, bis ein Patch oder ein Workaround gestellt wird. Und jetzt kam der Hammer. Als Lösung schlug mir der &#8220;Support&#8221; von 1und1 ernsthaft vor den Performance Server abzuschalten &#8211; das habe beim letzten Kunden geholfen.</p>
<p>Halloo???? Es geht um CGI, es geht um PHP, die Abschaltung des Performance Server hat mit dem Thema gar nichts zu tun und ist sogar kontraproduktiv bei Präsenzen wie unserer&#8230; </p>
<p>Als ich den Herren darauf ansprach, erklärte er mir, er wisse das nicht so genau, aber man könne ja probieren.</p>
<p>Die Lösung für meine Probleme fand ich dann später in <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gefahr-durch-offene-PHP-Luecke-1567433.html" title="Gefahr durch offene PHP-Lücke" target="_blank">diesem Heise-Artikel</a>. Ich habe vorsichtshalber sämtliche Passwörter und Usernamen für die Datenbanken und die Zugangsdaten geändert. Anschließend hab ich einen Workaround eingebaut, der sich vor allem auf das Filtern konzentriert.</p>
<p>Ich will ja nichts sagen, aber wenn 1und1 meint Premium-Service gehe mit solchen Mitarbeitern, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, dann ist es kein Wunder, dass sich die Menschen allesamt über den Service der Firma beschweren. 1und1 sollte sich lieber mal überlegen kompetentes Personal einzustellen. Wenn die Niemanden finden, die können mir gerne ein Angebot zukommen lassen. Ich würde jedenfalls die Unmengen von Kunden nicht abwimmeln und sie unzufrieden zurückschicken, sondern eine Lösung suchen und präsentieren.</p>
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		</item>
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		<title>Karikaturen vor Moscheen: Verletzung von Muslimen wird hingenommen</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 23:02:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zunächst einmal, ich hab nichts gegen Karikaturen, wenn sie denn den Zuschauer und Leser etwas herausfordern und anspruchsvoll sind. Was sich aber die rechtstextremistische Gruppierung PRO NRW und mit ihm die unterstützende Webplattform pi-news erlauben ist ein Tabu-Bruch Sondergleichen, der sich früher oder später rächen wird. Es ist nämlich so, dass die Provokateure und Demagogen der Rechtsextremistischen Avantgarde Deutschlands nicht nur mit der Provokation von Muslimen zufrieden geben. Sie wollen die Gefühle von Muslimen nachhaltig verletzen und sie werden dabei von allen Seiten tatkräftig unterstützt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Politischer Schutz für Rechtsextreme</h2>
<p>PRO NRW und auch die rechtsextremistische Plattform Politically Incorrect (PI) werden von vielen politischen Stellen beschützt. Nicht nur, dass man Verständnis für die Positionen dieser Rechtsextremisten äußert, man versucht sie sich sogar zu eigen zu machen.</p>
<p>Nicht hilfreich sind da auch Bewertungen durch den Verfassungsschutz von einigen Ländern, die sperrig wirken und im Grunde den Rechtsextremismus verharmlosen. Vor allem die Bewertung des bayerischen Landesamtes zu Politically Incorrect wurden in der Vergangenheit immer wieder genutzt um sich als legale und vor allem &#8220;friedliche&#8221; normale Menschen darzustellen.</p>
<p>Noch heute zögern viele Ämter für Verfassungsschutz bei der eindeutigen Zuordnung der PRO Bewegungen und der Plattform Politically Incorrect. Dies ist allerdings kein eindeutiges in Schutz nehmen, sondern eher verharmlosen der rechten Gesinnung dieser Bewegungen.</p>
<p>Dies führt leider dazu, dass sich die Extremen weiter unbehelligt und kaum nachvollziehbar für die etablierten Kräfte, weiter in den Vordergrund spielen können. Aktionen wie die Ausstellung von Karikaturen vor Moscheen dienen zudem der Selbstinszenierung, unter dem Deckmantel der Meinungs- und Kunstfreiheit.</p>
<h2>Politiker nutzen nicht den NRW-Wahlkampf zur Distanzierung</h2>
<p>Und obgleich Wahlkampf in NRW ist, nutzen die etablierten politischen Kräfte nicht die Möglichkeit sich von dieser Form der Inszenierung und Provokation von religiösen Minderheiten zu distanzieren.</p>
<p>Die Spitzenkandidaten der Parteien verlieren kein Wort über die Rechtsextremen und zeigen sich auch nicht solidarisch mit den friedliebenden Muslimen in diesem Land. Es zeigt sich hieran vor allem, dass die Bewertung der Muslime durch die Politik einseitig und vor allem voller Ressentiments ist.</p>
<p>Würden heute Nazis vor Synagogen demonstrieren und Karikaturen über Moses veröffentlichen, dann würde eine Verurteilung einer solchen Aktion prompt erfolgen. Genauso würden Kirchenkritische Karikaturen vor den Gotteshäusern mit aller Schärfe verurteilt und rechtliche Wege gesucht um die religiösen Menschen in NRW vor solchen Provokationen zu schützen.</p>
<p>Geht es aber um Muslime, herrscht Funkstille. Die Politik schweigt, obgleich Wahlkampf ist. Gerade jetzt würde es sich anbieten, die Muslime in NRW in Schutz zu nehmen und sich schützend vor sie zu stellen. Man wartet aber auf solche klaren Statements und Aktionen vergeblich. Muslime werden auch als Wählerpotenzial stark vernachlässigt&#8230; Dabei ist in NRW die Zahl der Muslime, die auch wählen können, nicht gerade verschwindend gering. Sie werden maßgeblich mit entscheiden, wer der oder die nächste Ministerpräsident/in des Landes NRW wird.</p>
<h2>Karikaturen schädigen nachhaltig den gesellschaftlichen Frieden</h2>
<p>Doch auch die Karikaturen an sich schädigen nachhaltig den gesellschaftlichen Frieden. Dies geschieht nicht dadurch, dass die Karikaturen überhaupt veröffentlicht werden, sondern zu welchen Zeiten dies geschieht und welches Publikum angesprochen wird. Sieht man sich die perfide Strategie der PRO Bewegung an, erkennt man sofort, worum es hier geht.</p>
<p>Die Provokation von Älteren ist das Ziel, aber nebenher werden Uhrzeiten ausgesucht, in denen kleine Kinder die Moscheen besuchen. Gerade bei diesen Kindern sehen sich Eltern immer wieder der einfachen aber bestimmten Frage ausgesetzt, die da lautet: &#8220;Warum hassen die uns so sehr?&#8221;</p>
<p>Kinder, die mit solchen Dingen aufwachsen, werden für die Zukunft geprägt sein, vom Empfinden des Fremdsein und der Ausgrenzung. Genau dieses Ziel erreichen die Karikaturen vor den Moscheen. Sie verletzen religiöse Gefühle und schädigen die Psyche von Kindern.</p>
<h2>Muslime fühlen sich zu Recht ausgegrenzt</h2>
<p>Es gibt keine helfende und schützende Hand, die den Muslimen gereicht wird. Im Gegenteil. Sie werden nicht nur durch diese Aktion ausgegrenzt, sondern gleich weiter isoliert. Die Politik schweigt, die Sicherheitsbehörden informieren und kooperieren nicht ausreichend mit den Gemeinden und auch die Nachbarschaft solidarisiert sich nicht mit den betroffenen Muslimen.</p>
<p>Stattdessen wird alles hingenommen. Durch die stillschweigende Hinnahme und das Nichts-tun wird aber die Aktion gegen die Muslime erst tatsächlich legitimiert. Dabei wäre es gerade jetzt sehr wichtig ein Zeichen zu setzen, für den Frieden in der Gesellschaft, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Rechtsextremisten jeglicher Couleur.</p>
<h2>Was können Muslime tun?</h2>
<p>Eine auch sehr oft gestellte Frage ist, was die Muslime in Anbetracht dieser Aktionen von Rechtsextremisten tun können. Die Antwort ist ersteinmal: Nichts.</p>
<p>Nach Möglichkeit sollten die Kinder diesem Hass nicht ausgesetzt werden. Sie sollten an diesen Tagen nicht zum Koran- und Islam-Unterricht an die Moscheen geschickt werden, sondern lieber Zuhause bleiben. </p>
<p>Ansonsten gilt es Ruhe zu bewahren. Gerade die Aktion von Salafisten in Solingen ist genauso zu verurteilen wie die Ausstellung der Karikaturen vor Moscheen. Ein Angriff auf Sicherheitskräfte und der Versuch Gewalt an den Ausstellern zu üben ist nichts weiter als Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremisten. Nur mit Gelassenheit und Ignoranz gegenüber den Karikaturen kann man punkten. Wenn man sich provozieren lässt, dann hat man schon verloren. Die Rechtsextremisten haben dann erreicht was sie wollten und berichten dann auch noch auf ihren Plattformen über die vermeintliche muslimische Gewalt, die gegenüber &#8220;harmlosen&#8221; Karikatur-Ausstellern ausging.</p>
<p>Muslime müssen schlau sein.</p>
<p>Hier gilt es auch die rechtlichen Möglichkeiten genau abzuschätzen und auch auszunutzen. Die Karikaturen dürfen beispielsweise nicht auf dem Grundstück der Moscheen ausgestellt werden, die Grundstücke reichen heutzutage sehr weit, also genau abmessen und sie nicht auf den eigenen Boden lassen. Platzverbote und Klagen und Beschwerden vor Gericht, sind auch sinnvoll.</p>
<h2>Populisten kann man nur populistisch bekämpfen</h2>
<p>Dieser Vorschlag ist etwas heikel, weil ich mich selbst damit in eine rechtliche Grauzone bewege. Ich rufe nicht dazu auf, dass man es so machen sollte, aber man könnte.</p>
<p>Gerade bei Politically Incorrect sehen wir, dass sie wild und voller Enthusiasmus Videoaufnahmen und Bilder produzieren, in denen gezeigt wird, wer alles in die Moschee gegangen ist. Ich kann mir vorstellen, dass einige gewiefte Muslime auch Aufnahmen von den Nazis machen, Videos und Bilder, und sie ins Netz stellen, z.B. unter dem Titel: &#8220;Nazis versuchen Muslime zu provozieren und scheitern kläglich&#8221;</p>
<p>Das ist natürlich kein Aufruf, aber es wäre eine Möglichkeit Populisten mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Schließlich sind Nazis auch irgendwo beschäftigt und auch irgendwo beheimatet&#8230; Die Menschen mögen es normalerweise nicht, dass sie Nazis als Nachbarn haben oder diese beschäftigen. Bilder und Videos der Populisten könnten dazu beitragen, dass der Druck auf diese Provokateure wächst. Allerdings ist das in Deutschland auch eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte.</p>
<p>Daher sollten solche Videos und Bilder, die zeigen wer die Rechtsextremisten sind, auch nur anonnym produziert und hochgeladen werden&#8230; Sonst gibt es sicherlich auch Ärger mit der Polizei.</p>
<p>Ich betone, ich will das nicht als Aufruf verstanden wissen. Das war nur ein kleiner Gedankengang darüber wie man sich eventuell wehren könnte &#8211; und nur als solcher möchte ich das verstanden wissen. Danke!</p>
<h2>Mediale Berichterstattung muss aufhören</h2>
<p>Die Medien dürfen nicht mehr so verherrlichend über die Aktionen der Rechtsextremisten berichten. Gerade den Medien obliegt eine Pflicht und Verantwortung. Je mehr sie über diese Aktion berichten, desto mehr Anhänger gewinnen die Rechtsextremisten auch. Dies muss nach Möglichkeit geändert werden.</p>
<p>Es muss neben den einfachen Berichten vor allem auch Berichte über die Hintergründe und die menschenverachtende Ideologie dahinter geben. Berichte alleine wirken nunmal kontraproduktiv, hier muss man die Medien auch zu mehr Verantwortung im Umgang mit solchen Aktionen aufrufen, obgleich viele Medien auch dieser Verantwortung gerecht gehandelt und berichtet haben.</p>
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		<title>Freitagsgespräche: Eau de Cologne mit Alkohol</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 23:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Akif Sahin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit letzter Woche habe ich Freitag Abends wieder einen festen Termin. Denn dann heißt es sich aufmachen zum Freitagsgespräch mit Jugendlichen. Und natürlich wären diese Gespräche nicht erwähnenswert, wenn sie nicht so aufschlussreich wären, was die aktuellen Probleme und Fragen von muslimischen Jugendlichen angeht. Ein kleiner aufschlussreicher Einblick in die letzte Woche und einer Interessanten Frage rund um Eau de Cologne mit Alkohol.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Verzweifelte Anrufe &#8211; Persönliche Verpflichtung</h2>
<p>Muhammed rief in den vergangenen vier Wochen gefühlte 30 Mal an, und jedes Mal gab es nur ein Thema: &#8220;Ich brauche einen Lehrer.&#8221; &#8211; Tatsächlich war die Verzweiflung bei ihm schon sehr gut zu hören. Immer wieder sagten Lehrer für die Freitagsgespräche ab, immer wieder wurden die Freitagsgespräche eher zu notdürftigen kleineren Vorträgen, die nicht das Interesse der Jugendlichen gewinnen konnten.</p>
<p>Irgendwann kommt dann der Punkt wo man in Anbetracht der Lage der Jugendlichen und der Tatsache, dass diese anfangen die Gespräche zu meiden, sich die Frage stellen muss, ob man richtig handelt, wenn man ständig auch absagt, obwohl man es anders machen könnte.</p>
<p>Ich habe mir also ein Herz gefasst und mich für jeden Freitag Abend freiwillig gemeldet. Der Termin steht nun fest in meinem Kalender und es ist ein Neubeginn, sowohl für die Jugendlichen, als auch für mich selbst.</p>
<h2>Die inhaltliche Ausrichtung der Freitagsgespräche</h2>
<p>Eigentlich sind die klassischen Freitagsgespräche ziemlich strikt geordnet. Eigentlich wird nur das Thema Islam behandelt und eigentlich sollte ich mich auch dran halten. Doch mir geht es nicht nur darum, ein gewisses Islamisches Wissen zu vermitteln, sondern vielmehr darum mich den Problemen und den Sorgen der Jugendlichen zu widmen, ihre soziale Ader zu stärken und zu fördern. Natürlich gehört ein Basiswissen über den Islam und überhaupt der Islamischen Geschichte dazu, aber ohne eine soziale Komponente wären solche Veranstaltungen aus meiner Sicht immer eine gewisse Verschwendung.</p>
<h2>Glauben und Arroganz</h2>
<p>So ging es bei meinem ersten Termin natürlich um das Thema Aqida (Glaubenslehre). Und natürlich haben wir uns erst einmal darüber unterhalten was eigentlich Religion ist, was göttliche Religionen voneinander unterscheidet und was der Kern-Unterschied zwischen dem Islam und anderen Religionen ist. Ich habe mich da strikt an die klassische Lehre gehalten. Die Fragen der Jugendlichen waren interessant, gaben sie doch klar Aufschluss darüber, dass sie sich dieser Frage nie gestellt haben, aber auf der anderen Seite es auch sehr genau nahmen und vor allem mehr Wissen wollten.</p>
<p>Was hier erfolgen musste und erfolgte war vor allem die Klärung eines Sachverhalts. Dadurch, dass Jemand Muslim ist, ist er nicht höher gestellt oder etwas besonderes. Stolz ist eine Eigenschaft, die den Teufel einst stürzte, und ebenso kann der Stolz, den einige Muslime an den Tag legen, weil sie sich eben auf den Islam berufen, auch deren Untergang sein. Wir sehen dies immer öfter bei arroganten Muslimen, die anderen Menschen aufgrund ihres Glaubens die Hölle voraussagen. Nur Allah weiß, wer in der Hölle landet und wer nicht, und letztendlich kann ein solches Verhalten nur als arrogant und überheblich bezeichnet werden. Wir wissen schließlich nicht, ob unser Gegenüber nicht doch eines Tages zum Islam findet, und eben auch nicht, ob der Muslim, der vorgibt einer zu sein, wirklich gläubig ist und auch nur gute Taten verrichtet. Ebenso kann Niemand voraussehen ob ein Muslim auch immer ein Muslim bleibt.</p>
<p>Gerade dieser Punkt ist immer ein Punkt, der nicht genug Erwähnung im klassischen Unterricht findet. Die Arroganz, als ein Faktor des persönlichen Niedergangs. Und natürlich wurde hier auch die Geschichte zwischen Allah und dem Teufel dann erläutert. Es zeigte sich bei den Jugendlichen, dass sie allesamt gänzlich diesbezüglich nur mit Halbwissen bis hin zu Mythen und Sagen vollgestopft waren. Sie waren leider nie an die Quelle, den Qur&#8217;an al Karim gegangen, um die Geschichte einmal selbst zu lesen, einmal zu versuchen, sie selbst zu verstehen. Hier herrschte akuter Nachholbedarf und das wurde dann auch getätigt.</p>
<h2>Essen, Trinken und ein sehr lockeres Gespräch</h2>
<p>Nach dem Unterricht verabredeten wir uns alle an diesem Freitag in der Centrum-Moschee der Veranstaltung des IJB (Islamischer Jugendbund) teilzunehmen. Diese Freitags-Gespräche, die als &#8220;Huzur Sohbeti&#8221; (Gespräche zur Glückseligkeit) bezeichnet werden, sind immer eine schöne und willkommene Abwechslung.</p>
<p>Ebenso gibt es im Anschluss an diese Veranstaltung auch noch einen kleinen Henna Abend für den Bruder Muhammed, der am kommenden Sonntag sein Junggesellen-Dasein hinter sich lässt und den Bund fürs Leben schließen wird. An dieser Stelle, natürlich die besten Grüße an das Brautpaar und den Wunsch, dass Allah (swt) diese Ehe segnen möge.</p>
<p>Auf jeden Fall aßen und tranken wir schließlich von den köstlichen kleinen Häppchen, die uns vom Hausherren (Freitagsgespräche finden immer abwechselnd bei einem der Geschwister statt) vorgesetzt wurden. Natürlich öffnete ein Thema das Andere und schließlich kamen auch ein paar Jugendliche mit der Sprache raus, was sie an persönlichen Fragen haben und ob ich denn eine Antwort dazu hätte.</p>
<h2>Alkoholverbot im Qur&#8217;an</h2>
<p>Interessanterweise waren es noch keine wirklich schwierigen Fragen. Der eine junge Mann schließlich, stellte eine interessante Frage. Er gab an, dass er immer nach dem Wudu (Gebetswaschung) dazu neigt Eau de Cologne (auf türkisch: kolonyağı) aufzutragen. Er wollte wissen, ob seine Gebetswaschung und sein Gebet darunter leiden, wenn er Eau de Cologne aufträgt, dass Alkohol enthält.</p>
<p>Eine sehr interessante Frage, auf die ich versprach erst in der kommenden Woche eine klare Antwort zu geben, wobei ich aber schon eine gewisse Tendenz durchblicken ließ. Hintergrund für mein Zögern war vor allem gewesen, dass es sich gehört, dass man in der Argumentation auch nachvollziehbar erklärt, welche Meinung wohl die Richtigere ist. Eine neue Fatwa erfinden oder gar ableiten wollte und werde ich nicht, da dies die Aufgabe der Gelehrten ist. Ich bin aber Jemand, der sich den Zugang zu den Fatwas immer offen hält und gerade im Informationszeitalter auch von den vielen vielen Fatwas profitiert.</p>
<p>Zunächst einmal, der Konsum von Alkohol als Genussmittel, also das Trinken von Alkohol ist grundsätzlich durch den Qur&#8217;an al Karim verboten worden. Dies geschah in einer gewissen zeitlichen Abfolge. Hierzu muss man den historischen Kontext verstehen. Mekka und Medina waren Orte des Genusses. Alkohol, in der damaligen Form von trübem Wein, war das Lieblingsgetränk der Araber. Das Verbot für den Genuss von Wein erfolgte daher in kleinen Schritten. Daher auch die wiedersprüchlichen Verse, die aber chronologisch so aufgeteilt werden müssten um das Verbot von Wein nachzuvollziehen:</p>
<blockquote><p>Und an den Früchten der Palmen und Rebstöcke, von denen ihr berauschende Getränke und gesunde Speise bekommt. Seht, darin ist wahrlich ein Zeichen für einsichtige Leute.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="text-decoration: underline;"><em>Qur&#8217;an al Karim, Sura Nahl, Vers 67</em></span></p>
<blockquote><p>Sie werden dich befragen nach dem Wein und dem Glücksspiel. Sprich: »In beidem liegt großes Übel und Nutzen für die Menschen. Ihr Übel ist jedoch größer als ihr Nutzen.« Und sie werden dich fragen, was sie spenden sollen. Sprich: »Das Entbehrliche.« So macht euch Allah die Botschaft klar. Vielleicht denkt ihr nach.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="text-decoration: underline;"><em>Qur&#8217;an al Karim, Sura Baqara, Vers 219</em></span></p>
<blockquote><p>O ihr, die ihr glaubt! Nähert euch nicht angetrunken dem Gebet, bis ihr wißt, was ihr sagt, und auch nicht von Samen befleckt, bis ihr euch gewaschen habt, es sei denn, ihr seid auf Reisen. Seid ihr krank oder auf Reisen oder einer von euch kommt vom Austreten oder ihr habt eine Frau berührt und findet kein Wasser, dann nehmt dafür guten Sand und reibt euer Gesicht und euere Hände ab; siehe, Allah ist nachsichtig und verzeihend.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><span style="text-decoration: underline;"><em>Qur&#8217;an al Karim, Sura Nisa, Vers 43</em></span></p>
<blockquote><p>O ihr, die ihr glaubt! Siehe, Berauschendes, Glücksspiele, Opfersteine und Lospfeile sind ein Greuel, Satans Werk. Meidet sie, auf daß es euch wohl ergehe.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><em><span style="text-decoration: underline;">Qur&#8217;an al Karim, Sura Maida Vers 90</span></em></p>
<h2>Alkohol Unrein?</h2>
<p>Einige Muslime sind, obgleich dieser offenkundigen Verse, der Auffassung verfallen, dass nicht nur das Trinken von berauschenden Mitteln als haram (also verboten) gilt, sondern dass Alkohol auch grundsätzlich als Unrein zu betrachten ist. (Besonders die Schaafiitische Madhab sieht alles was Alkohol enthält eher als Haram an, dies geht auf Imam Schafii zurück)</p>
<p>Diese Meinung ist durchaus zu begründen, stellt aber heutzutage eher eine Mindermeinung dar, da sie nicht klar genug den Sachverhalt trennt, sondern grundsätzlich alle Formen von Alkohol verbietet. Dies könnte man konsequent nennen, dies ist aber eher kontraproduktiv. Gerade aus der quranischen Offenbarung geht schon hervor, dass es eben um den berauschenden Effekt des Alkohols ankommt um ihn als für den Genuss verboten zu erachten. Dies bedeutet aber noch nicht, dass man Alkohol als Unrein bezeichnen kann.</p>
<p>Die Gelehrten stimmen allerdings in einem Punkt überein. Fest steht, dass heutzutage Genuss-Alkohol nicht wie zu Zeiten des Propheten (saw), ausschließlich durch Weintrauben hergestellt wird. Gerade Wein, dass aus Weintrauben hergestellt wird, galt als Unrein, wegen seiner Trübe und Herstellung. Heutzutage wird Alkohol jedoch (Ausnahme ist wieder Wein aus Trauben) nicht so produziert wie bei der klassischen Wein-Herstellung.</p>
<p>Klassischerweise ist heutzutage mit Alkohol oftmals Ethyl-Alkohol in verdünnter Form gemeint. Dabei handelt es sich im Grunde um eine klare und durchsichtige Flüssigkeit, die einen würzigen Geruch verbreitet, berauschend wirken kann und keimtötend wirkt. Ethyl-Alkohol ist auch der Stoff, der in türkischem Eau de Cologne zum Einsatz kommt. In diesem Fall gilt der Alkohol auf der Haut aber auch auf der Kleidung, nicht als Unrein, obgleich das Trinken dieses Alkohols weiterhin religiös verboten ist.</p>
<p>Der Alkohol in Eau de Cologne verfliegt zudem sehr häufig. So kann man argumentieren, und dass wird häufig so gemacht, dass der Gebrauch kein Problem darstellt, da er nicht zu einer Aufhebung des Wudu (Gebetswaschung) und der Reinheit vor dem Gebet führt. Vielmehr hat Eau de Cologne die Wirkung, dass mit ihm sowohl Keime getötet werden, als auch die körperliche Reinheit gestärkt wird.</p>
<p>Allerdings darf man nicht vergessen, dass dies nicht bedeutet, dass man sämtliche Formen von Alkoholischen Mitteln als rein bezeichnen kann. Beispielsweise wäre Bier (das meist aus Hopfen und Malz hergestellt wird) auf der Kleidung eher als Unrein zu bewerten, da er vor allem eine klebende und klumpige Wirkung auf der Kleidung entfaltet, ebenso wie einen unangenehmen Geruch. Das gleiche gilt auch für Wein, dass klassisch hergestellt wird.</p>
<p>Dies sind also immer wieder Kernpunkte der Betrachtungsweise. In Eau de Cologne verarbeitetes Ethyl-Alkohol kann nicht von vornherein als Unrein eingestuft werden, auch kann nicht jedes Eau de Cologne gleich als rein bezeichnet werden. Es kommt vor allem auf den Geruch, die Flüssigkeit und deren Beschaffenheit ein. Klares Eau de Cologne dürfte daher benutzt werden, ohne dass es die Gebetswaschung oder das Gebet verhindert.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="text-decoration: underline;"><em>Quellen: </em></span></p>
<p style="text-align: right;"><em>Serahsi, Mebsut, 24/14-15</em></p>
<p style="text-align: right;">Ceziri, 1/19; Mehmed Keskin, Büyük Şafi İlmihali, s. 504</p>
<p style="text-align: right;">Hak Dini Kur&#8217;an Dili, I, 762-763</p>
<h2>Macht es euch einfach, aber auch nicht zu einfach!</h2>
<p>Allerdings gibt es eine einfachere Lösung und diese wurde von mir dann auch bei den Jugendlichen als favorisierte Meinung erklärt. Nach der Gebetswaschung gleich beten, dann Eau de Cologne benutzen. Wirkt meistens sogar erfrischend und belastet nicht das persönliche Gewissen.</p>
<p>Was nämlich viele Muslime auch immer wieder vergessen ist, dass zwar eine Fatwa (ein islamisches Rechtsgutachten) etwas ist, was man befolgen kann, aber eben nicht muss. Fatwa stellen heutzutage eine Meinung dar zu einem Problem, dass sich nicht eindeutig aus Qur&#8217;an und Sunna lösen lässt. Solche Rechtsgutachten beziehen sich oft auf schon gelöste Probleme und geben dazu antworten. Allerdings ist zu beachten, dass diese Rechtsgutachten auch oftmals eine Erleichterung bieten sollen. Es obliegt dem Gläubigen selbst ob er diese Erleichterung wirklich für sich als richtig erachtet.</p>
<p>Daher sind Fatwas immer mit Vorsicht zu genießen. Es heißt nicht umsonst takwa (wird oft mit Gottesfurcht übersetzt, meint aber eher Gottgefälligkeit) ist wichtiger als fatwa. Und tatsächlich, sollte man es sich nicht zu einfach machen.</p>
<p>Wallahu Alem (Und Allah weiß es am Besten!)</p>
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