Ramadan 2013: Fit für den gesegneten Monat

Vom 9. Juli – 7. August 2013 begehen Muslime den gesegneten Monat Ramadan in 2013. Danach feiern sie vom 8. – 10. August 2013 das Ramadanfest (Id ul Fitr). Grund genug also, sich auf den kommenden segensreichen Monat vorzubereiten. Hier ein paar Hinweise und natürlich auch Artikel-Links zu Themen, die interessant sein könnten.

Fastet ausgewogen

Ich höre immer wieder von einigen Geschwistern, dass ihnen das Fasten sehr schwer zu schaffen macht. Es gibt sogar Geschwister, die in diesem Monat an Gewicht zunehmen. Ein ausgewogenes Fasten ist aber das Wichtigste, gerade in dieser sehr warmen Sommer-Zeit. Man sollte immer in der Nacht aufstehen und eine Kleinigkeit zu sich nehmen und natürlich viel trinken (sonst läuft man Gefahr zu dehydrieren). Am Abend nach dem Sonnenuntergang sollte man sich nicht mit Essen vollstopfen. Allah liebt nicht die Verschwender. Deshalb sollte man auch nur soviel Essen bis man satt ist und es nicht mit dem Essen übertreiben. Ich kenne Familien in denen ein 8 – Gänge Menüs durchaus die Regel sind in diesem Monat. Tut euch und euren Gästen das bitte nicht an. Esst und fastet ausgewogen und zwingt Niemanden dazu zu viel zu essen. Das Maß einhalten und die Mitte zwischen zu viel und zu wenig zu finden, ist das Ziel.

Ladet ein und folgt den Einladungen

Der Monat Ramadan ist auch eine Zeit der Familie und Freundschaften. Der Monat Ramadan möchte und soll die Zusammenarbeit und die Solidarität unter den Menschen stärken. Was liegt da näher als euren Iftar mit euren Familien und Freunden zu begehen? Grundsätzlich sollte man Einladungen zum gemeinsamen Iftar annehmen und, falls möglich, auch selbst einladen. In dieser schönen Zeit des Jahres kommt es auch darauf an zu teilen und vor allem die Bande zwischen Familien und Freunden zu stärken. Der Monat der Barmherzigkeit ist ideal dafür geeignet.

Liest den Koran

Was gibt es schöneres als den Gnadenreichen Qur’an zu rezitieren und sich mal die ungefähre Bedeutung der Worte anzuschauen? Gerade dieser Monat Ramadan bietet uns allen die Möglichkeit von seinen zahlreichen Gaben zu profitieren. Deshalb liest den Koran und versucht ihn komplett, mindestens einmal in diesem Monat durch zu lesen. Vergesst nicht, der Koran wurde in diesem Monat das erste Mal offenbart. Es steckt so viel Barmherzigkeit in diesem Monat und wie könnte man den Monat des Qur’an al Karim ohne das Lesen des Qur’an verbringen? Wer kann sollte mindestens einmal während des Monats Ramadan den Qur’an al Karim vollständig lesen.

Vor allem in Moscheen und auch in Jugend-Einrichtungen von Muslimen gibt es zudem die Tradition der Mukabala, des Vortragens und gemeinsamen Lesens des Qur’an al Karim. Wer in der Lage dazu ist, sollte dieses Angebot nutzen. Oftmals wird der Qur’an al Karim in den Moscheen kurz nach dem Morgen-Gebet oder nach dem Mittags-Gebet gemeinschaftlich gelesen. So wird der Qur’an al Karim gemeinschaftlich innerhalb eines Monats komplett zu Ende gelesen. Der Lohn für diese Mühe ist gewaltig.

Betet regelmäßig und ohne Ausnahme

Das Gebet des Gläubigen ist sein Miradsch (Himmelfahrt). Mit jedem Gebet das ihr verrichtet, steht ihr quasi vor Gott. Was ist da näherliegender, als endlich ohne Ausnahme alle Gebete zu verrichten, anstatt nur Freitags oder ab und an in die Moschee zu gehen und zu beten? Lasst euch nicht von den Einflüsterungen des Schaitan beeinflussen. Fasst euch ein Herz und fangt an zu beten. Nutzt diesen Monat um endlich voller Hingabe und voller Kraft eure religiöse Pflicht ein fester und vor allem stärkender Teil eures Lebens werden zu lassen.

Das Tarawih – Gebet (Das erquickende Gebet im Ramadan)

Das Tarawih – Gebet wird nur im Monat Ramadan verrichtet. Es ist Sunna Muakkada (das heißt der Prophet (saw) hat diese Handlung oft getan). Es gibt je nach Rechtsschule oder Richtung unterschiedliche Ansichten zum Tarawih – Gebet. Ich gebe hier die hanafitische Sicht wieder, die sich allerdings mit der Mehrheitsmeinung deckt. Für nähere Informationen ist schon die Lektüre eines großen Wälzers bzw. der Besuch beim hauseigenen Imam eine unumgängliche Pflicht.

Das Tarawih – Gebet hat zwanzig Rakat (Einheiten). Es ist auch Sunna für Diejenigen denen das Fasten nicht obliegt, weil sie krank sind und oder sich auf Reisen befinden, dieses Gebet zu verrichten. Es ist auch Sunna das Gebet in der Gemeinschaft in der Moschee zu verrichten. Der Lohn hierfür ist gewaltig.

Das Tarawih – Gebet kann sowohl Zuhause als auch in der Gemeinschaft verrichtet werden.

Unser Prophet Muhammed (saw) sagte:
“Wer aus reinem Glauben und den Lohn von Gott erwartend die Nächte im Ramadan in gottesdienstlichen Handlungen (Tarawih-Gebet) verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben” [Riyad-us Salihin Band 2 S. 467 (im türkischen)]

Die Verrichtung des Tarawih-Gebets

Das Tarawih – Gebet wird nach dem Nachtgebet (Al Iescha’) verrichtet. Es darf nicht vor dem Nachtgebet verrichtet werden. Das Witr – Gebet wird im Ramadan erst im Anschluss an das Tarawih – Gebet verrichtet. Es kann aber auch vor dem Tarawih – Gebet verrichtet werden.

Das Gebet umfasst 20 Rakat (Einheiten). Man kann das Gebet in zwei er Schritten, d.h. jeweils zwei Rakat, danach ein Salam, bis man schließlich insgesamt 20 Rakat hat, verrichtet. Es ist aber auch möglich das Tarawih – Gebet in vierer – Schritten zu verrichten, d.h. jeweils vier Rakat, danach ein Salam, bis man schließlich insgesamt 20 Rakat hat.

In türkischen Moscheen ist es üblich das Gebet schnell zu verrichten. In arabischen Moscheen eher langsam und meiner Meinung nach auch angenehmer.

Wer die Zeit hat, sollte unbedingt an den gemeinschaftlichen Tarawih-Gebeten in den Moscheen teilnehmen. Imame werden euch in den ersten Tagen zudem genauer auf die Verrichtung des Gebets vorbereiten. Meien Empfehlung tendiert übrigens zu arabischen Moscheen in dieser Angelegenheit, weil das Tarawih-Gebet eben nicht hektisch verrichtet wird, sondern vor allem ruhig und voller Hingabe.

Itikaf und Lailat ul Qadr

In diesem Monat gibt es die Möglichkeit Itikaf (das sich zurück ziehen im Monat Ramadan) zu verrichten. Der Itikaf geschieht in den letzten 10 Tagen des gesegneten Monats Ramadan und ist vor allem für Muslime eine Möglichkeit, sich ihrem Glauben stärker zu widmen. Er ist allerdings auch zeitaufwändig und benötigt auch den Verbleib in der Moschee, so dass er gerade in Deutschland, wahrscheinlich nicht einfach so gemacht werden kann, wenn man denn nicht gerade Urlaub hat.

Genauso fällt auch die Lailat ul Qadr (Nacht des Schicksals) auf die letzten zehn Tage von Ramadan. Diese besondere Nacht gilt als segensreich, da in ihr der Qur’an al Karim offenbart wurde. Aus diesem Grund sollte man vor allem die letzten zehn Nächte des Ramadan noch einmal in sich gehen und noch intensiver diese zehn Tage und Nächte verbringen.

An andere Denken

Was wäre der Monat Ramadan, wenn man ihn nur für sich leben würde? Aber leider passiert genau das. Wir schaffen es nicht, diesen Monat in seiner vollen Verantwortung zu verbringen. Ramadan bedeutet eben nicht nur fasten, nicht nur religiöse Handlungen vorzunehmen, es ist eben auch der Monat der Gemeinschaft.

Was ich jedes Jahr im Ramadan vermisse ist folgendes. Wir denken nicht an die Menschen um uns herum. Ja sicher jeder von uns zahlt seine Zakatul Fitr (Fitre – in diesem Jahr übrigens 10 €) oder seine Zakat. Einige von uns geben auch sicherlich mal hin und wieder eine Sadaqa.

Aber mal ehrlich, wer von euch besucht auch mal seinen Nachbarn? Wer von euch fragt seinen Bruder im Islam ob er sorgen hat? Wie viele von euch gehen an einer blinden Frau die sich offensichtlich nicht über die Straße traut einfach vorbei? Wie viele von euch helfen einer alten Frau beim Tragen ihres Einkaufs?

Wir geben jedes Jahr so viel Geld für die Hilfe in anderen Ländern aus. Die Zakat geht insbesondere hierfür mit drauf. Aber liebe Geschwister, was ist mit den Armen die um uns herum sind? Müssten wir nicht zuerst an die Menschen hier denken? An die Menschen um uns herum?

Seid einfach nicht egoistisch und fragt und spricht mit euren Freunden. Ein jeder hat seine Sorgen, die er nicht einfach so mit euch teilt.

Ramadan-Kalender (Imsakiye)

Das Feld ist enorm groß in diesem Jahr. Ich empfehle, wie auch in den Jahren zuvor, den Ramadan-Kalender der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) – Diesen findet man mit neuem Design und drei unterschiedlichen Layouts unter http://imsakiye.igmg.org

Wichtiger Hinweis: Die Angaben zu Beginn und Ende des Monats sind berechnet und Konsens unter allen KRM-Mitgliedern. Siehe auch Link: www.koordinationsrat.de

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