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Cebit 2013 – ein etwas anderer Rückblick

Nach einem Jahr Abstinenz habe ich gestern zusammen mit Emre (21) und Vural (19) die Cebit besucht. Die weltweit größte Messe für Informationstechnik hatte in diesem Jahr den Schwerpunkt auf das Thema “Shareconomy” gelegt. Mein Eindruck von der Messe war allerdings diesmal größtenteils enttäuschend, was vor allem an den Ausstellern lag. Trotzdem gab es ein paar Lichtblicke. Hier mein ganz persönlicher Rückblick auf die Cebit.

Als ich Emre fragte ob er mitkommen möchte, hat er keinen Moment gezögert. Die Ferien haben in Hamburg begonnen und so eine Messe ist doch auch mal eine Abwechslung dachte er sich. Interessant war es jedoch mit Vural. Der junge Mann war noch nie in seinem Leben auf der Cebit gewesen und wusste noch nicht mal was über die Messe. Eingestiegen in den Wagen erzählte ich dann auch grob, worum es bei der weltgrößten Messe für Informationstechnik geht.

Was mich aber sehr verwunderte war, dass ein Typ wie Vural, der eigentlich modernste Technik nutzt, noch nie was von der Cebit gehört hatte. Gerade die jungen Menschen scheinen heute von der Cebit kaum Kenntnis zu nehmen. Hier scheint es auch einen Makel an den Schulen zu geben. Früher wurde die Messe vor allem von Lehrern genutzt um einen Ausflug dahin zu planen und die jungen Menschen für Technik und Technologie zu begeistern. Heute scheint das eher nicht gegeben zu sein.

Auch dürften die deutlich teuren Preise und Einschränkungen für die Messe ein Grund dafür sein, warum die Lehrer und Klassen-Scharen von früher auf Besuche der Messe verzichten. Die Preispolitik der Cebit darf zudem in Frage gestellt werden. So kostet ein Tagesticket für Fachbesucher 35,- € im Vorverkauf, 40,- € an der Tageskasse. Ermäßigte Tickets kosten 18,- €, sind dafür aber auch nur am Samstag gültig. Auch der Zutritt zu der Messe ist erst ab 16 Jahren freigegeben, außer am Samstag, wo man immer noch eine Aufsichtsperson benötigt.

Anders als in den Jahren zuvor, hatte ich zudem mit meinen Begleitern zwei junge und vor allem gut gelaunte Persönlichkeiten dabei. Es konnte also nur ein schöner Tag werden.

Emre und Vural

Man hat es als Presse schon schwer

Anders als meine Begleiter hatte ich mein Fachbesucher Ticket von der Deutschen Messe AG direkt erhalten. Aber daneben war ich auch als Presse akkrediert. Doch was sich in der Mail einfach las, gestaltete sich vor Ort als eine Geduldsprobe für einen sehr ungeduldigen Typen wie mich.

Während in der E-Mail, bei der mir die Akkreditierung bestätigt wurde, stand, ich solle einfach zum Presse-Stand am Eingang kommen und mir meinen Ausweis abholen, wollte die Dame alle möglichen Details von mir wissen, statt nur nach meinem Ausweis zu fragen. Nach einer Weile, wo sie dann wohl in einem neuen System nach den richtigen Einstellungen suchte, wurde ihr klar, dass ich Blogger sei und daraufhin wollte sie sich unbedingt meine Website anschauen. Das verwunderte mich. Davon stand auch nichts in der Mail, die mir zugeschickt wurde. Ich zeigte ihr die Mail, dass alles ok ist: Die verdutzte Antwort: Wer ist denn der Kerl, der die Mail abgeschickt hat? Kenn ich nicht. Nachfrage bei ihrer Kollegin half auch nicht weiter.

Die Dame schaute sich dann meine Seite an, und wollte immer noch nicht damit rausrücken wonach sie sucht, also verlor ich langsam auch endgültig die Geduld, zumal meine Begleiter auch langsam Anzeichen machten, dass es schon ziemlich lange dauert. Ich fragte dann was los ist. Die Dame verwies darauf, dass auf meinem Blog ein Hinweis zur Cebit sein müsse, damit ich akkreditiert bin. Mich hat das wieder verdutzt. Das stand in keiner Auflage der Bedingungen für die Akkreditierung. Ich zeigte dann auf den Bereich Termine, wo ich, glücklicherweise, tatsächlich kurz erwähnt hatte, dass ich da sein würde bei der diesjährigen Cebit.

Die Frau ließ sich davon überzeugen und überreichte mir meinen Presseausweis, mit dem ich mich weitestgehend frei bewegen konnte und in alle Bereiche der Messe Einblick hatte. Interessanterweise erklärte mir die Frau am Pressestand hätte es ohne diesen Eintrag wohl keinen Presse-Ausweis für mich als Blogger gegeben. Das fand ich dann wiederum sehr dreist. Muss ich als Journalist oder Blogger wirklich vorher schon ankündigen oder über die Cebit schreiben? Ich denke, dass das auch mal richtig geklärt werden sollte von der Deutschen Messe AG. Ich tippe sogar drauf, dass die Frau am Presse-Stand keine Ahnung hatte, was auch an der langsamen Bedienung des angeblich “neuen Sytems” deutlich wurde.

Ich kann auch nicht angesichts solcher Merkwürdigkeiten garantieren, dass ich heute hier einen ausgewogenen und unparteiischen Text liefere. Damit muss man jetzt leben, genauso wie ich gestern mit dieser Kompetenz der Dame leben musste. Aber einen Einblick in die Cebit gebe ich definitiv.

Attraktivität eingebüßt

Anders als in den Jahren zuvor waren am ersten Eröffnungstag für die Fachbesucher und Öffentlichkeit keine langen Schlangen zu sehen. Dies deutet auch darauf hin, dass die Cebit an Attraktivität eingebüßt hat.

keine langen Schlangen

Gleich angequatscht und losgelegt

Emre ist eine Frohnatur. Wenn er angesprochen wird ist er so eloquent und locker drauf, dass er gleich loslegt. So auch, als eine junge Dame ihn, unbedingt ihn interviewen wollte. Das erste was wir von der Messe mitbekommen haben war diese junge Dame, die dann den Emre ausfragte, aus welcher Branche er kommt, warum er auf der Cebit ist, was er sich mehr auf der Messe wünscht und etc. Tatsächlich hat Emre der Dame sehr nett und ausführlich Antworten gegeben mit dem späteren Hinweis: Man muss den Leuten helfen. Oftmals werden Interviewer eben nicht mit einem Stundenlohn bezahlt, sondern nach der Anzahl der Leute, die sie interviewen konnten. Die junge Dame hat das aber sehr souverän gemeistert, ebenso wie Emre.

Interview mit Emre

Security

Ein weiterer Schwerpunkt der Cebit lag auch in diesem Jahr im Bereich der Security. Es ging vor allem um Schutz von Computern mit Antiviren-Software, Firewalls, aber auch Anti-Spam Geschichten. Meine beiden Begleiter konnten mit dem Thema aber nicht wirklich was anfangen. Die gesamte Halle strotzte so mit den ganzen Pavillons der Anbieter und einzelnen Vorträgen zum Thema. Wir gingen eher uninteressiert an den Sachen vorbei.

GDATA Stand

Elektro-Mobilität

Was Jugendliche eher anspricht ist Technik, die auch gut aussieht. So beispielsweise auch dieser 406 PS-Bolide von Fisker. Der Wagen hat einen Elektroantrieb der ihn natürlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Allerdings ist es kein voll-elektrischer Wagen. Der Elektroantrieb wird nur als Unterstützung benutzt, sodass der Sprit-Verbrauch trotz der Hohen PS-Zahl auf knapp 2,6 Liter sinkt.

Fisker-Elektro

ADAC

Interessant war, dass der ADAC gleich mit mehreren Ständen in mehreren Hallen vertreten war. Ein Publikums-Liebling war sicherlich der Überschlags-Simulator. Auch Emre und Vural ließen sich den Spaß nicht nehmen und probierten den Simulator, den man auf dem Video unten auch in Action sehen kann, aus.

ADAC - Emre und Vural im Simulator

Fahrräder mit Elektro-Unterstützung

Wir trafen schließlich auch auf einen Anbieter namens Extra-Energy.org. Hier gab es Fahrräder mit einem elektrischen Tret-Unterstützungsmodul. Emre und Vural ließen sich natürlich die Chance nicht nehmen und stiegen auf die Drahtesel. Der Fun-Faktor war garantiert, da der Anbieter eigens für die Werbung einen kleinen Fahrrad-Parcour eingerichtet hatte, der durchaus Spaß macht. Vor dem Ritt mussten die beiden Helden allerdings auch eine Verzichtserklärung unterschreiben, und bestätigen, dass man auf eigene Gefahr fährt. Tatsächlich war der Parcour ein Renner beim Publikum. Das Problem für viele dürfte allerdings sein, dass die Fahrräder mit einem solchen Antrieb mit einem Preis ab ca. 2.500,- € deutlich über dem machbaren für viele Konsumenten liegen.

Fahrräder von Extra Energy

Fahrrad-Parcour

EMo-City

Ein bisschen Abseits der ganzen bekannten Firmen fand sich auch eine kleine Entwicklung von Schülern der David-Röntgen-Schule und Neuwied. Die stellten auf dem Gelände einer Firma ihre “EMo-City” vor, bei der es nicht um Emos ging, sondern um eine Stadt die mit alternativen Energien angetrieben wird. Sonne und Wind im Einsatz für eine komplette Stadt und wie man das simulieren kann, wurden sehr schön vorgeführt.

EMo-City

AILA

Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz zeigte auf der Cebit auch eines der Dinge, die man unbedingt mal gesehen haben muss. Eine Roboter-Dame auf den Namen AILA getauft zeigte, dass die neuesten Humanoiden auch durchaus Fingerspitzengefühl und ein falsches Bild über die Konturen einer Frau vermitteln können. Die Vorführung war jedoch recht interessant, obgleich die Roboterfrau noch relativ langsam wirkte und die Software natürlich im Hintergrund erst mit den Befehlen ausgestattet starten musste. Alles in allem trotzdem ein Hingucker.

AILA 1

AILA 2

Cebit als Jobbörse

Die Cebit ist nicht nur eine Messe für Informationstechnologie, sondern auch eine Jobbörse. Folgerichtig, dass in einem Pavillon auch diesem Thema viel Platz gewidmet wurde.

Im Vordergrund standen dabei vor allem die Themen Bewerbungen, aber auch gewerkschaftliches Engagement. Neben Tipps für die richtige Bewerbung konnte man sich auch über die Karrierechancen bei Betriebe informieren.

Emre im Gespräch mit IG-Metall Mitarbeiter

Bewerbung

Bundeswehr auf der Cebit

Eines der vielbeachteten Unternehmen (vor allem von Jugendlichen) war die Bundeswehr. Emre sagte folgerichtig: “Da gehen eigentlich nur die hin, die keine Perspektiven im Leben haben.” Gerade die Bundeswehr stellte bei der Messe als neueste Technik Modelle von Flugzeugen und Drohnen aus, und bat den interessierten Jugendlichen Spiele an, um sie anzulocken. Es ist zu hinterfragen, ob Werbung für einen Kriegseinsatz, oder ein Engagement in einem Betrieb der auch in den Krieg zieht wirklich zur Cebit passt – egal ob es was mit Technik zu tun hat oder nicht.

Bundeswehr

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Ubuntu

Canonical war mit einem eigenen Stand für sein Betriebssystem Ubuntu, dass ich echt mag, vertreten. Doch leider hatte das Unternehmen nicht die Möglichkeit genutzt und ihr neues Tablet-Betriebssystem für eine Vorführung mitgebracht. Das fand ich schade, aber trotzdem: Gute Informationen zu Ubuntu bekam man dennoch.

XT-Commerce mit neuen Versionen und Modellen

Die Shop-Software XT-Commerce hat auf der Cebit ihre neuesten Versionen vorgestellt. Neu ist dabei, dass die neueste Version für den bekannten Online-Shop aufgrund eines Sponsorings von Ebay in der Grundversion kostenlos sein wird und auch eine kostenlose Anbindung für einen Ebay-Shop gleich mitbringt. Die ersten Screenshots und auch eine Live-Demo überzeugen. Ein neues Template, dass auch mit Responsive Design erstellt wurde, ist sowohl auf dem Handy als auch auf dem Laptop oder iPad sehr gut zu betrachten. Emre merkte aber richtigerweise an, dass XT-Commerce in der Vergangenheit gerade bei den kostenlosen Versionen immer wieder negativ mit Sicherheitslücken in Erscheinung getreten ist. Die neuesten Versionen sollen Sicherer sein erklärte uns der fundige Vertreter. Übrigens: XT-Commerce hat für die neuesten Versionen auch mit den SEO-Experten von Abakus zusammengearbeitet. So soll jeder Shop auch besser von Suchmaschinen wie Google wahrgenommen werden. Und ganz neu und noch gar nicht offiziell vorgestellt: Es gibt jetzt die Möglichkeit mit XT-Commerce auch eine Anbindung an facebook herzustellen um einen Shop einzurichten, der über das soziale Netzwerk funktioniert.

Insgesamt ist da Konzept der Firma für eine Verbesserung der Shop-Software aber auch eine stärkere Vernetzung durchaus zu begrüßen und wohlwollend zu betrachten. Wir dürfen auf die ersten offiziellen Releases gespannt sein. Jedoch darf man sich auch nichts vormachen. Die professionellen Versionen mit den wichtigeren Funktionen werden weiterhin Geld kosten – und zwar deutlich mehr als bisher.

XT-Commerce

Joomla – beliebt, aber auch schwierig

Der Macher von JUG-Sauerland.de hat uns auf dem CMS-Garden wo sich viele Anbieter von bekannten CMS zusammen tummelten im Gespräch seine Lösung für ein gutes Template für Joomla vorgestellt. Dabei sprachen wir vor allem auch über die Hürden die mit einem Update auf eine neuere Version bei Joomla entstehen und über die häufigen Sicherheitslücken. Auf der Website des Herren kann man sich übrigens sein Template und auch das Modell, dass dahinter steckt, genauer anschauen und auch herunterladen.

joomla

TYPO3-Rocks!

Wie immer den gewohnt fachlichen Ausblick hatten die TYPO3-Leute zu vermelden. Mit mehrsprachigem Personal (it’s not about the language, but i have special questions and german is better for me) und natürlich einer geballten Packung Expertise wurde mir dann bei meiner kleinen Rückfrage geholfen. Ich hatte mich nämlich gefragt, wann es eigentlich das Government Package denn endlich auch für höhere Versionen gibt. Tatsächlich ist es bereits soweit und man kann sich die neuesten Pakete, auch für 6.0 hier herunterladen: http://typo3.org/download/

typo3

Eines der meistbeachteten Firmen: Microsoft

Der Software-Riese gehört zu den wohl am meist-beachteten Firmen auf der Cebit. Dies liegt mitunter auch daran, dass auf dem riesigen Microsoft Areal einiges präsentiert und auch angeboten wurde. Neben fachmännischen Vorträgen zu unterschiedlichen Themen, aber auch Zielgruppen wurde auch das neue Surface Pro und die Mittel-Klasse Handys von Nokia Lumia mit Windows Phone vorgestellt. Wann es allerdings mit einer neuen Windows-Phone Version weitergeht, konnte man uns auch vor Ort nicht sagen. Als iPhone Nutzer hat uns aber das Konzept vom Windows-Phone durchaus überzeugt. Auch das Nokia Lumia 920 beeindruckte vor allem mit seiner Kamera und dem eingebauten OIS, dass kaum verwackelte Bilder zulässt. Allerdings ist der Preis dafür auch weiterhin happig. Nokia möchte daher auch den normalen Handy-Nutzern ein Windows-Phone anbieten und wird dafür die Lumia 520 und 720 wohl so in ca. 2-3 Monaten auf den Markt bringen. Wir haben uns die Handys bereits angeschaut im Endeffekt wirken sie etwas fader und auch matter, von der Technik her können sie aber auch nicht mithalten mit dem 920er Modell. Auch das Surface mit Windows RT ist durchaus beeindruckend, aber für den Preis noch immer nicht wirklich annehmbar. Was mich vor allem gestört hat war das stark spiegelnde Display.

NOKIA Lumia im Vergleich

vorstellung1

vorstellung2

surface

Abwechslung

Abwechslung auch durch Musik-Acts haben uns natürlich auch ein bisschen entspannen lassen, wie hier bei einem Stand der Telekom über Cloud-Dienste…

music-act

Games

Der Computer-Hersteller Acer präsentierte auf der Cebit auch seine neuesten Gaming-Notebooks. Das Problem war nur, dass bei allen drei von uns selbst getesteten Geräten mit Windows 8 kein Spiel gestartet werden konnte. Es gab sogar das Problem, dass die Programme teilweise abstürzten und uns auch von dem Personal nicht geholfen werden konnte. Bei anderen Usern sah das hingegen doch anders aus. Merkwürdig.

acer

Auch ein Klassiker in diesem Jahr sind Simulatoren für Rennspiele. Hier Formel 1.

formula1

Wir haben dann doch noch das passende Spiel für uns gefunden: Planet Side 2

spiele

Auch interessant. Einige Hersteller haben sich extra ehemalige Playmates und Nacktmodelle als Publikumsmagnete angeschafft. Viele Personen wollten sich mit den leichtbekleideten Damen fotografieren lassen. Als Dankeschön erhielt man auch noch Autogramm-Karten der Pseudo-Berühmten. Das Konzept der Hardware-Firmen für Games und Zubehör scheint jedoch aufzugehen. Aufmerksamkeit war garantiert.

leichbekleidet

Anders als in den Jahren zuvor waren die Games-Bereiche aber ziemlich leer. Anscheinend sind die Spiele und Games nicht mehr so Massen-Kompatibel wie in den Jahren zuvor. Emre meinte in diesem Zusammenhang, dass auch viele Gamer und Games-Communities zu einem Boykott aufgerufen hätten. Spürbar und sichtbar war jedoch, dass die Stühle zu 80-90% leer blieben und quasi nix los war.

games

China-Probleme

Ein großes Problem, auch in diesem Jahr, waren wieder einmal die Chinesischen Anbieter auf der Cebit. Fast überall gab es nur Nachahmer-Produkte und häufig konnte man schon am einfachen hinsehen erkennen, dass hier Marken- und Patent-Rechte verletzt wurden. Anders als in den vergangenen Jahren scheint der Zoll aber gegen die Firmen nicht vorgegangen zu sein. Und in fast jeder Halle fand sich auch eine solche chinesische Firma. Die Cebit wirkte von Zeit zu Zeit wie ein komplett von China umzingeltes Messegelände. Da frage ich mich, auch wenn ich sehr tolerant bin, warum man gerade diesen Firmen so viel Platz und Raum gibt. Vielleicht sollte die Deutsche Messe AG darüber nachdenken einige Firmen aus China gar nicht erst einzuladen.

Ein nachgeahmtes Segway, dass von Emre gleich mal ausprobiert wurde.

Auch diese Kopfhörer, die Vural gerade mit seinem iPhone testet sind nachgeahmt. Die Verkäuferin bestätigte sogar, dass es sich um ein nachgeahmtes Produkt handelt. Die Qualität ist dabei nebensächlich, es soll nur schick aussehen. Das Ding konnte aber bei Vural nicht punkten, weil es eben auch nicht gut saß. Interessanterweise war es dennoch vergleichsweise immer noch zu teuer, für ein nachgeahmtes Produkt.

kopfhörer

Ein interessantes neues Konzept für eine Maus lieferte noch penclick. Die Firma stellt eine Computer-Maus in der Form eines Stifts her. Das ist gewöhnungsbedürftig, entlastet aber durchaus bestimmte Nerven und Sehnen an der Hand.

penclick

Zum Schluss

Zum Schluss unseres Ausflugs zur Cebit haben wir natürlich auch noch bei einem Stand von Heise vorbeigeschaut. Dort hat sich Emre dann kurz mal eingetragen um an ein kleines Geschenk zu kommen.

heise

Unser Fazit

Insgesamt ist die Cebit durchaus interessant, aber sie verliert immer mehr an Anziehungskraft. Bei der diesjährigen Cebit hat uns die Präsenz von chinesischen Firmen wirklich verunsichert. So viele Firmen gab es sicherlich noch nie bei der Cebit. Aber auch die Angebote für normale User haben nachgelassen. Profis und engagierte auf dem Gebiet, also Fachbesucher, kommen sicherlich auf den Geschmack, aber die normalen User werden kaum noch angesprochen. Da helfen auch keine leichtbekleideten Frauen um Hardware-Käufe anzukurbeln, da helfen auch keine Music-Acts um über Clouds zu sprechen. Nur Microsoft scheint verstanden zu haben, dass die Präsentation von Produkten durchaus gut gelingen kann, wenn man sie gut platziert. So war das Surface Pro ein Renner und Publikumsmagnet, ebenso wie auch die Windows-Phones. Auch die Vorträge auf den Podien waren für ein Massenpublikum zugeschnitten.

Was mir auch ganz negativ aufstieß: Das Thema Shareconomy war eigentlich aus meiner Sicht nur ein Recycling des Schwerpunktes Cloud. Zum Thema Shareconomy haben wir fast gar nichts wahrgenommen, auch nicht in den Bereichen für IT-Business und Professionals.

Negativ muss ich auch IBM erwähnen. Die Firma hatte womöglich die größten Flächen für sich in Anspruch genommen auf der Cebit – aber das wirkte sowas von uninteressant, dass wir gleich weitergegangen sind ohne uns angesprochen zu fühlen.

Wir hatten dennoch unseren Spaß auf der Cebit, waren aber auch nach dem Trip sehr ausgepowert. Es ist weiterhin eine sehr große Messe und wenn man einmal alle Hallen durchgeht, hat man nur noch Schmerzen in den Beinen. Wir haben im Anschluss die Innenstadt von Hannover etwas unsicher gemacht, was gegessen, gechillt und sind später zurück nach Hamburg gefahren. Für uns hat sich der Trip gelohnt, für die meisten Menschen aber, dürfte sich der Besuch nicht lohnen. Langeweile ist, wenn man sich nicht für bestimte Themen und Technik sowieso schon begeistert, durchaus möglich.

2 Enlightened Replies

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  1. Daniel sagt:

    Wirklich schön geschrieben! Ich habe vor 2 Jahren für meinen Blog auch einen Presseausweis bekommen, damals hat es aber noch keinen interessiert ob und warum man über die CeBit berichten möchte. Wahrscheinlich hast du einfach nur ‘ne blöde Mitarbeiterin erwischt :)

    • Akif Sahin sagt:

      Ich gehe stark davon aus… es war ja nicht mein erster Besuch und auch nicht meine erste Akkreditierung für die Cebit… Vorher ist mir das so nicht passiert…

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