Syrien-Konflikt: Tote und Verletzte nach Explosion an türkischem Grenzübergang

An dem Grenzübergang “Cilvegözü” bei Hatay explodierte ein mit Sprengstoff versehener Minibus mit syrischem Kennzeichen. Ziel der Terroristen: So viele Zivilisten wie möglich zu töten.

Insgesamt starben bei dem Anschlag am Grenzübergang nach offiiziellen Angaben 13 Menschen. Weitere 26 Menschen wurden mit z.T. schweren Verletzungen in umliegende Krankenhäuser gebracht. 11 Personen konnten nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Die Zahl der Toten könnte sich jedoch noch weiter erhöhen. Der Zustand von 8 Verletzten wird als kritisch bezeichnet. Unter den Opfern sind größtenteils Syrer, die an der Grenze warteten um in die Türkei zu flüchten. Auch einige türkische Staatsangehörige wurden bei dem Anschlag getötet.

Nach ersten Erkenntnissen war der mit Sprengstoff beladene Minibus zum Grenzübergang eingefahren. Der Minibus kam aus Syrien und hatte auch ein syrisches Kennzeichen. Nach ca. 20 Minuten explodierte der Bus in der Warteschlange zum Grenzübergang.

Die Ermittler haben auch die Leichen der Täter geborgen und versuchen derzeit genauer zu bestimmen wer den Anschlag verübt hat und wer dahinter steckt. Man geht auch der Spur nach ob der Bus eventuell ferngezündet wurde. Die Ermittlungen möchten sich nach Angaben der Behörden nicht nur auf die einzige Möglichkeit eines Selbstmordanschlages festlegen. Es gibt zudem anscheinend mehrere Kamera-Aufnahmen, die jetzt zur Klärung des Vorfalls beitragen sollen. Erste Erkenntnis aus den Aufnahmen ist jedenfalls, nach Angaben der Behörden, dass die Explosion an genau dieser Stelle vor allem zivile Opfer zur Folge hatte.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat in einer ersten Stellungnahme den Anschlag verurteilt. Erdoğan sprach von einem terroristischen Anschlag, der zeige, dass die Haltung der Türkei im Syrien-Konflikt und auch die Bemühungen im Syrien-Konflikt richtig seien. Man werde von der derzeitigen Haltung und Meinung im Syrien-Konflikt keinen Deut abweichen.

Die Türkei ist direkter Nachbar Syriens. Noch vor einigen Jahren waren beide Länder eng miteinander verbunden und hatten vor allem auf wirtschaftlicher Ebene einen regen Austausch. Nach dem Beginn der ersten Aufstände versuchte die Türkei noch auf das Assad-Regime einzureden und zu einem Umdenken zu bewegen. Später jedoch wurde die Opposition systematisch unterstützt. Das Assad-Regime wirft der Türkei vor, die Aufständischen sowohl ideologisch, als auch finanziell und strukturell mit Waffen zu unterstützen und greift das Land immer wieder verbal, aber auch durch Attacken an der Grenze, an.

Allerdings hat es die Türkei bisher vermeiden können sich militärisch direkt in den Syrien-Konflikt einzuschalten. Der neue Anschlag ist ein Zeichen dafür, dass die Provokationen gegen die Türkei erhöht werden sollen um sie so in den undurchsichtigen Konflikt, bei dem bereits mehrere Zehntausend Menschen gestorben und viele Hunderttausende aus ihren Häusern flüchten mussten, stärker hineinzuziehen.

An der türkischen Grenze sind seit geraumer Zeit auch Patriot-Raketen stationiert, die die Grenzen des NATO-Landes vor Raketen-Angriffen aus Syrien schützen sollen. Auch Deutsche Soldaten sind vor Ort und helfen beim Schutz der Türkei.


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