FAZ: Muslime selbst schuld an NSU und Rechtsextremismus

Zu meiner Schulzeit, es war in der siebten Klasse, hatte uns unsere Lehrerin aufgetragen, eine Zeitung mitzubringen und vorzustellen. Ich entschied mich damals für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Der Hintergrund war einfach: Ich mochte das konservative Profil der Zeitung, aber vor allem, dass die Texte anders waren als in BILD, Morgenpost oder dem Hamburger Abendblatt (was ich wahrscheinlich als zweites dann doch genommen hätte).

Die FAZ war für mich das, was im Alltag immer wieder über sie gesagt wurde: Eine Qualitätszeitung mit Qualitätsjournalismus dahinter.

Doch in den letzten Jahren hat sich das konservative Profil der Zeitung weiter nach Rechts entwickelt. Immer wieder lesen wir in der FAZ Texte, die denen von Hetzern aus der NS-Zeit in Nichts nachstehen. Man vergebe mir diesen Nazi-Keulen-Vergleich, aber es ist so.

Ein aktuelles Beispiel bringt aber endgültig das Fass zum Überlaufen. Ich wollte den Text eigentlich ignorieren, weil mir der Herr und seine Worte einfach am Arsch vorbeigingen, aber irgendwie nehmen sich solche Leute den Mut für solche Texte heraus, weil sie Niemand öffentich an den Pranger stellt und kritisiert.

Der Leitartikel von Jasper von Altenbockum mit dem Titel „Islamkonferenz: Zumutungen des Rechtsstaates“ ist nichts weiter als ein Freifahrtsschein für Rassismus und Islamfeindlichkeit. Mit diesem Text wird der Mord an den NSU-Opfern relativiert und es wird indirekt den Opfern die Schuld für eine menschenverachtende Gesinnung, die zu Mord und Totschlag geführt hat, gegeben.

In dem Artikel heißt es:

Warum es aber unzulässig gewesen sein soll, Sicherheitsfragen in den Vordergrund zu stellen, wie es muslimische Verbände und die SPD jetzt und schon früher kritisierten, ist angesichts des NSU-Terrors eine recht eigenartige Perspektive. Extremismus und Terror gehören zu den Gründen, warum eine Minderheit der Muslime nicht integrationswillig ist; das wiederum ist einer der Gründe für islamfeindlichen Extremismus und Terror.

Hier werden Opfer und Täter absichtlich vertauscht und Rechtsextremismus als eine Folge von Integrationsverweigerung dargestellt. Wer ein solches Weltbild hat und angesichts der mörderischen Taten der NSU zu solchen Bemerkungen kommt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Ein Blatt, dass sich als Qualitätsjournalismus-Ding verkauft hat es im Grunde nicht mehr verdient überhaupt noch erwähnt und beachtet zu werden. Ich finde die Redaktion und der Chef-Redakteur sollten sich schämen, dass sie einen solchen Artikel überhaupt mittragen und der Öffentlichkeit präsentiert haben. Es ist eine Schande. Die FAZ ist kein Qualitäts-Medium, sondern ein Hetz- und Hass-Blatt das Opfer von Rechtsextremisten und Rechtsterroristen verhöhnt. Glücklicherweise wird auch die FAZ vom Zeitungssterben irgendwann betroffen sein. Hinterher weinen werde ich ihr ganz bestimmt nicht mehr…

Leider sind aber solche Zeitungen weiterhin in der Lage das Gemüt und den Zustand von Menschen zu vergiften und Hass zu säen gegen Alles was anders ist und einem nicht ins begrenzte Weltbild passt. Es ist schade, dass sie dies unter dem Mantel der Meinungs- und Pressefreiheit tun können. Da hat man am Ende gar keine Lust mehr diese zu verteidigen, wenn dabei das rauskommt…


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